1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Serie Abteilungen Der Kreispolizei (4): Mit dem Sonderdienst auf Streife

Serie Abteilungen Der Kreispolizei (4) : Mit dem Sonderdienst auf Streife

Die Beamten des Polizeilichen Sonderdienstes verstärken den Wachdienst, haben aber auch Sonderaufgaben.

Wagen durch die Mettmanner Innenstadt. Neben ihm sitzt Polizeihauptkommissar Stefan Wienecke (42). Er ist Dienstgruppenleiter des Polizeilichen Sonderdienstes (PSD) der Kreispolizeibehörde Mettmann. In der U-Boot-Sprache würde man sagen, wir befinden uns auf "Schleichfahrt". Beide Polizeibeamten haben die Umgebung im Blick. "Wir werden Personen kontrollieren", sagt Wienecke. An der Berliner Straße fallen ihm spontan zwei junge Leute auf, die auf einem Motorroller sitzen. "Halt mal an", sagt er. Er hat einen "Riecher".

Der Bully stoppt. Die Polizisten stellen sich vor, lassen sich die Ausweise geben. "Sind sie schon mal mit der Polizei in Kontakt gekommen?", fragt Wienecke den einen der beiden jungen Männer. Ja, sagt der. "Haben Sie schon mal Rauschgift genommen und wenn ja, wann?" Heute, gibt der Mann zu. Beide jungen Männer müssen ihre Hosentaschen leeren, werden abgetastet. Obwohl der eine der beiden die Frage verneint hat, dass er Rauschmittel mit sich führt, finden die Beamten wenig später ein Tütchen mit Marihuana bei ihm. Was folgt, ist die Fahrt zur Wache, eine Strafanzeige und eine Blutprobe. Denn: Der Mettmanner ist mit dem Roller gefahren. Unterstützt werden Wienecke und Schirlo bei ihrer heutigen Überprüfung von drei anderen Kollegen des PSD. Die Besatzung des zweiten Bullys ist kurze Zeit später an der Berliner Straße eingetroffen.

  • Serie Abteilungen Der Kreispolizei (2) : Schwarz-Weiß-Fotografie am Straßenrand
  • Einsatz in Grevenbroich : Randalierer drohte Polizeibeamten zu erschießen
  • Martin Cerezo (13) hat sich im
    Impfen ohne Termin : Großer Andrang bei der Impfaktion im Schauplatz

Seit 2007 gibt es den PSD im Kreis Mettmann. Die hochmotivierte Truppe besteht aus 36 Beamten, die sich freiwillig für den Sonderdienst gemeldet haben. Sie haben vielfältige Aufgaben: Die Beamten unterstützen den Streifendienst, bilden den Alarmzug einer Polizei-Hundertschaft. Bei Demos oder Fußballspielen sind die Beamten in ihren grünen Uniformen dabei. Brennpunkt-Arbeit gehört ebenso zu ihren Aufgaben wie eine Beobachtung des Rocker-Mileus, der Bordelle und Spielhallen. Zur Ausrüstung gehören Schilde, Helme, Schusswaffen und ein EMS. "Das ist ein Einsatz-Mehrzweck-Stock, der vielfältig angewendet werden kann", sagt Wienecke. Die Beamten sind fit, sportlich trainiert. Jugendliche Intensivtäter werden von ihnen "betreut". "Wir verfolgen ein Jugendschutzkonzept. Die jungen Täter müssen sich beobachtet fühlen. Wenn sie auf der Straße erkannt werden, sprechen wir sie an und reden mit ihnen", sagt Schirlo. Also Kontrolle und Prävention zugleich.

Jedes halbe Jahr gibt es sogenannte Auswertungskonferenzen. Dann wird über die Jugendlichen im Alter von 13 bis 18 Jahren gesprochen. Wenn sie sich gebessert haben, werden sie zurückgestuft, also nicht mehr als Intensivtäter geführt.

Über Funk kommt ein neuer Einsatz. Zwei Jugendliche sollen auf einen Schuldach in Haan gesichtet worden sein. Ein weiterer Bully kommt — und mit Blaulicht und Martinshorn geht's in Richtung Haan. Mittlerweile ist es kurz vor 22 Uhr. Die drei Beamten suchen mit Taschenlampen das Schulgelände und die Dächer ab. Polizeioberkommissarin Kerstin von Selen zwängt sich durch ein Gebüsch und schaut nach. Von den Jugendlichen keine Spur, auch keine mutwillige Zerstörung an Türen und Scheiben. Einsatz beendet.

Zurück in Mettmann, meldet die Wache einen weiteren Einsatz. Los geht es wieder.

(RP)