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Monheim/Langenfeld: Mega: Strom wird teurer, Gas günstiger

Monheim/Langenfeld : Mega: Strom wird teurer, Gas günstiger

Mega-Geschäftsführer Udo Jürkenbeck und Aufsichtsratsvorsitzender Daniel Zimmermann erläuterten die Preisgestaltung.

Mit einer guten und einer schlechten Nachricht traten die Verantwortlichen der Monheimer Elektrizitäts- und Gasversorgung (Mega) gestern vor die Presse. Muss beim Strom kräftig draufgezahlt werden, gibt es beim Gas die Möglichkeit, günstige Spartarife zu nutzen. Fakt ist: Ab Januar 2014 steigt der Strompreis für die Kunden brutto um 1,2 Cent pro Kilowattstunde (kWh) bei einem Jahresverbrauch von 3500 kWh. Das bedeutet durchschnittlich Mehrkosten von 42 Euro im Jahr.

Der Strompreis werde durch Umlagen und gesetzliche Regelungen nach oben getrieben, erläuterte Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Daniel Zimmermann. Diese Nutzungsentgelte seien staatlich reguliert, das Unternehmen habe folglich keinen Einfluss darauf, ergänzte Mega-Geschäftsführer Udo Jürkenbeck. Hinzu komme eine Verteuerung bei den Netzentgelten. Die Entwicklung lasse sich nur in geringem Maße durch verbesserte Konditionen beim Einkauf auffangen. Die regulierten Kosten machten inzwischen rund 75 Prozent aus. "Wir fühlen uns als staatliche Inkassostelle", monierte Jürkenbeck den Trend.

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Im vergangenen Jahr machte die Mega 2,1 Millionen Euro Gewinn, 1,2 Millionen Euro davon in der Stromsparte. Geld, das in Monheim investiert wird. Würde man auf die Strompreiserhöhung verzichten, so Udo Jürkenbeck, müsse das Unternehmen 2014 in diesem Segment 1,4 Millionen Euro Verlust kalkulieren, so dass unterm Strich ein Minus von 0,2 Millionen Euro bliebe.

Im regionalen Preisvergleich stünde die Mega jedoch noch günstig da, betonte der Geschäftsführer. Aktuell befinde man sich mit Stand November 2013 auf dem zweiten Platz; und auch nach der Strompreiserhöhung im Januar liege man knapp über dem Versorger RheinEnergie. Der beliefere viele Kunden in Langenfeld und verlange 29,66 Cent pro Kilowattstunde bei einem Jahresverbrauch von 3500 kWh. Nach Jürkenbecks Berechnung zahlt "Familie Mustermann" in Monheim 35 Euro im Jahr weniger als eine vergleichbare Familie in Langenfeld, die diesen RheinEnergie-Tarif ausgewählt hat.

Über die Langenfelder Stadtwerke beziehen Kunden in der Nachbarstadt aber auch Ökostrom. Der kostet aktuell 27,18 Cent kWh beim selben Jahresverbrauch. Eine Preisänderung werde hier frühestens zum 1. Februar 2014 vorgenommen, signalisierte Winfried Ruhnke (Kundencenter) auf Anfrage. Ob tatsächlich "ein Tick draufkommt", oder ob die Preise sogar stabil gehalten werden können, müsse der Aufsichtsrat erst noch entscheiden.

Die Erdgaspreise bleiben bei der Mega stabil. Wer sich jedoch ab Januar 2014 für zwei Jahre bindet, erhält auf den gültigen Arbeitspreis künftig einen Rabatt und zahlt nur noch 6,22 Cent/kWh. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 20 000 kwh könnten so innerhalb von zwei Jahren 190 Euro gespart werden, rechnete Jürkenbeck. Im regionalen Vergleich liege man mit derzeit 7,01 Cent/kwh im Mittelfeld. Mit der Sonderkondition rücke die Mega bald auf den günstigsten Platz - vor Langenfeld. Bei den Stadtwerken zahlen Kunden derzeit mit einem Bonustarif (15 Monate Laufzeit) 6,44 Cent. Wer Online-Stromkunde ist, kann beim günstigsten Tarif mit 6,26 Cent Geld weiter sparen, ergänzte Ruhnke.

(RP)