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Monheim Benefiz-Comedy in Baumberg für Mädchenschule Mundia

Hingehen : Baumberg lacht – und hilft in Indien

Sieben Humor-Profis gastieren am Mittwoch im Bürgerhaus. Der Ticketerlös ist für die Mädchenschule Mundia bestimmt.

 Der 5000-Seelen-Ort Mundia im indischen Rajasthan ist gut 6300 Flug-Kilometer von Monheim entfernt. Eine fremde Welt, in der die nackten Fakten aus dem Länderkundeunterricht über Armut, Rückständigkeit und die Benachteiligung von Frauen bittere Realität sind:  „Die Wertigkeit von Mädchen ist sehr gering, viele werden von ihren Eltern gar nicht in die Schule geschickt, weil sie für die Arbeit auf dem Feld benötigt werden. Die Schulpflicht besteht nur auf dem Papier“, sagt Barbara Greeven.

Als sie und ihr Ehemann Klaus Fliescher 2007 mit privaten Mitteln anfingen, statt dem menschenunwürdigen „Schweinestall“, der in Mundia als Mädchenschule diente, ein neues Gebäude zu bauen, hatten sie sich zunächst ein kleines Ziel gesteckt: vier Klassenzimmer. Inzwischen besitzt die Schule gleich mehrere Alleinstellungsmerkmale: Sie verfügt über eine Küche, einen Spielplatz, eine Toilette mit fließendem Wasser und seit Dezember auch über eine Photovoltaikanlage. „Man hatte dort nur zwei Stunden Strom am Tag, man wusste nur nie wann“, sagt ihr Ehemann Klaus Fliescher.  Jetzt könnten bei den 45 Grad Celsius, die oft herrschen, auch die Deckenventilatoren laufen. Und man könne über die Einrichtung von PC-Arbeitsplätzen nachdenken.

Die Schule wurde  2018 konsequenterweise zur besten Schule im Bundesland Rajasthan gekürt. Das erfülle auch die Dorfbewohner mit Stolz, sagt Greeven. Inzwischen besuchen 190 Mädchen im Alter von sechs bis vierzehn Jahren die Einrichtung, die einer Grund- und Hauptschule entspricht. Was das Ehepaar über ihr erfolgreiches Schulprojekt  hinaus sehr mit Stolz und Freude erfüllt, ist der Entwicklungsschub, der ausgehend von ihrem Projekt nunmehr das gesamte Dorf erfasst hat. Inzwischen hat fast jedes Haus einen Wasseranschluss, die dreckigen Naturwege durch den Weiler wurden durch Asphaltstraßen ersetzt. „Ihr seid für mich Inspiration“, habe ihnen der amtierende Bürgermeister Murli Meena geschrieben. Er hat in seinem Dorf kürzlich einen Spiel- und Begegnungsplatz anlegen lassen. „Diese Spielgeräte sind dieselben, die auch auf unserem Schulhof stehen“, sagt Greeven gerührt, während sie die Bilder auf ihrem i-Pad anblickt. Außerdem habe der Bürgermeister für die Dorfgemeinschaft eine Bibliothek eingerichtet – so eine wie in der Mädchenschule. Seinen Amtsvorgängern – beide Analphabeten – hätten offenbar die Ideen gefehlt, wie man die öffentlichen Gelder sinnvoll verwenden könnte. „In Indien ist allerdings auch Korruption ein großes Problem“, sagt Greeven  Deshalb sei man zu den größeren Bauprojekten auch immer eigens aus Monheim angereist: „Ein bisschen Kontrolldruck schadet nicht, damit alles nach deutschen Standards ausgeführt wird“, sagt Fliescher. Immerhin sei man zeitweise der zweitgrößte Arbeitgeber vor Ort gewesen – nach einem deutschen Kugellagerhersteller.

Barbara Greeven und Klaus Fliescher vom Förderverein Mädchenschule Mundia organisieren den Wohltätigkeitsabend. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Jetzt stehe die Mädchenschule, die inzwischen auf zwölf Räume erweitert wurde, an einer Wegscheide, unterstreicht Greeven.  Denkbar wäre es, sie zu einer Senior Secondary School auszubauen.  „Aber es ist fraglich, ob die Schulverwaltung mitmacht – und auch, ob wir das wollen, weil das Projekt dann eine neue Dimension annehmen würde.“ Würde man eine Art Berufsausbildung anbieten, wäre man auf andere private Organisationen angewiesen und nicht mehr Herr über die eigene Mittel, gibt Fliescher zu bedenken. Barbara Greeven würde es begrüßen, zusätzliche Kurse wie den Umgang mit einem PC  anbieten zu können. Das würde die Mädchen in die Lage versetzen, einfache Bürotätigkeiten auszuüben, etwa in einem Hotel.

Am kommenden Mittwoch, 20 Uhr, findet – wie schon 2014  – die Benefizveranstaltung „Comedy für Mundia“ statt, die von den Monheimer Kulturwerken in Kooperation mit Oniro-Media präsentiert wird. Die Schirmherrschaft hat Bürgermeister Daniel Zimmermann.