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Markus Schmickler und Musikfabrik NRW: Klanginstallation an der Rheinpromenade in Monheim

Klanginstallation in Monheim : Besucher lauschen neuen Klängen an der Rheinpromenade

„Could You Patent the Sun“ heißt die Klanginstallation von Markus Schmickler (Kölner Komponist und Produzent), die er gemeinsam mit einem Bläserquartett der Musikfabrik NRW an der Rheinpromenade umgesetzt hat.

Das regnerische Wetter spielte bei der Präsentation der Klanginstallation „Could You Patent the Sun“ von Markus Schmickler und dem Blechbläser-Quartetts der Musikfabrik NRW an der  Kulturraffinerie eine doppelte Rolle. Die Idee einer klanglichen Verbindung zweier Musikquellen über den Rhein hinweg musste aufgegeben werden. „Eine Beschallung von der linksrheinischen Seite aus wäre aufgrund des durchfeuchteten Bodens dort zu risikoreich gewesen“, erklärt Markus Müller, Sprecher der Monheim Triennale. Außerdem agierten die Musiker sicherheitshalber nicht vom Dach der  künftigen Kulturraffinerie K714 aus, wie geplant, sondern spielten an der  Rampe. Dafür revanchierte sich die Sonne, deren durch die Wolken stechenden Strahlenbündel gleichsam eine Corona bildeten und so das Thema der Installation aufnahmen.  Denn der Titel der Klanginstallation „Could You Patent the Sun“ von Markus Schmickler geht  auf einen Ausspruch des Immunologen Jonas Salk zurück, der den von ihm entdeckten Polio-Impfstoff keinesfalls patentiert haben wollte. Genauso sollte man mit einem Corona-Impfstoff verfahren, so die musikalische Botschaft.

Die Rheinpromenade zwischen Lüpertz’ Leda und dem geplanten Geysir war eigens für die Klanginstallation abgesperrt worden. Das musikalische Erlebnis, eine Art Preview, besser Prelistening, für die Monheim Triennale, die Corona bedingt auf das kommende Jahr verschoben werden musste, sollte potenzielle Gäste neugierig machen. Neugierig geworden ist auch Roman Wolf, der mit seinem Sohn Jan auf einer Bank den Sonnenuntergang genießt. „Das Kulturangebot der Stadt ist selbst in Coronazeiten unglaublich, wir waren bereits bei mehreren Events auf der Bürgerwiese und nicht ohne Grund ist Monheim diese Woche zur lebenswertesten Stadt in NRW gewählt worden“, erklärt der gebürtige Nürnberger und seit anderthalb Jahren Monheim-Fan. „Ich habe von dem Konzert über Facebook erfahren, bin neugierig geworden und lass’ mich jetzt einfach mal überraschen“, sagt Miriam Zade, die eine Fußverletzung auskurieren muss und sich deshalb einen Campingstuhl mitgebracht hat.

Ein elektronisches Pfeifgeräusch lässt die gut 200 Zuhörer um 21.30 Uhr aufhorchen. Das einsetzende Regenrauschen wird von Schmickler glücklicherweise elektronisch erzeugt und verschmilzt mit weiteren Ambient-Sounds wie Glockenläuten. Wenige Augenblicke später setzen auch Christine Chapman (Horn), Marco Blaauw (Trompete), Bruce Collings (Posaune) und Melvyn Poore (Tuba) ein. Über das elektronisch generierte Soundfundament legen sich klanglich kontrastierend akustische Bläsersequenzen, mal individuell vor sich hin improvisierend, mal durch Aufnahme von Tonfolgen vorsichtig in unterschiedliche Dialogformen  tretend. Eingängige Harmonien werden vermieden, die Mischung aus jazziger Improvisation und Klangstrukturen Neuer Musik will herausfordern. Nach zwanzig Minuten signalisiert Vogelgezwitscher den Schluss. Erst als eine Drohne vorbeirauscht kommt Applaus auf. „Es war nicht meine Musik, aber ich fand sie interessant“, resümiert Gisela Mau.