Interview: Sebastian Bünten: Marke Monheim vergibt Kleinkunstpreis

Interview: Sebastian Bünten : Marke Monheim vergibt Kleinkunstpreis

Fünf Nachwuchscomedians treten im Wettstreit um die "Monheimer Schnattergans" an: Es winkt ein Solo-Auftritt im Sojus 7.

Monheim Am Samstag, 20. September, 20 Uhr wird im Bürgerhaus Baumberg erstmalig die "Monheimer Schnattergans" an junge Nachwuchs-Comedians verliehen. Moderiert wird der Abend von Manes Meckenstock. Das Publikum entscheidet über den Sieger, der neben der Trophäe 300 Euro und einen Solo-Auftritt im Sojus 7 erhält. Als Anwärter für den Preis wurden eingeladen: Berhane Berhane, Jaqueline Feldmann, Alain Frei, Joachim Hahn und Fabian Köster.

Der Düsseldorfer Kabarettist Manes Meckenstock wird die Preisvergabe im Bürgerhaus Baumberg moderieren. Foto: Janicki, Matzerath

Wie entstand die Idee zu diesem Preis?

Bünten Es gibt ja unwahrscheinlich viele Kleinkunstpreise. Da kam uns vor anderthalb Jahren die Idee, ob man nicht auch einen Preis in Monheim vergeben könnte. Zur Moderation wollten wir jemanden nehmen, der sich erstens in der Branche gut auskennt und der zweitens schon einen bekannten Namen hat: Die Wahl fiel auf Manes Meckenstock, der schon oft in Monheim aufgetreten ist - er spielt hier immer sein aktuelles Programm. Er ist einfach ein in der Region sehr bekannter Künstler. Dann haben wir überlegt, wie die Trophäe aussehen könnte und wie wir den besten Nachwuchskünstler ermitteln. Wir haben das vor anderthalb Jahren konzipiert, weil wir immer etwa um diese Zeitspanne im Voraus unsere Kulturveranstaltungen planen.

Wie sieht die "Monheimer Schnattergans" denn aus?

Bünten Die habe ich selbst noch nicht gesehen. Die macht für uns die Monheimer Kindertagesstätte "Max und Moritz". Die Gans ist etwa 40 Zentimeter hoch und sie wird wohl sehr bunt sein. Das ist etwas anderes als die üblichen Preise, die aus Bronze oder Metall gegossen sind. Wenn sie gut aussieht und gut ankommt, werden wir beim nächsten Mal wieder mit einer ortsansässigen Einrichtung zusammenarbeiten. Wir haben ja vor, den Preis jedes oder alle zwei Jahre zu vergeben, je nachdem wie die Auftaktveranstaltung vom Publikum angenommen wird.

Was heißt heute eigentlich Nachwuchskünstler?

Bünten Das sind einfach junge Talente, für die wir eine Plattform schaffen wollen. Junge Künstler, die zwar Bühnenerfahrung haben, aber meist auf Kleinkunstbühnen vor wenig Publikum spielen. Es ist für diese Künstler schwierig, sich neben solch omnipräsenten Größen wie Bülent Ceylan und Kaya Yanar hochzuarbeiten. Im Fernsehen gibt es dafür die Mixed Shows, wie den Quatsch Comedy Club, wo man junge Leute mit Potenzial präsentiert, die so auch einmal vor größerem Publikum spielen können.

Unter welchen Gesichtspunkten wurden die fünf Kandidaten ausgewählt?

Bünten Man muss sich dazu im Internet oder bei Künstleragenturen schlaumachen, sich die Künstler auf you tube ansehen, um zu gucken, welche Richtung sie vertreten, welche Zielgruppe sie mit ihrem Humor ansprechen. Wir haben auch befreundete Künstler gefragt, welche jungen Talente sie für unseren Nachwuchspreis empfehlen könnten. Wir haben die fünf Künstler dann so ausgewählt, dass sie vor allem ein jüngeres Publikum ansprechen und von Stil und Inhalt her möglichst unterschiedlich sind.

Wie wird gemessen, wie die Künstler beim Publikum ankommen?

Bünten Das Publikum entscheidet mit seinem Applaus, wer gewinnt. Mit Dezibelmesser gemessen wird das aber nicht. Ich hoffe, den Applaus kann man von der Intensität her gut unterscheiden, denn die fünf sind alle ziemlich gut.

Hilft so ein Preis auch, sich selber als Veranstalter bzw die Stadt bekannt zu machen?

Bünten Wir haben in den letzten Jahren sehr viele bekannte Comedians und Kabarettisten nach Monheim geholt und sind sehr zufrieden mit der bisherigen Auswahl. Mit dem Nachwuchspreis "Monheimer Schnattergans" wollen wir in erster Linie den Nachwuchs fördern. Wir haben ja leider nicht so viel Geld zur Verfügung. Wenn sich der Preis aber gut entwickelt, kann man sich später überlegen, ihn auch überregional auszuschreiben. Aber wenn man die bekannten Preise, wie die Tuttlinger Krähe nimmt, die sind auch in der Regel mit 5000 bis 15000 Euro dotiert und es gibt eine Kommission, die unter den Bewerbern überhaupt erst die Kandidaten auswählt.

DOROTHEE SCHMIDT-ELMENDORFF STELLTE DIE FRAGEN

(RP)