Monheim Der Spielmann herzt die Gänseliesel

Brauchtum : Der Spielmann herzt die Gänseliesel

Monheims Jecken freuen sich: Nach des Fiedlers Ankunft ist die Session nicht mehr fern.

Das eine liegt 404 Jahre zurück, das andere steht uns in 70 Tagen bevor: Gestern verbanden sich am Rheinufer wieder die Fäden von Monheimer Sagenwelt und Brauchtum. 404 Jahre nach dem Original-Spielmann setzte sein x-ter Nachfolger, Hendrik Klenner, über den Rhein, um seine Gänseliesel, Hanne Klenner, in die Arme zu schließen. Neben Monheims bekanntestem Mädel begrüßten den fidelen Jung etliche Karnevalisten. Für sie ist die Spätsommer-Tradition „D’r Spilles kütt“ das Signal, sich allmählich für den Fastelovend warmzulaufen – der in 70 Tagen mit dem Schelmenwecken am elften Elften beginnt.

Im Jahre 1615 kam der Ur-Spielmann indes nicht mit der Fähre – er soll zu Fuß durch den Rhein gewatet sein. Drückend heißer Sommer, Dürre, Niedrigwasser – wir kennen das auch heute wieder. „Es war sonntags in Monheim, gerade die Hochmesse beendigt und an dem Rheine sah man viele Menschen versammelt, welche sich über den niedrigen Wasserstand wunderten“, heißt es in den Annalen der Großen Monheimer Karnevalsgesellschaft (Gromoka): „Da kam der lustige Spielmann ... er watete geigend durch den Rhein. Das Wasser reichte ihm fast bis an die Achsel; aber er hielt die Geige empor und fiedelte seine lustigsten Weisen so geschickt, als sei er auf dem Tanzboden gewesen.“

(gut)
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