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Monheim/Langenfeld Monheim wirbt um Einbürgerung

Zahl der Einbürgerungen im Südkreis Mettmann steigt : Monheim wirbt um Einbürgerung

Mehr Einbürgerungen als Folge des Brexit lassen die Quote auch in Nordrhein-Westfalen deutlich steigen. Wir haben nachgefragt: So sieht es in den Städten Langenfeld und Monheim aus.

Die Staatsangehörigkeit bestimmt häufig die rechtliche Situation eines Menschen. Sie wird in der Regel durch Pass oder Ausweis dokumentiert. Oft genießen Staatsangehörige in ihrem eigenen Land besonderen Schutz, zusätzliche Rechte oder andere Vorteile. Wer – aus welchen Gründen auch immer – in Deutschland lebt, kann unter bestimmten Bedingungen die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten (siehe Info). Dann kann er/sie zum Beispiel dort wahlberechtigt zu werden.

Die Zahl der Einbürgerungsanträge ist in den letzten Jahren gestiegen. In NRW haben 2019 nach einer Information des Innenministeriums insgesamt 30.679 Ausländerinnen und Ausländer durch Einbürgerung die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten. Das sind 3030 Personen mehr als im Vorjahr (2018: 27.649) und entspricht einer Steigerung von 10,9 Prozent – dem höchsten Wert der absoluten Einbürgerungszahlen seit mehr als zehn Jahren. Eine Erklärung für diese Zahlen könnte der nahende Brexit sein; denn den größten Zuwachs bei den Einbürgerungen gab es im vergangenen Jahr bei Menschen aus Großbritannien. Der Anstieg betrug hier 179 Prozent (2018: 1379, 2019: 3850).

Die Zahlen in Langenfeld und Monheim stiegen von 2018 auf 2019 unterschiedlich, in der Posthornstadt von 79 auf 81, „bis Mitte Juni 2020 erreichten das Langenfelder Rathaus weitere 30 Anträge“, so Eva Plogsterdt, stellvertretende Referatsleitern im Bürgerbüro. Die Gänselieselstadt dagegen toppt sogar den Landesrekord. „2018 wurden bei uns 69 Personen eingebürgert. 2019 waren es 83 Personen. Das entspricht einer Steigerung von rund 20,3 Prozent“, so Monheims Stadtsprecher Thomas Spekowius. In Langenfeld hatten Ende 2017 rund zehn Prozent der Einwohner nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, in Monheim rund zwölf Prozent. Neue Daten wird es erst nach der Volkszählung 2021 geben.

Der höhere Wert in Monheim ist vermutlich die direkte Folge der intensiven Informationsarbeit im Rathaus. Zum Jahreswechsel 2017/2018 hatte Bürgermeister Daniel Zimmermann rund 3400 Monheimer persönlich angeschrieben und ausdrücklich dazu ermuntert, die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen. Darin schrieb das Stadtoberhaupt unter anderem: „Sie leben seit vielen Jahren in Monheim am Rhein und ich hoffe sehr, dass Sie hier nicht nur ein Zuhause, sondern auch eine Heimat gefunden haben. Heute möchte ich Sie einladen, Deutsche(r) zu werden“.

Die deutsche Staatsbürgerschaft bringt neben dem Wahlrecht eine Reihe weitere Vorteile. Ein deutscher Reisepass ermöglicht es, visumfrei in 158 Länder weltweit einzureisen. Deutsche können sich bis zu einem Jahr im Ausland aufhalten, ohne sich abmelden zu müssen. Wer sich abmelden will, hat jederzeit das Recht, als Deutsche(r) wieder einzureisen.

Deutsche können einfacher und kostengünstiger in ihrem Bürgerbüro die Ausweisdokumente erneuern ohne den Besuch eines Konsulats oder der Ausländerbehörde.

Den zweitgrößten Zuwachs bei den Eingebürgerten (NRW-weit) gab es bei syrischen Staatsangehörigen. Die Zahl stieg um 32 Prozent (2018: 995, 2019: 1314). Syrer entscheiden sich dabei auch deutlich früher für den deutschen Pass als Bürger anderer Länder: 45 Prozent (597 Personen) von ihnen wurden schon nach einer Aufenthaltsdauer von weniger als acht Jahren eingebürgert, zum Beispiel wegen besonderer Integrationsleistungen.

Staatsangehörige aus Iran stellen beim Zuwachs die drittgrößte Gruppe (2018: 997, 2019: 1165). Der Anstieg beträgt 16,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

In absoluten Zahlen finden sich Einbürgerungen aus der Türkei (2018: 4724, 2019: 4529), dem Irak (2018: 1625, 2019: 1646) und Polen (2018: 1527, 2019: 1345) auf den ersten drei Plätzen.