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Monheim: ComedianTill Hoheneder gastiert am Samstag mit Atze Schröder in der Aula.

Monheim : Atze und Till machen Komik in Monheim

Till Hoheneder gastiert am Samstag mit Atze Schröder in der Monheimer Aula.

Hoheneder, der früher Teil des Musikkabarett-Trios „Till und Obel“ war, steht zum ersten Mal mit dem Miniplee-Träger Atze Schröder als Comedy-Duo auf der Bühne. Er stammt aus Hamm, wo er mit seiner Familie lebt. Hoheneder ist als Bestseller-Autor erfolgreich. Atze Schröder ist bekannt aus diversen TV-Comedyshows, die er zum Teil auch moderiert hat.

Von 1985 bis 2002 waren sie Teil von Till und Obel und haben zu Dritt internationale Rockstars gecovert und parodiert. Danach waren Sie als Solokünstler unterwegs…

Hoheneder …das funktionierte nicht, weil die Leute Till und Obel stehen wollten und nicht nur Till. Da ich meine vier Kinder ernähren musste, habe ich begonnen, für andere zu schreiben: für Gaby Köster und später auch für Atze. Wir hatten alle das gleiche Management und die haben das angeregt. Ich wollte erst gar nicht, denn ich kannte Atze von früher, als er mit seiner Band „The Prolls“ als Vorgruppe von Till und Obel aufgetreten ist. Ich dachte: Da prallen zwei Alphatiere aufeinander. Tatsächlich sind wir uns vor dem Treffen mit dem Management auf dem Parkplatz begegnet und dort ist gleich die erste Nummer entstanden. Seit 2005 schreiben wir jetzt zusammen Programme und Gags und haben schon drei Comedypreise gewonnen. Wir telefonieren eigentlich täglich.

Sie sind Autor. Was schreiben Sie noch außer Gags?

Hoheneder Ich habe mit Gaby Köster „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“ geschrieben, mit Atze „Und dann kam Ute“ sowie „Der Turbo von Marrakesch“, mit Horst Lichter „Keine Zeit für Arschlöcher“ und mit Mike Krüger dessen Biographie: „Mein Gott, Walther: Das Leben ist oft Plan B.“ Als Autor bin ich schön im Hintergrund und eigentlich habe ich mich immer ganz wohlgefühlt in der zweiten Reihe.

Wir kommt es, dass Sie trotzdem nach langer Bühnenabstinenz jetzt zusammen mit Atze Schröder die „Zärtlichen Cousinen“ geben?


Hoheneder
Die Anregung kam von Atze. Er schlug vor, wir könnten doch mal zusammen ein paar Termine spielen. Ich habe gesagt. ‚Na klar‘, aber das erst gar nicht ernst genommen. Dabei hatten schon öfter Leute gesagt: Ihr seid zwei Laberfürsten, ihr solltet zusammen auftreten. Nach nur zwei Wochen traf eine E-Mail mit einem Tour-Plan ein. Zehn Termine, da sagt man nicht ‚nein‘ als altes Bühnentier. Da fangen die Nasenflügel an zu beben und der alte Drache wird geweckt. Wir haben dann zunächst ein Zärtliche-Cousinen-Podcast produziert, das innerhalb kürzester Zeit 15.000 Mal heruntergeladen worden ist und jetzt haben wir ein Programm zusammengestellt.

Im Pressetext ist von „Best of“ und „Erlebnisse aus 30 Jahren Comedybusiness“ die Rede – das klingt nicht nach etwas Neuem, sondern eher nach einem Nostalgie-Programm für Fans und Eingeweihte. Ist das so gemeint?

Hoheneder Ich schätze, 10-20 Prozent der Tickets gehen an Leute, die uns von früher kennen. Die werden natürlich bedient. Atze bittet mich, seine Lieblingsnummer von mir, die Sinatra-Parodie, die ich unter anderem im Rockpalast gespielt habe, noch einmal zu spielen. Ich bitte ihn, eine seiner Nummern, die ich besonders gern mag, zu wiederholen. Es werden aber nicht nur alte Kamellen aufgewärmt. Wir werden zum Beispiel erzählen, wie die eine oder andere Nummer entstanden ist oder wir lesen aus „Und dann kam Ute“ und erzählen dann Anekdoten dazu. Das wird ein Kessel Buntes, da ist bestimmt für jeden etwas dabei. Ich würd’s mir angucken.

Wer gehört zu Ihrer Zielgruppe?

Hoheneder Alle, die gute Unterhaltung mögen und Atze lustig finden.

Was verstehen Sie unter guter Unterhaltung?

Hoheneder Nicht selbstverliebtes Herumgockeln – dem Publikum muss es gefallen. Atze und ich haben noch die harte Schule in Sachen Unterhaltung durchlaufen: wir haben vor 10, 15 Leuten gespielt, da musste man sich durchbeißen. Wir spielen auch nicht einfach alte Nummern, sondern haben die überarbeitet.

Was ist mit Ihrer alten Sinatra-Parodie, wenn der alte Mann vergeblich versucht, den Text auf dem Monitor zu lesen und dann improvisiert?

Hoheneder Tatsächlich habe ich diese Nummer gerade vor unserem Gespräch geübt: ‚Hello again, you old motherfuckers‘. (lacht.) Eins habe ich schon mal geändert: Ich falle nicht mehr vom Hocker, wenn ich auf der Bühne einschlafe. Das hat mir damals einige schmerzhafte Prellungen eingebracht, das muss ich mit 53 Jahren nicht mehr haben.

Gesetzt den Fall, die „Zärtlichen Cousinen“ kommen gut an: Werden Sie dann wieder regelmäßig auf der Bühne stehen?

Hoheneder Erst einmal sind weitere Podcasts geplant. Liveauftritte? Ich sag mal: Bei Bedarf und Lust.

(ilpl)