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Monheim Altstadtwirte laden zur Weinprobe

Altstadt : Wirte bieten ungewöhnliche Weine an

Zehn Monheimer Altstadt-Wirte und Wirtinnen locken noch bis Ende des Monats mit edlen Tropfen. Jedes Lokal bietet einen anderen, ausgewählten Wein an.

Wenn schon das Virus kein Weinfest im Oktober zulässt, so haben sich die Wirte und Wirtinnen der Altstadt gemeinsam mit Estelle Dageroth, Leiterin der städtischen Wirtschaftsförderung, eine Alternative ausgedacht. Bei einer Auswahl verschiedener Tropfen von der Nahe über Frankreich bis Südafrika können Weinfreunde noch bis zum 31. Oktober in zehn Lokalen ein wenig Weinseligkeit erleben. Die Wirte dort bitten zur Weinprobe.

Die Piccola Enoteca an der Turmstraße beispielsweise hält ein besonderes Tröpfchen aus Italien für ihre Gäste und Kunden bereit: einen Lagrein DOC 2015, Ferruccio Carlotto. Samtrot funkelt er im Glas. Beerig und weich kommt er über den Gaumen. „Ein besonderes Schätzchen, das im Fass gereift ist und das wir jetzt aus Anlass der Weinwochen bekannt machen wollen“, sagt Birgit Stöckl, Inhaberin des Weinhandels mit Ausschank an der Turmstraße.

„Die Resonanz auf die Weinwochen ist gut“, versichert sie. „Einige Kunden haben die Aktion zum Anlass genommen, in die Altstadt zu kommen und unsere Weine zu probieren.“ Lagrein ist eine alte, weniger bekannte Rebsorte, die in Südtirol vorkommt. Ganz billig ist das außergewöhnliche Geschmackserlebnis nicht: Die Flasche kostet 21,80 Euro, das Glas im Ausschank 4,60 Euro. „Wir wollen unseren Gästen etwas bieten“, sagt Stöckl. Da seien sich alle Altstadtwirte einige.

Auch Bernhard Firneburg lobt die gute Idee. Zumal auch die Nachfrage nach Wein wächst, sagt er. Er hat nun die Weinwochen zum Auftakt genommen, sein Angebot an Rebensaft zu erweitern. Für die Weinwochen hat er sich einen ganz besonderen Südafrikaner ausgesucht, der den vielversprechenden Namen „Impossibel Red“ (Unmöglicher Roter) trägt. Er kommt von der Pinotage Laborie, Paarl, Western Cape. Außer dem Aroma von Brombeere und Süßkirsche sowie einem Hauch Schokolade überzeugt den Wirt des Pfannenhofes die ungewöhnliche Geschichte des Weins.

„Der wird in einer Höhe angebaut, von der man sagte, dass er eigentlich nichts werden kann. Doch zusammen mit 15 Prozent anderen Trauben verschnitten, ist er etwas ganz Besonderes und kommt sehr gut an“, sagt Firneburg. Natürlich wird der edle Tropfen auch über die Weinwochen hinaus in seinem Lokal ausgeschenkt.

Was Firneburg einmal mehr glücklich macht, ist, dass alle Gastronomen in der Altstadt an einem Strang ziehen, auch die, bei denen der Wein eher eine untergeordnete Rolle spielt wie in Markus Preikschats Spielmann oder in der Biermanufaktur von Tina Gethmann. „Niemand schließt sich aus. Und das ist gut so. Die Idee dazu hatten wir schon länger“, so Firneburg. Allerdings wolle natürlich niemand einen Biertrinker zum Umschwenken bewegen. „Wir haben weiter unsere alten Schwerpunkte“, betont er. „Das läuft parallel. Ich verkaufe, was meine Gäste haben wollen und schaue, dass es ein passendes Essen dazu gibt.“

Wie alle Altstadtwirten hat auch Firneburg zu leiden. „In Corona-Zeiten ist nichts mehr planbar, nichts mehr wie es war“, sagt er, „deshalb ist es wichtig, dass wir gemeinsam etwas machen.“

Sogar der Pedal-Gocart Verleih und -Vertrieb im Rheinbogen ist mit von der Partie – mit einem alkoholfreien Frucht-Kinderpunsch.

Geboten werden als Spezialitäten der Weinwochen bis Ende des Monats noch: in der Biermanufaktur: Riesling trocken, Robert Weil, Rheingau; im Bloomgold: Riesling Steingewann, Weingut Hees, Nahe; Im Café mit Liebe: Weißburgunder, Weingut am Nil, Pfalz; im Culinarium: Marques De Risqual Rueda, Verdejo, Herederos del Marqués de Riscal, Spanien; im Spielmann: Tesch Riesling, Nahe; im Zollhäuschen: Kallfelz Riesling, Mosel; Zum Vater Rhein: Château Beauregard, Beaujolais-Villages Les Belouzes, Frankreich.