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Monheim Jens Geyer (SPD) will Landrat werden

Kommunalwahl 2020 : Ein Monheimer will Landrat werden

Seit 21 Jahren ist Thomas Hendele (CDU) Verwaltungschef im Kreis Mettmann. Jetzt hat er drei Gegendkandidaten, einer davon ist Jens Geyer (SPD). „Ich rechne mir Außenseiter-Chancen aus“, sagt der Monheimer. „Mein Ziel ist es, zu gewinnen, auch wenn die Chancen erst einmal nicht so gut aussehen.“

Der Monheimer Sozialdemokrat Jens Geyer (57) ist von jeher umtriebig. Seit mehr als 40 Jahren ist er in der SPD, war lange Betriebsratsvorsitzender bei einem pharmazeutischen Unternehmen in Monheim und zuletzt Landtagsabgeordneter für seine Partei (2012 bis 2018). Nach der verlorenen Wahl zum Landtagsabgeordneten (ab 2018) ist es ruhig geworden um den Genossen, der im Übrigen auch mal Prinz im Monheimer Karneval (2017) war.

Jetzt ist er wieder da und tritt bei der Kommunalwahl am 13. September für die SPD als Kandidat für das Landratsmandat an – neben Martina Köster-Flashar (Grüne) und Thomas Küppers (Piraten). Amtsinhaber ist Thomas Hendele (66, CDU) seit 21 Jahren. „Es hat nur einmal einen SPD-Landrat gegeben“, berichtet Kreissprecherin Daniela Hitzemann, nämlich Heinz Pensky, von 1989 bis 1994, also zu Zeiten, als es noch eine so genannte Doppelpitze gab, die das politische Amt des Landrats (gilt auch für Bürgermeister) von der des Stadt-/Kreisdirektors (Verwaltung) getrennt hat. Seit 1999 liegen diese Ämter in einer Hand.

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Jens Geyer schreckt die stabile CDU-Mehrheit im Kreistag nicht. 2018 hat ihn seine Partei zum Vorsitzenden der Kreis-SPD gewählt. Jetzt tritt er, wie ein logische Folge, als Landratskandidat an. „Ich rechne mir Außenseiter-Chancen aus“, sagt er. „Mein Ziel ist es, zu gewinnen, auch wenn die Chancen erst einmal nicht so gut aussehen.“ Knapp 90 Tage habe er noch Zeit bis zur Wahl. Da könne viel passieren. Geyer will die Zeit nutzen und seine Themen für den Kreis Mettmann nach vorne bringen. Dazu gehört der Öffentliche Nahverkehr. „Es gibt kein städteübergreifendes Konzept“, sagt er und nennt ein Beispiel. „Wer etwa mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Monheim nach Hilden fahren möchte, braucht dafür ziemlich lange.“ Deshalb will er sich für Schnellbusse einsetzen, die wenige, aber zentrale Haltepunkte haben und schnell eine Städteverbindung herstellen können. Er strebt ein ganzheitliches Konzept an, das von einem externen Büro entworfen werden kann und alle Beteiligten miteinbezieht: „Der Bedarf muss abgefragt werden.“ Das Auto will er dabei nicht verteufeln. „Wenn die Bürger im Kreis Mettmann nur noch halb so viel Auto fahren wie bisher, ist viel gewonnen“, sagt er mit Blick auf die Umwelt. Das gehe jedoch nicht von heute auf morgen.

„Ich werde mich bei meinen Themen nicht an Hendele abarbeiten, sondern will gestalten und unterstützen. Dazu gehöre für ihn auch der Glasfaserausbau und die Digitalisierung der Unternehmen im Kreis. Nicht alle Firmen seien gut aufgestellt und benötigten Unterstützung. Denn nur eine starke Wirtschaft sichere auch Arbeitsplätze. Daher will er die Wirtschaftsförderung anpacken. Vor allem im Nordkreis sieht er Bedarf. „Städte wie Monheim und Langenfeld sind ja gut aufgestellt“, sagt er. Auch für eine kinderärztliche Betreuung (24 Stunden) im Nordkreis will er sich einsetzen. „Das konkrete Wahlprogramm kommt noch“, kündigt Geyer an, der davon ausgeht, dass der Wahlkampf angesichts der Corona-Krise überwiegend in den sozialen Medien staffinden wird. „Nach den Sommerferien geht es los.“

Alexander Schumacher, Chef der Monheimer SPD, begrüßt es, dass ein Monheimer sich um das Landratsmandat bewirbt. „Dann fühlen sich Monheimer im Kreis besser vertreten“, meint Schumacher. „Jens Geyer ist dafür der richtige.“ Aber vor Ort würden Auseinandersetzungen über lokale Themen stattfinden.

(og)