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Monheim Haus Bürgel ist jetzt Kulturerbe

Weltkulturerbe : Haus Bürgel ist jetzt Kulturerbe

Das Unesco-Welterbekomitee hat den Niedergermanischen Limes mit seinen Fundplätzen in Nordrhein-Westfalen, den Niederlanden und Rheinland-Pfalz in die Liste der Weltkulturerbestätten aufgenommen.

Im Januar 2020 ist der Antrag rausgegangen. Jetzt hat das Welterbekomitee  den Niedergermanischen Limes mit seinen Fundplätzen unter anderem in Nordrhein-Westfalen in die Liste der Unesco-Weltkulturerbestätten aufgenommen. Das teilt der Landschaftsverband Rheinland mit. Die teils 2000 Jahre alten Grenzanlagen aus römischer Zeit südlich von Bonn bis zum Seebad Katwijk in den Niederlanden gehören zum  Niedergermanischen Limes, der jetzt als Ganzes zum Weltkutlurerbe erhoben worden ist.  Dazu gehören auch die Reste des ehemalige Römerkastells von Haus Bürgel.

In Monheim ist die Freude groß. „Schön. Jetzt müssen wir nur schauen, dass es mit dem Umbau weitergeht“, sagt Bürgermeister Daniel Zimmermann. Dabei kooperiert die Stadt Monheim im Rahmen einer Gesellschaft mit der Kulturstiftung NRW und muss sich abstimmen. „Wir arbeiten noch an einem gemeinsamen  Konzept“, sagt Zimmermann.

 Die Umrisse der im Innenhof von Haus Bürgel liegenden Maternuskapelle  sind bereits 2020 sichtbar gemacht worden.
Die Umrisse der im Innenhof von Haus Bürgel liegenden Maternuskapelle  sind bereits 2020 sichtbar gemacht worden. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, gratuliert den Antragspartnern sowie den Bürgern in der Region und dankt ihnen für ihr Engagement: „Heute ist ein bedeutsamer Tag für Nordrhein-Westfalen. Wir sind mit dem Niedergermanischen Limes um ein Weltkulturerbe in Nordrhein-Westfalen reicher. Mit seiner Anerkennung als Welterbe ist der Niedergermanische Limes zugleich Teil der bereits bestehenden seriellen und länderübergreifenden Unesco-Welterbestätte ‚Frontiers of the Roman Empire – Grenzen des Römischen Reiches‘“.

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„Der Eintrag ist ein wichtiger Schritt“, sagt Manfred Klein, der die Vorbereitung für den Eintrag als Vorsitzender der ehemaligen Interessengemeinschaft Haus Bürgel über viele Jahre begleitet hat. „Haus Bürgel ist das einzige altrömische Objekt, das auf der rechten Rheinseite liegt“, sagt er. „Es gibt noch aufstehende Mauern und die Umrisse der Maternuskapelle auf diesem Grundstück sind deutlich zu sehen“.

Die Stadt Monheim hat sich auf den Eintrag vorbereitet.  2018 ist die Interessengemeinschaft Urdenbacher Kämpe  in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt worden. Die   Stadt Monheim und die NRW-Stiftung tragen diese zu je 50 Prozent.  Ziel ist es, das Ensemble in den Rheinauen für Besucher attraktiv zu gestalten und Aktionen mit den Kulturerbe-Standorten in der Region abzusprechen. Das Museum, die Kaltblutpferdezucht und die Biologische Station ziehen schon jetzt  Menschen aus der Region an.

Elke Löpke, Geschäftsführerin der Biologischen Station Haus Bürgel, sieht in dem Welterbeeintrag  eine  Chance. „Allerdings muss man auch bei steigender Bekanntheit und höheren Besucherzahlen die Interessen aller Nutzer im Auge behalten“, mahnt sie. Vor allem der Naturschutz müsse ausreichend berücksichtigt werden. Nächtliches Anstrahlen des Gebäudes etwa und zusätzlicher Lärm wäre vor allem für die Tierwelt schädlich. Auch sieht sie noch nicht, wie in der Wasserschutzzone II noch weitere Parkplätze entstehen sollen. „Alternativen könnten Planwagen-Fahrten, Busse oder römische Streitwagen sein, die Besucher zu ihrem Ziel bringen“, nennt sie ihre Vorschläge. „Wir sind in regelmäßigem Austausch mit der Stadt“, hofft Löpke auf eine verträgliche Lösung für Naturschutz, Kaltblutzucht und Museumsbetrieb.

Geplant ist bis jetzt auch, über dem Stall (hinter der biologischen Station) einen Multifunktionsraum für Vorträge, Sitzungen, Ausstellungen und Workshops einzurichten – für alle, die mehr über das Leben der Römer und den Niedergermanischen Limes erfahren wollen.

Dieser entspricht auf etwa 400 Kilometern Länge der Außengrenze des Römischen Imperiums in der Zeit von etwa 19 vor Christus bis etwa 430 nach Christus. Da der Rhein die Grenze war, heißt er der „nasse Limes“. Bis zu 30.000 Soldaten hatten die Römer zeitweise überwiegend am westlichen Ufer stationiert. „Das war ein Schwerpunkt der römischen Armee“, erläutert Steve Bödecker, NRW-Limes-Beauftragter. In NRW waren Bonn, Köln, Neuss, Xanten, Kalkar oder Kleve Standorte der Römer.