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Monheim 65 Jahre gemeinsam durchs Leben

Eiserne Hochzeit : 65 Jahre gemeinsam durchs Leben

Eleonore (86) und Theo (92) Sehling haben am 28. Juli 1956 geheiratet. Sie musste warten bis sie 21 Jahre alt ist, weil der Vater nicht zugestimmt hat.

Wer die beiden zum ersten Mal erlebt, würde sie sicher mindestens zehn Jahre jünger schätzen. Zwar zwickt und zwackt es an manchen Ecken, doch Eleonore (86) und Theo (92) Sehling sprühen noch so vor Energie, dass man sie beneiden könnte.

Kennengelernt haben sie sich in Stuttgart. „Ich habe in einer Firma gearbeitet und sie hat in der Firma nebenan gearbeitet“, erinnert sich Theo Sehling zurück. Damals war Eleonore erst 19 Jahre alt und hat mächtig Eindruck auf Theo Sehling gemacht. Er hat sie immer wieder beobachtet. Und eines Tages bot er ihr an, sie auf seinem Rad nach Hause zu fahren. „Ich wollte wissen, wo sie wohnt.“ Die beiden verliebten sich ineinander, doch mit dem Heiraten mussten sie warten. Da er Sudetendeutscher und katholisch war, bekam Eleonore Ärger mit ihrem Vater. „Der war schwer dagegen“, erzählt sie. Also warten die beiden, bis Eleonore 21 Jahre alt war. Dann durften sie auch ohne Einverständnis der Eltern heiraten. Am 28. Juli 1956 war es soweit.

Nun kann das agile Ehepaar seine „Eiserne Hochzeit“ feiern und auf 65 sehr bewegte Jahre zurückblicken. „Ich hatte mit 24 schon die Meisterprüfung gemacht und habe 1956 meinen eigenen Betrieb angemeldet“, erzählt Theo Sehling. „Meine Frau war schon reserviert.“ Sie kümmerte sich um die Finanzen des Betriebs, Theo als Raumausstatter war für die Kunden da. „Meine Frau war von Anfang an in der Familie und im Betrieb die Nummer 1“, verrät Theo Sehling schmunzelnd. „Was sie gesagt hat, wurde gemacht.“

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Zwei Töchter kamen zur Welt. Heute lebt eine davon in Solingen, die zweite zog zu ihrem Mann nach Holland, wo auch die zwei Enkelsöhne geboren wurden. Inzwischen lebt sie in Luxemburg. Das Leben der Sehlings war von viel Arbeit geprägt – aber nicht nur. „Meine Frau hatte es nicht immer leicht mit mir“, gibt Theo Sehling zu. „Ich war Skifahrer und Bergsteiger.“ Auf so manchen 4000er hat Eleonore ihn begleitet. Aber meist hat sie die Zeit, in der ihr Mann klettern war, dafür genutzt, mit dem Porsche nach Holland zur Tochter zur fahren. Außerdem war Theo Sehling Reiter und besaß zwei eigene Pferde. Auch gefeiert wurde gern und kräftig. „Zum 60. Geburtstag meiner Frau habe ich meinen Stuttgarter Kegelclub nach Holland eingeladen“, erzählt Theo Sehling. Seine Frau wusste davon nichts. Nach einem Rundflug mit dem Hubschrauber, den ihr ihre Kinder geschenkt hatten, landete der vor dem Hotel, in dem die 14 Kegelkammeraden untergebracht waren. Da war das Hallo groß. „Ich hab mich gefühlt wie ein König, dass ich das hinbekommen habe“, sagt Theo Sehling.

In den 1990er Jahren wurde Eleonore Sehling krank. „Der Arzt sagte, ich solle sie für ein Jahr aus dem Geschäft rausnehmen, weil sie so umtriebig war“, erzählt Theo Sehling. „Was hab ich gemacht? Ich hab das Geschäft ganz verkauft.“ Seine Eleonore war ihm wichtiger. Das war 1996. Vor sieben Jahren sind die Sehlings nach Monheim gezogen. „Wir haben ein Haus gesucht“, sagt Theo Sehling. Aber als Raumausstatter hatte er Ansprüche, die kein verfügbares Objekt erfüllen konnte. „Durch Zufall haben wir die Wohnung hier gefunden“, erzählt er weiter. Sie hat ihm sofort gefallen. „Und ich habe all meine Möbel unterbekommen“, meint Eleonore Sehling. Und aus Baumberg wollen sie jetzt auch nicht mehr weg.