Monheim Der „Forest Bus“  bringt den Wald in die Stadt

Monheim Forest-Bus : Der „Forest Bus“ bringt den Wald in die Stadt

Das Kunstwerk von Ellen Bornkessel lässt Wald durch die Stadt fahren. Drei Monate lang ist das Grün auf Rädern in Monheim zu sehen.

Der Wald-Bus steht als Zeichen für den Klimaschutz. Die Künstlerin Ellen Bornkessel und die Bahnen der Stadt Monheim (BSM) haben gemeinsam den „Forest Bus“ kreiert. Das öffentliche Verkehrsmittel ist komplett mit einer grünen Wald-Fassade beklebt. Neben dieser Besonderheit können Reisende im Bus auch Gerüche aus dem Wildwald des Sauerlands wahrnehmen. Durch Luftschläuche in der Dachleiste des Busses werden immunstärkende und antibakterielle Düfte in den Innenraum abgegeben, die frei von Allergenen seien, so beschreibt es Bürgermeister Daniel Zimmermann. Laut Bornkessel könne man auch Gerüche wie Moos und Erde wahrnehmen.

Der Bus ist Teil des Projektes „Embassy of Trees“ (Botschaft des Waldes), das die Künstlerin seit bereits drei Jahren leitet. Unter anderem konnte man bereits 2018 vor dem Kölner Dom eine hundert Meter lange Fotoinstallation mit einem Waldmotiv begutachten. Das begeisterte 140.000 Menschen. Die Fotokünstlerin Bornkessel möchte „den Bäumen eine Stimme geben“. Das Projekt begann, als sie während ihrer Fotografie-Arbeit im Wald einen leichten Smog wahrnahm und bestürzt darüber war, wie sehr der Wald  dadurch geschädigt wurde.

„Ich möchte die Natur sichtbar machen, die uns fehlt“, benennt Bornkessel ihr Ziel. „Die Menschen sollen den Mut haben, mit der Natur zu leben und sie nicht zu zerstören.“ Der Bus soll dabei helfen, die Verbundenheit mit der Natur spielerisch und leicht wieder zu erwecken. Der Kurator des Projektes Fabian Lasarzik erklärt, dass Kunst in der Öffentlichkeit viel natürlicher wirke als im Museum, da jeder Betrachter, ob indirekt oder direkt,  seine eigene Sichtweise erschaffen könne. So werde auch der „Forest Bus“ Fragen aufwerfen, die jeder für sich selbst beantworten müsse. Der Klimaschutz komme durch die Schönheit der Kunst ins Gespräch.

 „Bornkessel erschafft durch ihre Kunst Parallelwelten, in die wir eintauchen können“, findet Fabian Lasarzik. Die Natur sei vielen fremd geworden, da wir sie als Menschen vernachlässigt hätten. Mit „Embassy of Trees“ soll sie zurück ins Bewusstsein geholt werden, „damit wir mehr und besser auf sie Acht geben“.

Bei den Bahnen der Stadt Monheim war man gleich begeistert von dem Projekt. „Der Öffentliche-Personen-Nahverkehr   steht für Klimaschutz und macht solche Projekte möglich“, sagt BSM-Geschäftsführer Detlef Hövermann. „Wir finden den Bus gelungen und denken, dass er die für den Klimaschutz nötige Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird“. Die Monhemer Stadttochter BSM  übernahm die vollen Projekt-Kosten von rund 50.000 Euro. Der Bus wird bis zum 3. Mai auf diversen Buslinien in Monheim und der Umgebung – darunter Langenfeld, Leverkusen und Düsseldorf – eingesetzt. Ab April sollen die Busfahrten durch das ÖPNV-Projekt für alle  Bürger der Umgebung kostenfrei werden. Dann können sie die Reise mit dem fahrenden Wald auch ohne Zusatzkosten antreten.

Daniel Zimmermann kündigt an, dass weitere Kunst-Projekte für den Klimaschutz geplant seien. Es gebe  schon Gespräche mit diversen Künstlern. Genauere Informationen hat er dazu aber noch nicht gegeben.