Monika Thevis: Mit dem Smartphone auf "Citisafari"

Monika Thevis : Mit dem Smartphone auf "Citisafari"

Als Beitrag zum Tourismus-Konzept hat Monika Thevis von der Kölner Firma Citisafari zwei virtuelle Stadtführungen für ganz junge und für erwachsene Menschen entwickelt, die Monheim auf eigene Faust entdecken möchten. Die Citisafaris werden von der Stadt gesponsert und sind gratis abrufbar.

Welche Vorgaben hat die Stadt Monheim Ihnen für die Safaris gemacht?

Thevis Ich sollte zwei Safaris erstellen. Die eine sollte für Kinder und Jugendliche sein, die andere für Erwachsene, damit alle Altersgruppen Spaß daran haben. Es sollte interaktiv und informativ sein; und natürlich originell und spannend. Natürlich sollten die Touren auch für Gruppen taugen. Gruppen sollten sich in Zweier- oder Dreier-Teams aufteilen. Man kann Punkte gewinnen und das Team mit den meisten Punkten gewinnt.

Wie gehen Sie beim Erstellen der "Citisafari" vor?

Thevis Zunächst begebe ich mich selbst völlig unwissend auf Safari. Ich erkunde die Stadt ganz allein — ohne einen Gästeführer oder Einheimischen. Neugierig laufe ich herum, gewinne Eindrücke, notiere Diverses, mache Fotos, gehe in Straßen, die mich ansprechen und sehe einfach mal, was ich entdecken kann und wo ich am Ende auskomme. Monheim ist für mich ein noch unbekanntes Terrain. Das ist bei den meisten Touristen ja genauso. Ich weiß also genau, wie sie sich fühlen, wenn sie die Stadt kennen lernen und diese Erfahrung ist mir sehr wichtig. Auf meiner persönlichen Safari fühle ich mich ein wenig so wie eine Jägerin, die sich auf der Jagd nach Sehenswürdigkeiten befindet und das macht enorm viel Spaß. Daraufhin recherchiere ich im Internet. Man findet immer Überraschungen! Von Monheim war ich sehr begeistert, weil ich nicht gedacht hätte, so viel finden zu können. Am Ende musste ich sogar noch aussortieren.

Ist es schwer für Sie gewesen, die Safari durch Monheim für Kinder und auch für Jugendliche interessant zu machen?

thevis Das Safari-Konzept ist wie geschaffen für Kinder. Es wird nicht oberlehrerhaft erklärt, sondern die Safari lädt zum Selbstherausfinden ein und beruht auf Interaktivität. Bei der Kindersafari war ich zu Beginn dennoch etwas unsicher. Finde ich die richtige Stimme oder den richtigen Ton, um Kinder und Jugendliche zu begeistern? Schließlich habe ich einfach an meine Neffen und Nichten gedacht, die zwischen sieben und zehn Jahre alt sind und mir vorgestellt, mit ihnen gemeinsam auf Tour zu sein. Außerdem hat meine Schwester mir ein wenig geholfen, die Grundschullehrerin und Mutter ist. Natürlich sollte die Tour auch nicht zu kindlich sein, weil ja auch 13- oder 14-Jährige die Safari mögen sollen. Am Ende habe ich einen guten Mix gefunden, meine ich. Man darf Kindern ja durchaus etwas zutrauen. Es hat mir sehr viel Freude bereitet, eine Safari für junge Leute zu gestalten.

Wer hat Ihnen Informationen (zur Stadtgeschichte) zur Verfügung gestellt?

Thevis Nach meiner persönlichen Entdeckungstour habe ich sehr eng mit Maximiliane Richtzenhain-Tischer, Herrn Drösser und Herrn Peters zusammen gearbeitet. Alle waren sehr motiviert und mit viel Herzblut und Begeisterung bei der Sache. Das war richtig ansteckend. Insgesamt war es eine tolle Erfahrung für mich, diese Stadt mit ihren zuvorkommenden und engagierten Bewohnern kennenzulernen. Danke dafür!

Kann jemand, der sich für sehr ortskundig hält, mit Ihnen noch etwas Neues entdecken?

Thevis Unter normalen Umständen kommt es oft vor, dass man Interessantes gar nicht registriert, obwohl man eigentlich schon mit der Nase darauf gestoßen ist. ,Citisafari' zeigt, wie viel es eigentlich zu sehen und zu würdigen gibt. Gerade in der Stadt, in der man schon lange wohnt, passiert es, dass wir im Alltag mit Tomaten auf den Augen herumlaufen. Wer Monheims uraltes Fabelwesen also noch nicht kennt, nicht weiß, was Bibis und Kniprodinis sind, der ist herzlich eingeladen, sich auf ,Citisafari' zu begeben. Auch die Herkunft von Platz- und Straßennamen wird erklärt sowie alte Fotos von vor den Kriegen sind in die Touren integriert. Das heißt, man steht an einem Ort in der Stadt und bekommt zu sehen, wie es genau hier vor etwa 100 Jahren aussah. Fast wie eine kleine Zeitreise. Also ganz klar ja, für Ortskundige ist was dabei, denn sie können ihre Stadt neu kennenlernen und vielleicht am Ende mit anderen Augen sehen.

Wie ist die Route aufgebaut: Folgt sie einem festen Plan, von A nach B nach C, oder kann sie individuell abgelaufen werden?

Thevis Alle Safaristen können zu Beginn die Richtung selbst wählen und generell verschnaufen, wann es beliebt, Fragen überspringen oder sich Tipps holen. Die Safari überflutet nicht mit Infos, sondern überlässt es den Besuchern selbst, wie intensiv sie sich mit einer Sehenswürdigkeit auseinandersetzen wollen. Angeführte Links ermöglichen, vor Ort Zusatz-Informationen lesen zu können. Eine Route existiert natürlich. Sie ist kreisförmig angelegt. Sie startet und endet an der Tourist-Information am Busbahnhof.

Was muss man tun, um sich mit Ihnen auf Safari zu begeben?

Thevis Man muss sich zu Beginn fragen: Will ich mich allein oder mit einem oder mehreren Zweier-Teams auf Safari begeben? Habe ich circa zwei Stunden Zeit? Habe ich ein Smartphone in meinem Team?

DOROTHEE SCHMIDT-ELMENDORFF STELLTE DIE FRAGEN.

(RP)
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