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Monheim: Bibliothek soll zum Lernort werden

Konzept im Kulturausschuss vorgestellt : Bibliothek soll zum Lernort werden

Andreas Franke plant einen Makerspace und eine Bühne, die durch einen Vorhang schallisoliert werden kann. Insgesamt soll bei der Stadtbibliothek das 70er-Jahre-Design der Lounge fortgesetzt werden.

Die Zeiten, in denen der Leser in der Bibliothek durch stille Schluchten wandelte, links und rechts emporragende Bücherwände, sie sind vorbei. Die Stadtbibliothek soll ein Ort werden, an dem neben dem Lesen und Stöbern das Lernen und die Begegnung groß geschrieben werden. Am Dienstagabend stellte Andreas Franke im Kulturausschuss sein innenarchitektonisches Konzept vor, das das 70er-Jahre-Design der bereits fertiggestellten Lounge auf die übrigen Bibliotheksbereiche überträgt.

Das Schülercenter wurde bereits ins Erdgeschoss verlegt und nimmt künftig den Bereich rechts der Wendeltreppe ein, es ist in drei Funktionsräume aufgeteilt. In der Mitte befindet sich ein Podest, das von zwei fest eingebauten Sofas eingerahmt als Bühne für Lesungen und Kleinkunst dienen kann. Durch schwere Samtvorhänge kann dieser Bereich auch schallisolierend abgetrennt werden. Flankiert wird die Bühne von zwei großen Arbeitsplätzen, langen Tischen, die zum einen den „Makerspace“ ausmachen, der mit 3-D-Drucker und Roboting zum Experimentieren einlädt. Ein weiterer soll dem Lernen vorbehalten sein. Entlang der Fensterfront zieht sich eine Workbar mit vielen separaten Arbeitsplätzen. Als dekoratives Sichtschutzelement hängen – ganz 70er – mit Makramee-Garn bespannte Rahmen an den Fenstern. Bücher und Materialien sind in mobilen Lowboards verstaut.

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Die Galerie wird in die vier literarischen Themenbereiche Krimi, Fantasy, Liebe/Familie und Vermischtes aufgeteilt. Die weitere Planung auch für die Kinderbibliothek wurde von Franke eher skizziert. So gibt es erste Ideen für die Kinderbibliothek, die ein „Gleichgewicht von Rückzug und offensiver Nutzung“ bieten soll, etwa eine Projektionswand fürs Gaming und Fatboys zum Fläzen.

Überraschend scharf kritisierte Peter Werner (CDU) im Kulturausschuss, die Vorlage der Verwaltung zu dem Tagesordnungspunkt mit ihrer ein Jahr alten Skizze sei „eine Zumutung“. Er beklagte, dass den Oppositionsparteien ständig Informationen vorenthalten würden, und ihnen dann zur sofortigen Beschlussfassung Projekte vorgelegt würden, die insgeheim sei Monaten und Jahren in Planung seien. Die Folge: unentwegte  Kostensteigerungen, die dann von der Verwaltung mit der nur unvollständigen Anfangsplanung begründet würden.

Der sichtlich pikierte Architekt versicherte, dass seine Zahlen valide seien, und die veranschlagten 640.000 Euro auskömmlich. Er habe erst vor drei Wochen den Auftrag zur Vorplanung erhalten und nun ein 40-seitiges Konzept ausgearbeitet. Dezernent Roland Liebermann verwies auf den Hinweis in der Vorlage, dass darin die Präsentation des Architekten angekündigt worden war und bis zur Ratssitzung eine detaillierte Kostenberechnung vorliegen soll. „Wir würden die Dinge gerne noch vor der Sommerpause anpacken.“ Dem von der CDU angeregten Abriss und Neubau des Kulturzentrums setzte er das positive Votum der Bürger bei der Onlinebeteiligung zum Haushalt entgegen. „Der Bürgermeister mag das Gebäude, es hat einen Campus- Charakter, eine Stadt lebt nicht nur von Neubauten“, ergänzte Architekt Franke. Die Beton-Rasterstruktur und die Holzdecken seien wichtige erhaltenswerte Elemente.

Petra Baumann (SKFM) sorgt sich, dass gerade der Beton leicht Schall übertrage und vom Schülerzentrum viel Lärm ausgehen könne. „Wo kann man denn noch in Ruhe sitzen und lesen?“ Dafür habe er viele schallschluckende Stoffe als Sichtschutz und in der Gestaltung eingeplant, hochflorige Teppiche, dichte Vorhänge und stoffbezogene Möbel, entgegnete Franke.

Ingo Elsner (Peto) kam zu dem Schluss, dass man es der CDU nicht recht machen könne: „Ist ihnen lieber, frühzeitig in die Planung einbezogen zu werden, wie jetzt, dann wird uns aber Klüngelei vorgeworfen oder dass wir ein fertiges Konzept vorlegen und dann beklagen Sie, dass sie nicht eingebunden wurden?“ Zur Sache habe er von der CDU kein konstruktives Statement gehört.

Der Ausschuss stimmte mehrheitlich – gegen die Stimmen der CDU/Seniorenunion und der Grünen – dafür, die Planung zur Modernisierung der Bibliothek umzusetzen.