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Monheim: 80 Jahre nach Pogromnacht setzen Veranstaltungen Zeichen gegen Rassismus

Monheim : 80 Jahre nach Pogromnacht gemeinsam mahnen

Monheim erinnert vom 5. bis 16. November vielfältig an die Judenverfolgung in der NS-Zeit und setzt Zeichen gegen Rassismus.

Genau 80 Jahre ist der grauenvolle Auftakt des Holocaust bald her: Nach schon vorangegangenen Schikanen gegen Juden im Nazi-Deutschland zerstörten in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938  Nationalsozialisten Geschäfte und Wohnungen, setzten Synagogen in Brand und ermordeten unzählige Juden. Zum 80. Jahrestag  organisiert die Stadt Monheim laut Rathaussprecher Thomas Spekowius eine besondere Veranstaltungsreihe. Unter dem Motto „Hevenu Shalom Alechem“, finden vom 5. bis zum 16. November unter anderem Lesungen, Filmvorführungen, Konzerte und Workshops statt.

„Es geht um noch viel mehr als das Gedenken an die Opfer der Pogrome. Wir wollen uns erinnern und gemeinsam verschiedene Aspekte der jüdischen Kultur erleben“, erklärt Städtepartnerschaftskoordinatorin Dafna Graf. Dabei stellen die Veranstaltungen auch einen Bezug zwischen der Verfolgung der Juden und dem Rassismus und der Intoleranz der Gegenwart her. „Das hebräische Motto Hevenu Shalom Alechem bedeutet Wir wollen Frieden für alle – und dieses Motto ist Programm.“

In der Volkshochschule wird am 5. November der Comic-Film „Kichka. Life is a cartoon“ von Michel Kichka gezeigt. Der Sohn eines Holocaust-Überlebenden hat die Traumata seiner Familie in einem Comic festgehalten; der Film begleitet Vater und Sohn nun bei ihrer schwierigen späten Annäherung.

Am 8. November wollen Musikschüler mit der Klezmer-Band „A Tickle In The Heart“ verschiedene Stücke einstudieren und schließlich im Spielmann Irish Pub präsentieren. In der Gedenkstunde in der Altstadtkirche am 9. November zeigen Jugendliche aus Monheim  und der israelischen Partnerstadt Tirat Carmel ein gemeinsames Theaterstück. Auf den Spuren der Monheimer Juden wandeln Teilnehmer eines Spaziergangs am 10. November. Die VHS organisiert nach eigenen Angaben eine Führung zu verschiedenen Stolpersteinen. Am 15. November liest Jan Himmelfarb im Ulla-Hahn-Haus aus seinem Buch „Sterndeutung“, das sich mit dem Schicksal einer jüdischen Familie aus der ukrainischen Stadt Charkow beschäftigt.

„Auch kulinarisch können sich Interessierte mit der jüdischen Kultur beschäftigen“, kündigt Spekowius an. Im Rheincafé gibt es vom 7. bis zum 10. November eine Speisekarte mit koscheren Gerichten und am 16. November lädt Stadtteilmanager Georg Scheyer zum gemeinsamen Kochen ins Vereinsheim der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft. In der Reihe „Monheim kocht bunt“ heißt es dann „Monheim kocht koscher“. Von 16 bis 19 Uhr können 30 Teilnehmer kochen, im Anschluss ist Platz für 60 Gäste an der langen Tafel. Wer nur essen will, ohne zu kochen, zahlt 5 Euro.  Anmeldung  unter gscheyer@monheim.de erforderlich.

Komplettes Programm  auf der  Internetseite www.monheim.de im städtischen Terminkalender.

(mei)