1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Monheim Im Bürgerhaus trafen Joe Wulf and The Gentlemen auf ein begeistertes Publikum.

Monheim Jazz-Konzert im Bürgerhaus : Ein Publikum – fast wie in der Carnegie Hall

Auf Einladung von Jazz in Monheim gaben Joe Wulf and The Gentlemen of Swing ein Konzert im Bürgerhaus Baumberg. Die technisch sehr versierten Musiker trafen mit ihren teilweise überraschend arrangierten Stücken auf ein begeistertes Publikum.

Über ganz Baumberg liegt ein nass-kalter Schleier grauer Tristesse. Lediglich im Bürgerhaus herrscht beste Stimmung. Grund ist das Konzert von Joe Wulf und seiner Band The Gentlemen of Swing, dem mehr als 50 Jazz-Begeisterte – an Tischen in vorgeschriebenen Abständen sitzend – zujubeln. Mehrfach musste das Konzert verschoben werden, doch jetzt sind Bandleader Joe Wulf, Posaunist, Arrangeur und Komponist sowie Vereinsvorsitzender Hans-Joachim Wegner froh, dass es endlich stattfinden kann. In seiner Begrüßung erinnert Wegner an den legendären Auftritt von Joe Wulf und seiner Band in der Festhalle Bormacher vor 15 Jahren.

Als wollte er direkt an diese Sternstunde des Oldtime Jazz in Monheim anschließen, legt das Septett mit Ralf „Mosch“ Himmler (Trompete), Peter Finken (Saxofone), Bert Brandsma (Klarinette), Jochen Schaal (Kontrabass), Frank Ludwig (Gitarre, Banjo) sowie Bernhard Flegar (Schlagzeug) mit dem jazzigen Spititual „Glory Hallelujah“ los. Es dauert nur wenige Takte, da wippen bereits Fußspitzen im Rhythmus und es würden nicht wenige im Publikum gern in den Gesang mit einstimmen. Aber singen mit Maske funktioniert leider nicht. Dieses Handicap ist jedoch nicht der Anlass, warum Joe Wulf gleich danach den Titel „I‘ve the Right to Sing the Blues“ mit seiner warmen Bariton-Stimme anstimmt. Mit dem „Original Dixieland One Step“ von Nick LaRocca aus dem Jahr 1912 spielt die Band, die nach eigenen Angaben alles spielt, was ihr gefällt, ihre große Klasse aus.

  • Gitarrist Thomas Nordhausen ist neu bei
    Kultur in Radevormwald : Feinfühliger Jazz im Bürgerhaus
  • Die Jazz-Sessions der Initiative Jazz Aktiv
    Live-Musik zum Mitmachen in Rheinberg : Die erste Jazz-Session im Adler im neuen Jahr
  • Aus seiner Heimatstadt Verona kam Roberto
    Musik in Mettmann : Stehender Applaus für Roberto Morbioli

Die Vorbilder Wulfs, dessen Repertoire vom Blues, Ragtime und Oldtime Jazz bis zum Swing der 40er und 50er Jahre reicht, sind die Posaunisten Jack Teagarden, Lawrence Brown sowie Vic Dickenson.

Die Musiker seiner Band verfügen über großes technisches Können, das auch bei hohem Tempo nie an seine Grenzen stößt, sowie über eine Routine, die jedoch nie die Spielfreude überlagert. Das Timing und das aufeinander Eingehen, förmlich jubilierende Duette, wie mitunter zwischen Sopran-Saxofon und Klarinette, die wie etwa bei Kerry Mills‘ „At a Georgia Camp Meeting“, fast schon nach musikalischen Duellen klingen, sowie virtuose Soli, fügen sich zu einem mitreißend swingenden Soundgefüge.

Auch was die Arrangements betrifft, sorgt Joe Wulf immer wieder für Überraschungen. So startet der Andrews Sisters-Erfolg „Bei mir bist du schön“ zunächst mit getragenen Klezmer-Klängen, ehe der Song dann im swingenden Big Band-Sound im Stil von Benny Goodman schnelle Fahrt aufnimmt. Mit „That‘s a Plenty“ von Lew Pollack demonstrieren das Bariton-Saxophon von Peter Finken und die Klarinette von Bert Brandsma musikalische Innigkeit, aber zugleich auch atmosphärische Spannung, die sich durchgängig auf ein begeistertes Publikum überträgt. „Das Bürgerhaus ist ja fast wie die Carnegie Hall, zumindest was das Publikum anbetrifft“, freut sich Wulf und die Fans applaudieren.