Monheim: Monheim ist schuldenfrei

Monheim: Monheim ist schuldenfrei

Die Kommunen in NRW plagen massive Finanzprobleme, 61 sind akut von Überschuldung betroffen oder stehen vor dem Bankrott. Monheim am Rhein (40.000 Einwohner) gehört zu den wenigen Städten, die künftig schwarze Zahlen schreiben.

Die Schuldenfreiheit wird heute gefeiert. Bürgermeister Daniel Zimmermann übergibt symbolisch einen Scheck an die Stadtsparkasse Düsseldorf, mit der die letzte Rate in Höhe von drei Millionen Euro beglichen wird.

Monheim reiht sich damit in die Riege der kleinstädtischen finanzpolitischen Musterkommunen im Rheinland ein. Bereits 2008 war in der Nachbarstadt Langenfeld die Schuldenuhr auf null gesprungen. Hilden und der Rhein-Kreis Neuss haben 2012 ausgeglichene Haushalte vorgelegt. Monheim erwartet im laufenden Jahr 252 Millionen Euro an Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Was ist der Schlüssel zum Erfolgsrezept?

In Monheim begann der Aufschwung mit dem Abzug der Shell-Raffinerie. Den Stadtvätern gelang es, die Altlasten zu sanieren und das Areal in einen attraktiven Gewerbepark mit Gastronomie und Rheinpromenade zu verwandeln. Heute blickt man vom künstlich angelegten Monberg auf die neu angesiedelten Unternehmen. Firmen aus dem Pharmabereich und der chemischen Industrie wurden angelockt, weil Monheim mit einem Hebesatz von 300 Punkten die geringste Gewerbesteuer in NRW erhebt. "Nach der Schuldenfreiheit fängt die Arbeit erst an", sagte Guido Krämer, der bei der Stadt den Bereich Finanzen leitet. Es komme darauf an, die Gestaltungsspielräume langfristig zu erhalten. "Wir dürfen uns nicht verhalten wie Neureiche, die das Geld mit vollen Händen ausgeben", sagt Krämer.

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Vorschläge für neue Ausgaben gibt es bereits reichlich. Der Stadtsportverband beantragte, dass die Zuschüsse für die Jugendarbeit erhöht werden. Manche Wünsche wurden bereits erfüllt. Der Beitrag für die Betreuung der Kinder ab zwei Jahren ist ab 2015 frei. Die Musikschule bekommt einen Neubau, der rund 3,5 Millionen Euro kostet.

Dass der Stadt die Schuldenfreiheit in den Schoss gefallen sei, will man in Monheim nicht bestätigen. Die Ansiedlung der neuen Firmen wäre ohne klug geführte intensive Verhandlungen nicht möglich gewesen und sei auch nicht auf das Areal am Rhein begrenzt, heißt es.

(url/das)
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