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Monheim Das Gymnasium lässt Schüler ab Mittwoch zu zwei Zeiten anreisen - um Ansammlungen zu verhindern.

Monheim : Gymnasium fährt zwei Unterrichtszeiten

Am Mittwoch beginnt die Schule – unter strengen Auflagen. Das OHG bemüht sich, Schülerströme und -bewegungen auf ein Minimium zu reduzieren und trennt sich von einigen Errungenschaften.

Zum ersten Mal seit fünf Monaten sollen ab Mittwoch wieder alle Schüler in NRW die Schule besuchen dürfen. Mit ihren neuen Richtlinien für einen „angepassten Schulbetrieb in Corona-Zeiten“ geht die Schulministerin nach eigenem Bekunden „so weit wie kein anderes Land“. Begründet wird dies unter anderem „mit den Unsicherheiten verbunden mit der Reisesaison.“

„Die Regelungen waren absehbar, überrascht hat uns aber die Maskenpflicht auch während des Unterrichts“, sagt Hagen Bastian, Schulleiter des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG). Aber wenn es helfe, dass Präsenzunterricht stattfinden könne, dann müsse man dies akzeptieren. Er könne seine Kollegen wohl auch nicht aus der Pflicht entlassen, die Maske zu tragen, weil die erforderlichen 1,50 Meter Abstand in den vollen Klassen kaum einzuhalten seien. Immerhin seien aber alle Lehrer mit Schlüsseln ausgestattet, um die Fenster zur Lüftung öffnen zu können. „Auch die Türen bleiben offen.“

Zum Schulstart hat das Gymnasium einige Neuerungen eingeführt, um die Schülerströme in Rinnsale zu verwandeln. So wurden die Unterrichtszeiten jahrgangsweise um zehn Minuten versetzt, demnach soll die erste Gruppe bereits um 7.50 Uhr anreisen, die zweite um acht Uhr. „Um das Gedränge in den Fluren zu verringern, sollen die Schüler nicht zu früh kommen und sich direkt in ihren Klassenraum begeben“, erläutert Bastian. Die Schule hat dazu auch ihr Lehrerraum-Prinzip aufgegeben. Jetzt wird jeder Klasse ein Raum zugewiesen. Die Bahnen der Stadt Monheim müssen ihre Busse folglich öfter fahren lassen, um den Schülerverkehr zu entzerren. „Wir bieten jetzt 26 statt bisher 16 Fahrten an“, sagt Geschäftsführer Detlef Hövermann. Die zehn Minuten Abstand sind der Notwendigkeit geschuldet, dass ein Bus hintereinander zwei Fuhren Schüler abliefern muss. Nachdem man sich vergangene Woche mit dem Schulverwaltungsamt und den Schulleitungen zusammengesetzt hatte, habe man einige Tage Vorlauf benötigt, um diese Wünsche umzusetzen. „Wir müssen schließlich dafür Dienstpläne anpassen und diese mit dem Betriebsrat abstimmen“, so Hövermann.

Nachvollziehbar ist, dass am OHG nicht mehr der Schulgong die zwei Unterrichtszeiten vorgeben kann, er wurde kurzerhand ausgestellt. Und wo kein Gong das Unterrichtsende verkündet, gibt es auch kein erleichtertes Aufatmen und kollektives Erheben mehr, um möglichst schnell auf den Pausenhof zu entkommen. Es gibt nur noch eine Pause, teilt Schulleiter Bastian mit, je nach Jahrgang zu zwei unterschiedlichen Zeiten, damit sich die Schüler nicht in den engen Fluren knubbeln. Die kurzen Pausen sollen die Schüler in ihrem Klassenraum verbringen, und dort ihr Butterbrot mümmeln. Während der Unterricht insgesamt komplett stattfinden soll, sollen die Schüler nur noch einmal wöchentlich Sport treiben, damit sich maximal eine Klasse in der Sporthalle aufhält. Auch der Schwimmunterricht wird auf diejenigen Schüler reduziert, die einen dringenden Bedarf haben. Nur die Oberstufenschüler werden ihren vollen Sportunterricht erhalten, wenn auch vor allem im Freien.

Die Peter-Ustinov-Gesamtschule erinnert die Eltern an ihre Pflicht, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder jeden Morgen eine Maske dabei haben. Andernfalls würden sie nach Hause geschickt. Auch solche Kinder, die Covid-19-Symptome zeigten, müssten den Rückweg antreten, teilt Schulleiter Ralf Sänger mit. Dazu zähle auch ein Schnupfen. „Wir haben den Schulen 1400 Einweg-Masken für den Anfangsbedarf zur Verfügung gestellt“, sagt Bereichsleiter Peter Heimann. Das seien Reserven für unvorhersehbare Fälle. Generell sei es Sache der Eltern, für ausreichend Masken zu sorgen – so wie für die normalen Unterrichtsmaterialien auch.