1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Monheim: Brinkhaus ist auf Zuhör-Tour in Monheim.

Monheim : CDU-Bundestagsfraktionschef besucht Monheim

Ralph Brinkhaus auf Zuhörtour im Kreis Mettmann: Es geht unter anderem um Klimawandel, Digitalisierung und E-Mobilität.

Die CDU muss ihre politischen Erfolge besser kommunizieren, inneren Zusammenhalt demonstrieren und ihre politischen Talente mehr ins Rampenlicht stellen. Das sind einige der Wünsche, die CDU-Mitglieder aus dem Kreis Mettmann Ralph Brinkhaus mit auf den Weg gaben.  Der Vorsitzende der Bundestagsfraktion war auf seiner Zuhörtour zu Gast in Monheim, um zu erfahren, was die Menschen im Kreis bewegt.

Die Verluste bei der Europawahl wirken schmerzlich nach. Warum lässt sich die CDU in der Klimadebatte abhängen, fragte ein früherer Geschäftsführer des Bergischen-Rheinischen Wasserverbandes. „Da kommt so wenig.“ Brinkhaus, der sich betont positiv zu den Schüler-Protesten äußerte, räumt ein, dass man politische Erfolge wie das Kyoto-Protokoll und das Pariser Klimaabkommen „nicht gut genug verkauft“ habe. Auch das verfehlen des selbstgesetzten Zieles, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren,  habe Glaubwürdigkeit gekostet. Früher habe die CDU glaubwürdige Umweltpolitiker gehabt. Ein zeitgemäßer Konservatismus nach Andreas Rödder bedeute, dass man den Klimawandel so gestalten müsse, dass alle mitkommen. Denn ganz sicher werde dieser nicht nachteilsfrei erfolgen.

Ein Erkrather vermisste den nötigen parteiinternen Beistand für die Parteivorsitzende, während die Medien „Petitessen“ aufgebauscht hätten. Brinkhaus berichtete, dass man ihn in seiner kurzen Amtszeit auch schon hoch- und runtergeschrieben habe. Da müsse man stehen wie eine Eiche. Wichtig sei, diese medialen Wetterkapriolen nicht zum Anlass einer Selbstzerfleischung zu nehmen, das überlasse man lieber anderen Parteien.

Eine Architektin sprach Probleme der Baubranche, wie den Flächenverbrauch, die Endlichkeit des Baumaterials Sand und die fehlende Infrastruktur für E-Mobilität an.  „Wir brauchen Trafo-Stationen für Tiefgaragen“, sagte sie. Schätzungen zufolge würden 300.000 Ladestationen im Lande benötigt, bestätigte Brinkhaus. Weil in den Ballungsräumen Flächen knapp und teuer seien, versuchten die Bayern neue Industrieanlagen in die Peripherie zu verlagern. Aber dort wollten junge Beschäftigte nicht leben, die strebten in die Großstädte. „Wir müssen den ländlichen Raum attraktiver machen“, sagte er.

Alle News und Infos zu Ralph Brinkhaus erhalten Sie hier.

Beim Thema Digitalisierung räumte er einen gewaltigen Rückstand in der öffentlichen Verwaltung ein, es gebe da allerdings auch ein analoges Vernetzungsproblem: Man müsse mit 16 Bundesländern verhandeln. Er sei zuversichtlich, dass die Digitalisierung auch helfen könne, den hohen Personalbedarf in der Pflege zu reduzieren. Es werde an der Entwicklung von Pflegebetten geforscht, die über Sensoren die Vitalfunktionen des Patienten messen könnten. In Spiegeln eingebaute Computer könnten über Kameras die Morgentoilette eines Demenzpatienten überwachen. Er outete sich als ein Fan autonomen Fahrens: „Man braucht kein eigenes Auto mehr, sondern bestellt eines, das dann im Lauf des Tages mehrere Fahrten absolviert.“  Seine Mitarbeiter in Berlin würden sich nur noch per Car-Sharing fortbewegen.

Die örtliche Bundestagsabgeordnete Michaela Noll griff das Thema Transparenz auf und lobte ausdrücklich Landesinnenminister Herbert Reul (CDU), der  mit seiner Null-Toleranz-Politik gegen kriminelle Clans endlich Grenzen ziehe und auch Polizeiarbeit transparent mache. „Das Feedback aus der Bevölkerung ist sehr gut“, sagt sie. Und sie lobte Brinkhaus, der für ein gutes Klima in der Fraktion sorge und auch den vielen Experten in der Partei ein Gesicht gebe, indem er sie vor die Kameras hole.