Kreis Mettmann: Mehr Unfälle, Verletzte und Tote im Kreis

Kreis Mettmann : Mehr Unfälle, Verletzte und Tote im Kreis

Die Zahl der Unfälle im Kreis Mettmann ist 2013 um 2,65 Prozent auf 12 930 gestiegen – vor allem bei Fußgängern.

Die Zahl der Unfälle im Kreis Mettmann ist 2013 um 2,65 Prozent auf 12 930 gestiegen — vor allem bei Fußgängern.

Eine Entwicklung, "die mir gar nicht gefällt", hatte Landrat Thomas Hendele als Chef der Kreispolizeibehörde gestern zu verkünden. Deutlich mehr Unfälle als im Vorjahr zählte die Kreispolizei. 12 930 bedeuten 2,65 Prozent mehr als 2012. Doch die Gesamtzahl ist nur ein Grund für Hendeles enttäuschten Blick auf die Statistik. Auch die Zahl der verunglückten Personen, die Zahl der Toten, der Schwerverletzten wie auch der Unfallfluchten nahm zum Teil deutlich zu.

Thomas Decken, Leiter Direktion Verkehr, bekannte, dass die Polizei nicht für alle Steigerungen eine Erklärung hat. Trotz noch einmal deutlich gesteigerter Verkehrsüberwachung auf den insgesamt 2120 Kilometern Straße im Kreis gebe es die höheren Zahlen. Einziger Trost für die Kreispolizei: Die Zahlen liegen im Durchschnitt unter denen des Landes NRW.

Tote und Verletzte 1635 Personen verunglückten 2012 im Verkehr. Das waren 3,68 Prozent mehr als im Vorjahr. Neun Menschen starben (2012: 5), 300 Personen (269) wurden schwer verletzt, 1326 (1304) erlitten leichte Verletzungen. Am 31. Mai stirbt eine 69-jährige Langenfelderin bei einer Radtour. Sie stürzt auf dem Nachtigallenweg und erliegt ihren Verletzungen.

Unfallflucht 2013 wurden 3053 Verkehrsunfälle mit Unfallflucht der Polizei gemeldet. Das waren 4,77 Prozent mehr als 2012. Aufgeklärt konnten lediglich 47,77 Prozent der Taten.

Unfälle unter Alkohol-/Drogeneinfluss Bei 155 Unfällen (147) standen die Fahrzeugführer unter Drogeneinfluss. Decken weiß aber auch: "Die meisten Drogenfahrten bekommen wir gar nicht mit." Vor allem immer mehr Menschen scheinen Drogen mit Medikamenten zu nehmen. "Wir stellen es verstärkt fest und das wird noch mehr werden", fürchtet er.

Fußgängerunfälle 226 Unfälle bedeuteten für das vergangene Jahr eine deutliche Steigerung um 13,27 Prozent. Unter den neun Verkehrstoten im Kreis waren auch zwei Fußgänger.

Fahrradunfälle 35 Fälle mehr ließen die Gesamtzahl um 8,79 Prozent auf 433 steigen. "In gut 75 Prozent der Unfälle haben die Radler zumindest eine Teilschuld", sagt Decken.

Mopeds/Motorräder/Mofas/Motorroller Die Beteiligung von motorisierten Zweirädern stieg ebenfalls. 257 Fälle bedeuteten ein leichtes Plus von 1,58 Prozent.

Altersgruppen Die Zahl der Unfälle mit Kindern ist im vergangenen Jahr um 36 Fälle oder 24,16 Prozent auf insgesamt 185 gestiegen. Die Gründe?: "Wir können das nicht erklären", sagt Decken. Dabei verletzt wurden 21,98 Prozent mehr Kinder. Unfälle mit jungen Erwachsenen nahmen um 1,03 Prozent auf 576 leicht ab.

Die Senioren mit einem größer werdenden Anteil an der Gesamtbevölkerung sind 2013 ebenfalls stärker als Unfallbeteiligte hervorgetreten. 2013 waren 871 Seniorinnen und Senioren (71 oder 8,87 Prozent mehr als im Vorjahr) an Verkehrsunfällen im Kreis Mettmann beteiligt.

Prävention An der Bettine-von-Arnim-Gesamtschule hat die Polizei mit 180 Langenfelder und Hildener Schülern der Klasse 5 ein Busschultraining absolviert.

Unfallhäufigkeitszahlen Bei der Zahl der Unfälle ist Langenfeld nach wie vor an der Spitze. Mit rechnerisch insgesamt 3101 Unfällen pro 100 000 Einwohner führt die Stadt die Kreis-Statistik an, gefolgt von Haan, das mit 3073 Unfällen an zweiter Stelle steht. Die wenigsten Unfälle verzeichnet der Bericht für Erkrath (1750). Monheim steht auf dem vorletzten Platz mit 1980 Unfällen pro 100 000 Einwohner.

(RP)
Mehr von RP ONLINE