Langenfeld/Düsseldorf: Mittelstand stützt Metzmacher-Schule

Langenfeld/Düsseldorf : Mittelstand stützt Metzmacher-Schule

Wenige Monate, bevor die schrittweise Auflösung der katholischen Hauptschule in Langenfeld beginnt, hat ihr ein Unternehmerverband eine besondere Qualität attestiert. Laudator Ronald Hopp wendet sich gegen die Schließung.

Während das Bürgerbegehren gegen den vom Langenfelder Stadtrat einstimmig beschlossenen Abriss des Schulgebäudes angelaufen ist, hat sich jetzt ein Unternehmerverband gegen die Abwicklung der Felix-Metzmacher-Schule als Institution ausgesprochen. Bei der Verleihung des Qualitätssiegels "Berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule" sagte Ronald Hopp, Berufsbildungsausschuss-Vorsitzender der Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung: "Das Berufsorientierungs-Konzept (der Schule) kommt in den Köpfen der Kinder an und ist sehr erfolgreich. Die Jury (seines Verbandes) würde es daher sehr bedauern, wenn diese vorbildliche und erfolgreiche Schule aufgrund politischer Zwänge geschlossen würde."

Freilich ist auch dies bereits (vom Rat) entschieden und wird auch von niemandem offiziell angefochten, auch nicht von den um den Erhalt des historischen Gebäudes kämpfenden Initiatoren des Bürgerbegehrens. Vielleicht wurde Laudator Hopp deshalb noch deutlicher, indem er nach Worten von Schulleiter Rolf Schlierkamp in Richtung der anwesenden Mitarbeiter des Schulministeriums ausrief: "Meine Damen und Herren, diese Schule darf nicht geschlossen werden!"

An der Verleihung des Zertifikats in der Turbinenhalle der Stadtwerke Düsseldorf im Ortsteil Lierenfeld nahmen neben der Schulleitung einige Schüler sowie die für die Berufskoordinierung verantwortliche Lehrerin Marita Furthmann-Baur teil. Die katholische Hauptschule ist laut Schlierkamp nun "eine der wenigen Schulen in NRW, die dieses Qualitätssiegel zum zweiten Mal bekommen".

Bis 2015 dürfe sich die Schule nun "berufswahl- und ausbildungsfreundlich" nennen.

Nach Worten von Unternehmerschafts-Vertreter Hopp hat die Metzmacher-Schule die Jury mit einer ganzen Reihe von Punkten überzeugt. Angefangen beim jährlichen Felix-Metzmacher-Tag, an dem ehemalige Schüler von ihren Erfahrungen im Beruf berichten, über Kooperationen mit Betrieben und regelmäßigen Praktika, darunter Langzeitpraktika über ein ganzes Schuljahr (an einem Tag pro Woche im Betrieb), bis hin zu den Ausbildungspaten, die einigen Schülern bei der Lehrstellensuche und der Bewerbung helfen.

Diese und weitere Bausteine fügen sich laut Hopp zu einem "sehr gut strukturierten" Berufsorientierungskonzept zusammen, das ab Klasse 5 greife und von einem "Netzwerk von Unterstützern" mitgetragen werde. "Das Ergebnis: Alle Schüler der Klasse 10 haben bereits einen Ausbildungsplatz oder gehen in eine weiterführende Schule." Besonders beeindruckt hat die Jury dem Laudator zufolge das Urteil der Schüler: Diese vermittelten "den Eindruck, dass das Thema Berufswahl an der Schule fest verankert ist und alle Schüler seine Bedeutung erkennen." Auf Nachfrage hätten die Kinder und Jugendlichen angegeben, "mit der Schule glücklich zu sein und keine Verbesserungsvorschläge zu haben".

"Es war ein großartiger Tag für unsere Schule", freut sich Rektor Schlierkamp über die Siegel-Verleihung.

(RP)