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Monheim Friedenskirche ist jetzt ein Denkmal

Monheim · Auf Grundlage eines LVR-Gutachtens wurde das Bauwerk von Walter Maria Förderer in die Denkmalliste der Stadt Monheim eingetragen.

 Die Friedenskirche in Baumberg steht aufgrund ihrer ungewöhnlichen Architektur unter Schutz.

Die Friedenskirche in Baumberg steht aufgrund ihrer ungewöhnlichen Architektur unter Schutz.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Die Friedenskirche ist ein Denkmal. Bereits im Februar erfolgte die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt, berichtet Anett Mesletzsky von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt. Die „innen wie außen vollständig in Sichtbeton ausgeführte“ Kirche und das Gemeindehaus  stünden „exemplarisch für die künstlerisch radikale Handschrift Förderers, der, von der Bildhauerei herkommend, als Architekt begehbare Skulpturen schuf“, hatte Dr. Sven Kuhrau vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege in seinem Gutachten dargelegt.

Während andere evangelische Kirchenbauten im Rheinland  wegen der sehr eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten der Gemeinden eher bescheiden ausgefallen seien, stelle das evangelische Gemeindezentrum in Baumberg einen „Hauptbau von überregionaler Ausstrahlung“ dar.

Als multifunktionale Anlage bilde das Gemeindezentrum die divergierenden Ziele damaligen kirchlichen Bauens ab: „Schwellensenkung und Sitz im Leben auf der einen, Sakralität auf der anderen Seite.“ Walter Maria Förderer habe den Kirchenbau seiner Zeit als Architekturtheoretiker maßgeblich mitbestimmt. Das Gemeindezentrum zeige beispielhaft seine künstlerische und politische Haltung und ist in Deutschland „sein bedeutendstes Werk“.

Die Unterschutzstellung bedingt, dass die evangelische Gemeinde für die dringend notwendige Betonsanierung eine denkmalrechtliche Erlaubnis benötigt, die mit dem Rheinische Amt für Denkmalpflege abgestimmt werden wird, so Mesletzky.

Es sei schwierig, ein auf Betonsanierung spezialisiertes Unternehmen zu finden, sagt Kurt Holz, Vorsitzender des Presbyteriums. Eine Firma, mit der man lange im Gespräch gewesen sei, habe letztlich abgesagt. „Wir wissen also noch nicht, ob wir nur einige Stellen ausbessern oder die gesamte Außenhaut sanieren müssen“, so Holz. Vor letzterem graut es ihm, wenn er sich angesichts des  sehr verschachtelten Baukörpers allein die Gerüstkosten vor Augen führt. Erst wenn ein Gutachten vorliege, könne man die Kosten für die Sanierung überhaupt abschätzen.

„Eigentlich brauchen wir nur den Nachweis, dass es sich um eine Fachfirma handelt“, sagt Claudia Jung von der Bauaufsicht. Ansonsten handele es sich um ganz normale Betonsanierung, wie man sie auch an nicht denkmalgeschützten Bauwerken vornehme.

 Für die Evangelische Kirchengemeinde Monheim formte Walter Maria Förderer bis 1974 ein zerklüftetes Betongebirge. Zu diesem außergewöhnlichen Gemeindezentrum soll der Schweizer Architekt durch seine heimische Berglandschaft inspiriert worden sein. Die Evangelische Friedenskirche ist  Teil der „Straße der Moderne“, die vom Deutschen Liturgischen Institut (DLI) initiiert wurde.

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