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Monheim Beschwerde: Stadt konterkariert Umweltziele

Monheim Beschwerde : Beschwerde: „Stadt konterkariert Umweltziele“

Helmut Fiebig lebt in Baumberg. 500 Meter von seinem Haus entfernt, an der Elsa-Neumann-Straße, liegt ein Edeka-Supermarkt. Dort kauft er gern ein, am liebsten radelt er dorthin. Doch seit ein paar Monaten ist das Dach über dem Fahrradabstellplatz weg. Im Februar hat er deshalb von seinem Beschwerderecht als Bürger Gebrauch gemacht und diesen, für Radler angenehmen Schutz, eingeklagt. Nach § 24 Gemeindeordnung. Zugleich hat er gefordert, eine alternative, angemessene Abstellmöglichkeit zu schaffen.

(og) Im kommenden Haupt- und Finanzausschuss wird seine Beschwerde behandelt. Die Antwort: negativ. Der Verwaltung fehlen Eingriffsmöglichkeiten, weil es sich um ein Privatgrundstück handele. Massive Nachbarschaftsbeschwerden hätten zu dem Rückbau der Einhausung geführt. Darüber hinaus hätte sich bei den Prüfungen herausgestellt, dass dieser Aufbau nicht mit dem vorhandenen Bebauungsplan im Einklang steht und somit  „illegal“ war.

Schade, findet Fiebig. Er sieht es als ökologisch wenig sinnvoll an, künftig sein Auto für die kurze Strecke zu benutzen, um zum Beispiel schwere einkäufe zu transportieren. „Zufuß schaffe ich das nicht mehr so gut“, sagt er. Er bedauert, dass im Kleinen wenig auf die CO2-Bilanz in der Stadt geachtet wird. Das widerspricht den Zielen der Stadt, den CO2-ausstoß zu verringern, findet er.

Seitens Edeka war das Interesse, einen neuen, schützenden Unterstand für Fahrradfahrer anzulegen offenbar nicht groß. Die Stadt, so heißt es in der Vorlage für den Haupt- und Finanzausschuss am Mittwoch, 29. April, habe dem Supermarkt mehrere Möglichkeiten aufgezeigt, den geschützten Fahrradplatz rechtskonform mit dem Bebauungsplan umzugestalten. Weder eine Versetzung sei in Frage gekommen, noch wollte das Unternehmen  einen Antrag auf Befreiung  von der Festsetzung beantragen. Eine Versetzung hatte Edeka abgelehnt, weil, dadurch zwei Parkplätze weggefallen wären.  „Ein Witz“, kommentiert Fiebig. „Es gibt immer ausreichend Parkplätze.“ Edeka entschied sich für Abriss.