Monheim Die Lüpertz’ „Leda“ wird enthüllt

Skulptur in Monheim : „Leda“ von Markus Lüpertz wird enthüllt

Noch steht die Skulptur verhüllt auf dem Sockel. Am Samstag feiert die Stadt Monheim ihr neues Kunstwerk mit Bürgern.

Nein. Es ist nicht die Freiheitsstatue, die auf dem Liberty Island vor New York emporragt. Es ist die Gänseliesel, die in Monheim am Rheinufer steht und weithin sichtbar ist. Am Samstag wird sie enthüllt. Ihr Schöpfer, Professor Dr. Markus Lüpertz, nennt sie „Leda“. Und das hat auch etwas mit Freiheit zu tun. Mit „der Freiheit, kein Knecht des Gegenständlichen zu sein“, sagt  Lüpertz in der Monheimer Kulturraffinerie K 714.

Ein Jahr lang hat sich der langjährige Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie mit dem Thema beschäftigt. Die Stationen der Entwicklung sind in der Kulturraffinerie  ausgestellt. „Mich hat das Spiel zwischen Figur und Tier gereizt“, erläutert er den Prozess. Die Gänseliesel im Wappen der Stadt Monheim ist liebenswert“, sagt Lüpertz. „Wie aus einem Märchenbuch.“ Doch er habe sich gefragt, wie er das Thema heute angehen kann. Und wie so oft, ist ihm die Mythologie zu Hilfe geeilt. „Leda“ ist der Arbeitstitel der Skulptur.

Und Lüpertz gräbt, visualisiert am Anfang das Ei, empfindet eine Gans nach, lässt skurrile Modelle entstehen, die aus einem Guss Figur und Tier zeigen, mit Köpfen, die an Lüpertz eigenen erinnern.  Langsam schält sich die mythische Frauengestalt aus den Entwürfen, mit nur einem Arm. Die Gans ersetzt den zweiten, der dennoch zur Hälfte vorhanden ist. Symbiose. Brüche im Gips, Farbvarianten, die die Präsenz der Form testen, sind in der Halle zu sehen, die Kulturwerke-Chef  Martin Witkowski in Ausstellungsräume unterteilt hat. Holzschnitte zeigen die Skulptur in unterschiedlichen Farbkombinationen.

700.000 Euro hat die Stadt sich das Kunstwerk kosten lassen. „Für die Stadt Monheim ist die Ankunft der Gänseliesel ein großer Tag“, sagt Bürgermeister Daniel Zimmermann und freut sich, dass er einen so renommierten Künstler gewonnen hat. „Vor einem Jahr sind wir durch die Stadt gelaufen und haben Orte in den Blick genommen, wo die Gänseliesel stehen könnte“, erinnert er sich. Und Lüpertz hat sich für das Rheinufer entschieden, direkt unterhalb des Landschaftsbalkons. „Die Skulptur muss  mit Erde verbunden sein“, findet Lüpertz.

Der Düsseldorfer Künstler  lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt, die er als sehr kunstfreundlich empfindet. Der Geist, mit dem er aufgenommen wurde, habe ihn beflügelt. „Denn“, und darauf legt Lüpertz größten Wert, „ein Künstler braucht die Unabhängigkeit.  Für Alibi-Kunst bin ich nicht zu haben“, macht der 78-Jährige klar, der im eleganten Outfit mit blankpolierten Lackschuhen, Hut und Trenchcoat die Hallen der Kulturraffinerie durchwandert  und den Entstehungsprozess erläutert.  „Jetzt warte ich mit klopfendem Herzen, wie sich die Figur auf dem Sockel verhält und hoffe auf die Begeisterung des Publikums.“

Ein Leda-Modell aus der Ausstellung. Foto: RP/Heike Schoog
Millimeterarbeit:  Die Lüpertz-Skulptur wird auf den Sockel gehoben. . Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Das hat am Samstag das Wort. Zur feierlichen Enthüllung  der 3,50 Meter hohen Skulptur, die auf einem 7,50 Meter hohen Sockel thront,  sind Gäste an der Rheinpromenade willkommen. Um 11 Uhr geht es in Höhe des Landschaftsbalkons los. Professor Peter M. Lynen, früherer Kanzler der Kunstakademie Düsseldorf, wird in das Gesamtwerk von Lüpertz einführen. Anschließend stellt  der Künstler seine „Leda“ vor, die er vom Anfang bis zum Ende auch handwerklich umgesetzt hat. Meisterlich. Individuell. Freiheitlich.

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