Monheim: Doppel-Kita am Mona Mare ist in Betrieb gegangen

Monheim : Monheim hat einen neuen Kindergarten

Die Don-Bosco-Kita des SKFM beherbergt neun Gruppen, allerdings sind erst vier bezogen. Ende des Jahres sollen alle Plätze belegt sein.

Natürliche Behaglichkeit durch viel Grün und den Baustoff Holz soll die neue Doppel-Kita auf dem ehemaligen Freibadgelände neben dem Mona Mare ausstrahlen. Schon der überdachte Vorplatz zwischen den beiden Gebäuden  lädt den Besucher ein, sich auf großen Holzpodesten unter recht ansehnlichen Olivenbäumen niederzulassen. Eine Terrassengestaltung wie aus einem Hochglanzmagazin. Unter dem Glasdach versammelte sich gestern eine Festgemeinde, um die Übergabe des Gebäudekomplexes an den Träger, den Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer (SKFM), zu feiern. „Es ist die erste von zehn Kitas, die im Bau oder noch im Planungsstadium sind, um die hohe Nachfrage zu befriedigen“, erklärte Bürgermeister Daniel Zimmermann. Der Name eines katholischen Geistlichen aus dem 19. Jahrhundert passe gut zu der Straße, die nach einem islamischen Gelehrten aus dem 13. Jahrhundert, Mevlana Rumi, benannt ist, der für sein humanistisches Weltbild bekannt sei, sagte Zimmermann. SKFM-Geschäftsführer Elmar Borgmann betonte, dass für den Träger die Religionszugehörigkeit keine Rolle spiele, entscheidend sei das Kindsein. Man werde aber katholische Werte in die Erziehung einfließen lassen. Auch die bereits am 15. April eingezogenen Kinder der fünfgruppigen Einrichtung betonten singend, „Kinder einer Welt“ zu sein.

Die beiden Gebäude lassen Raum für alle denkbaren pädagogischen Konzepte. Die Gruppenräume sind jeweils um eine zentrale Halle angelegt. „Einige Kitas haben die Gruppenstrukturen so aufgebrochen, dass man die Halle gemeinsam zum Spielen oder Essen nutzt“, erklärt die städtische Bereichsleiterin Simone Feldmann. Der Mehrzweckraum lässt sich gänzlich zur Halle öffnen – für Elternabende oder größere Veranstaltungen. „Die Turnhalle hat eine größere Raumhöhe und ist schallgedämmt“, erklärt Architekt Michael Nagy, in Monheim so etwas wie der „Kita-Generalplaner“. Enthusiastisch führt er die Besucher durch die Einrichtung und erfreut sich an den Komponenten seines wohldurchdachten Konzepts: dem Kinderwagenabstellraum, dem Abstellraum für die „Jäger-und-Sammler-Gattung Erzieher“, dem Nebeneingang zur gläsernen Küche für die Essensanlieferung (damit kein Dreck reingetragen wird), dem Duschbecken neben dem Wickeltisch und dem Gartenzugang zu den Sanitärräumen (wegen des Drecks). Nagy lobt die Stadt für das großzügige Raumangebot und dafür, dass sie auch sonst nicht knickerig war und eine teure Spülrinne für die Bäder angeschafft hat. Als weiteres Wasserplanschangebot.  Die elektrischen Armaturen lassen – an Tagen ohne Kitabetrieb – das Wasser laufen, damit regelmäßig etwaige Legionellen herausgespült werden. Der Clou der Anlage ist aber das Außengelände, das an die Bürgerwiese grenzt und somit ein Spielen mit Aussicht garantiert. Sandkästen nahe am Haus, ein Kriechtunnel durch künstliche angelegte Hügel, Baumstämme zum Klettern, eine Kletterlandschaft aus Holz, eine Bühne mit Baumstümpfen als Sitzen, Weidentipis und eine Wasserpumpe, die über hölzerne Rinnen das Wasser einem künstlichen Bachlauf zuführt, der in einem Matschbecken mündet. In dieser Spiellandschaft sorgen größere Bäume und Findlinge  für naturnahes Flair. „Ein Traum“, fasst Kita-Leiterin Wencke Thomas zusammen. Nagy: „Nichts für Eltern, die erwarten, dass ihr Kind sauber nach Hause kommt.“

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