Karnevalssonntag: Mehr Polizei beim Reusrather Lichterzug

Karnevalssonntag : Mehr Polizei beim Reusrather Lichterzug

Nach einer größeren Schlägerei nach dem Zug vor einem Jahr wollen die Ordnungshüter diesmal mehr Präsenz zeigen.

Die Fäuste flogen, aber sie flogen "nicht an der Zugstrecke", beeilt sich Andreas Zimmermann zu betonen. Doch auch dem Pressesprecher des Rüsrother Carnevals-Comitee (RCC) dürfte klar sein, dass es die Prügelei am letztjährigen Karnevalssonntag ohne Lichterzug wohl kaum gegeben hätte.

An der Tankstelle Opladener-/Trompeter Straße gerieten damals kurz nach dem Zoch mehr als zwei Dutzend junge Leute aneinander, die Polizei musste nach eigenen Angaben mit "starken Kräften" einschreiten, um die betrunkenen Schläger zu trennen. Mindestens einer, 19 Jahre alt, trug krankenhausreife Verletzungen davon. "Diesmal werden wir mehr Präsenz besonders auch im Nachgang des Zuges zeigen", kündigte Hubert Ibisch, Leiter der Langenfelder Wache, gestern an.

Anderthalb Wochen vor den Tollen Tagen stellten Polizei, städtisches Citymanagement, Ordnungs- und Jugendamt sowie die Veranstalter neben dem Programm auch das Sicherheitskonzept für den Straßenkarneval vor. Die einzelnen Pläne für die drei Züge (Stadtmitte, Berghausen, Reusrath) haben von der Stadt inzwischen grünes Licht bekommen. Alle Veranstalter haben die vorgeschriebene Zahl von Begleitkräften zusammen, obgleich die Reusrather sich noch etwas Spielraum bei der Verteilung wünschen und deshalb für weitere freiwillige "Wagenengel" dankbar wären. Als Belohnung winken laut Zimmermann eine Freikarte für die Zugparty und ein paar Getränkemarken (Meldung an RCC-Chef Andreas Buchheim, Tel. 0173 6344113).

Für das Feiern am 7. Februar auf dem Marktplatz (Bühnenprogramm ab 11 Uhr) haben Stadt und Polizei wie seit Jahren zwei Problemgruppen im Blick: Betrunkene und Wildpinkler. Letztere hofft das Ordnungsamt mit einem Toilettenwagen und der Aussicht auf ein 25-Euro-Knöllchen zu dezimieren.

Was den Alkohol angeht, nehmen die Behörden vor allem die Jugend in den Blick. "Im Vorfeld werden wir den Einzelhandel noch mal daran erinnern, welche Abgabeverbote bis zu welchem Alter gelten, und auch Testkäufe durchführen", sagt Heike Müller vom Ordnungsamt. An Altweiber selbst würden auffällige Jugendliche kontrolliert ("abgeben oder ausschütten"). Außerdem bietet das Jugendamt wieder ein Alternativprogramm zum Sich-Betrinken an: in Kinderhaus, Jugendzentrum und Hallenbad. Prinz Wolfgang II. appelliert an die Erwachsenen: "Seid Vorbild! Geht verantwortungsvoll mit Alkohol um!"

Auch für den Innenstadt-Zug, der am 9. Februar ab 14.11 Uhr vom Immigrather zum Berliner Platz zieht, hat die Stadt einen Klowagen geordert (vorm KunZe der Stadtwerke; ebenfalls geöffnet: Markthallen-WC). "An der Engstelle am Rex-Kino (Hauptstraße) wird es zusätzliche Absperrgitter geben", kündigt Zugleiter Helmut Schoos an.

Der Festkomitee-Vorsitzende rechnet mit 1300 Zugteilnehmern plus 300 Begleitkräften. Insgesamt seien 71 Zugnummern vergeben worden, für 41 Fußgruppen, 15 Festwagen, neun Jugendgruppen und vier Kapellen. Überdies seien 15 Pferde dabei. Ob auch die Polizei hoch zu Ross kommt, ist laut Wachleiter Ibisch noch offen: "Das hängt davon ab, inwieweit die Reiterstaffeln durch den Bundesliga-Fußball gebunden sind."

Während der Veedelszoch am 10. Februar durch Berches (ab 14.11 Uhr) als rein "familiäres" Vergnügen gilt, zieht der Reusrather Lichterzug am Abend (ab 18.11 Uhr) auch Partygäste an. "Deshalb werden wir eine Familien- und eine Partymeile ausweisen", sagt RCC-Sprecher Zimmermann. Die Familien im ersten Abschnitt der Zugstrecke bis Grillenpfad/Ecke Heerstraße würden als erste bedient.

Nach dem Zug steige auf dem Reusrather Platz die Zeltparty, "Langenfelds größte Indoor-Veranstaltung". Das RCC lässt laut Zimmermann höchstens 1900 Jecken ins Zelt: "Wir könnten locker 300 Karten mehr verkaufen, aber das wollen wir nicht, weil die Gäste sich nicht wie die Ölsardinen fühlen sollen." Einige Karten seien noch erhältlich. Da an der Zugstrecke voriges Jahr verbotenerweise Bengalos gezündet wurden, betont Zimmermann: "Jegliche Pyrotechnik wie auch anderes offenes Feuer ist beim Lichterzug untersagt."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Tolle Kostüme beim Lichterzug 2012 in Reusrath

(RP/jco)