Monheimer Jugendzentrum : Haus der Jugend setzt auf digitale Spiele

In dem Freizeittreff an der Tempelhofer Straße in Monheim können Kinder und Jugendliche gratis viele Angebote nutzen – auch moderne Technik.

Im „Gaming“-Raum des Hauses der Jugend geht es heiß her. Dort sind zwei Rennsessel aufgebaut, mit denen man auf der aktuellsten Playstation und großem Fernseher richtig Gas geben kann. Das kleine mediale Spielezimmer schließt sich in dem Gebäude an der Tempelhofer Straße 17 an die Haupthalle an, zeigt Günter Pfeil. Der 54 Jahre alte Abteilungsleiter für außerschulische Bildung und Sozialarbeit ist Hauptkoordinator für das Jugendzentrum und legt Wert auf digitale Angebote. „Wir sind mit mehreren Playstations, Virtual-Reality-Brillen und programmierbaren Robotern ausgerüstet“, zählt Pfeil auf.

Die meisten Aktivitäten der jungen Besucher spielen sich zentral in der Haupthalle ab. Die Angebote wechseln zwischen Entspannung, Kreativität und Mediengestaltung.  Neben Theke, Tischen und  Sofas gibt es Kicker- und Billardtische.  Das Interesse an solch klassischen Freizeitangeboten geht nach Angaben des Schulpsychologen aber zurück. „Die Kinder und Jugendlichen spielen lieber mit den neuen Geräten.“ Das Haus der Jugend wird nach und nach medial aufgestockt. Demnächst werde ein Billardtisch durch digitale Spieletische ersetzt. Darauf seien auch traditionelle Gesellschaftsspiele wie „Monopoly“ oder „Mensch ärgere dich nicht“ möglich.

Die Versammlungs- und Besprechungsräume sind ebenso mit neuester Technik ausgerüstet – etwa einem Smartboard. Neben dem eigenen Team nutzen auch Sozialarbeiter und das Monheimer Jugendparlament die Räume. Nach Pfeils Worten soll das Jugendzentrum zu einem Bürgerhaus werden.  „Über die Jahre hat sich ein Netzwerk zwischen Jugendhaus, anderen Einrichtungen und Projekten aufgebaut. Die Grundbausteine und Ideen werden meistens hier ausgearbeitet.“ Ehemalige Besucher beteiligten sich dabei mit eigenen Vereinen. So entstand auch das Projekt „uplifted“. Ein Hip-Hop-Workshop sei für Juni geplant. Zudem gibt es Kooperationen mit dem Otto-Hahn-Gymnasium oder der Kunstschule, die in fußläufiger Entfernung sind. „Es kommen Klassen hierher, die zum Beispiel das Programmieren mit den Robotern lernen“, sagt Pfeil. „Auch unser großer Saal ist am Wochenende meistens für Veranstaltungen jeglicher Art ausgebucht.“ Er selbst sei begeistert, was man alles zusammen erreichen kann: „Alleine schafft man das nicht. Deswegen ist es toll, dass wir so vernetzt sind.“ Der Fokus des Hauses läge indes stets bei der Betreuung und Förderung der Kinder und Jugendlichen.

Neben einem mit Graffitiwand aufgehübschten Hinterhof mit Basketballkorb können sich die Jugendlichen auch im Fitnessraum auspowern. Dieser ist mit Hantelbänken, Kurz- und Langhanteln und sogar einer internen Kletterwand ausgestattet.  Als besondere Vorhaben nennt Pfeil eine Kinowoche im Mai. Zudem stehe in Kooperation mit dem Ulla-Hahn-Haus erneut eine „Spatzentour“ nach Erfurt an, wo die jungen Monheimer dann live bei dem Kinder-Medien-Festival „Goldener Spatz“ dabei sein können.