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Monheim Augenarzt zieht in den Gesundheitscampus

Monheim Gesundheitscampus : Augenarzt zieht in den Gesundheitscampus

Der Gesundheitscampus an der Alten Schulstraße wächst. Schon jetzt ist die bauliche Struktur des dreiteiligen Komplexes erkennbar. Die Arbeiten liegen im Zeitplan.

Der Gesundheitscampus an der Alten Schulstraße wächst gewaltig in die Höhe, jetzt kann man die Ausmaße des dreiteiligen Ensembles, welches das gesamte ehemalige Krankenhausgrundstück einnehmen wird, schon gut erfassen. „Die Bauarbeiten liegen im Zeitplan”, ist alles, was sich Alexander Kürten, Geschäftsführer der Absolut GmbH, an seinem Urlaubsort in der Provence entlocken lässt.  Wie es um die Vermietung der elf Arztpraxen steht –  ein Geheimnis, das eigentlich laut Bürgermeister Zimmermann im Frühjahr oder Frühsommer gelüftet werden sollte – sei „top secret” (streng geheim).

Nach Auskunft der etwas weniger verschwiegenen Kassenärztlichen Vereinigung hat bisher ein/e Augenarzt/ärztin einen Antrag auf Praxisverlegung an die Alte Schulstraße gestellt. Den habe der Zulassungsausschuss, der sich hälftig aus Mitgliedern der Krankenkassen und der Ärzteschaft zusammensetzt, auch schon bewilligt, berichtet Sprecher Christopher Schneider.

Er möchte nicht ausschließen, dass weitere Anträge folgen, denn es habe in der Vergangenheit mehrere Anfragen von Fachärzten zum Prozedere gegeben. Er könne sich vorstellen, dass einige Ärzte zögern, weil sich die Fertigstellung eines Neubaus aus unvorhersehbaren Gründen verzögern könne, die Ärzte aber verpflichtet seien, eine nahtlose Versorgung ihrer Patienten sicherzustellen. „Die Praxis muss trotz Umzugs am Netz bleiben”, so Schneider.

Obwohl der Kreis Mettmann bei der Vergabe von KV-Sitzen für Fachärzte als eine Einheit gehandhabt wird, muss auch bei einer Praxisverlegung innerhalb des Kreises der Ausschuss gefragt werden. „Theoretisch kann dieser die Zustimmung versagen, wenn durch den Praxisumzug am vorherigen Standort eine Versorgungslücke auftreten würde”, so Schneider. Dabei werde dann die Praxisgröße, die Zahl der Patienten und Alternativen in der örtlichen Versorgung in die Beurteilung einbezogen. Mit dem Zu- oder Umzug der Augenarztpraxis wird in Monheim auch kein Mangel behoben, denn 2014 hatte sich eine Augenärztin im Rathauscenter niedergelassen. Und das wird bekanntlich derzeit für den Umbau entmietet.

Seit 2013, als das St. Josef-Krankenhaus geschlossen wurde, warten die Monheimer Bürger sehnlichst darauf, dass die Lücke in der wortortnahen Ärzteversorgung geschlossen wird. Nachdem die Immobilien und Beteiligungs GmbH aus Köln im Sommer 2015 das Bieterverfahren gewonnen hatte, war zwar ein Investor für das Ärztehaus gefunden. Dann aber zogen sich die Verhandlungen mit der katholischen Kirchengemeinde beziehungsweise dem Erzbistum Köln über den Erbbaurechtsvertrag und die Abrisskosten in die Länge, mehrere angekündigte Vertragsunterzeichnungen blieben aus. Während die Kirche nämlich bei Grundgütern gerne ihr Ende festhält, sind für finanzierende Banken Neubauprojekte auf Erbpachtgrundstücken mit zu vielen Unwägbarkeiten verbunden, auch hier waren die Verhandlungen des Investors schwierig. Erst Ende 2017 wurden die Verträge mit der Kirche unterschrieben.

Schon jetzt ist indes die bauliche Struktur des dreiteiligen Gebäudekomplexes erkennbar. Die beiden östlichen Gebäude, ein in die Grundstückstiefe ragender Riegel und ein L-förmiger Block, formen zusammen einen Platz zur Alten Schulstraße hin. Sie sind viergeschossig plus Staffelgeschoss. Im Westen schließt sich ein dreigeschossiges Gebäude an. In den Erdgeschossen der östlichen Gebäude sollen auf  2100 Quadratmetern Arztpraxen entstehen. In dem westlichen Gebäude könnten auf 800 Quadratmetern Läden untergebracht werden. In den oberen Geschossen soll auf 6300 Quadratmetern Wohnraum (86 Wohneinheiten) geschaffen werden. Die Tiefgarage fasst 120 Plätze.