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Marienburg in Monheim wird umgebaut

Marienburg in Monheim : Großer Hof: Scheune wird zum Hotel

Der Pächter der Marienburg will die benachbarte Scheune des Großen Hofes in sein Tagungs- und Kongresszentrum einbeziehen. Dort sollen neben einer Küche neun weitere Hotelzimmer entstehen. Die Scheune dient momentan als Lagerfläche und Stellplatz für Wohnmobile.

Denkmäler können häufig nur dann erhalten werden, wenn sie wirtschaftlich genutzt werden können. Deshalb möchte die Stadt die Marienburg nicht nur als Tagungs- und Konferenzzentrum, sondern auch als Eventstandort sichern. Dafür hat die Stadt bereits im September 2019 den geltenden Bebauungsplan 140M geändert, um die damals schon praktizierte Nutzung der Anlage für Hochzeiten, private Geburtstage, Firmen-  und Familienfeiern und Sommerfeste rechtlich abzusichern. Hintergrund war damals eine vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf anhängige Klage von Anwohnern, die sich gegen die Geruchs- und Lärmbelästigungen durch die bisher nicht in der Satzung aufgeführten Nutzungen wendete.

„Das Gericht hat uns in 2020 in allen Punkten Recht gegeben und der Stadt einen längeren Handlungskatalog aufgegeben“, berichten die Kläger. Aber das Urteil sei noch nicht rechtskräftig, weil die Stadt Monheim die Zulassung zur Berufung beantragt habe.

Bei der Bürgerbeteiligung, die kürzlich im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens Südliche Hofstraße abgehalten wurde, hieß es zwar, Teile des Großen Hofes sollten in die  Nutzung einbezogen werden, aber konkreter wurde es nicht. „Wir möchten gerne unseren Betrieb um die Scheune erweitern, die sich genau hinter dem Gästehaus befindet“, berichtet Pächter Alexander Zimmer. Das Gebäude werde derzeit nur als Lagerraum für Kaminholz und als Winterquartier für Wohnwagen genutzt. Im 19. Jahrhundert gehörte der Große Hof übrigens der Familie von Kesseler, die nebenan die Marienburg  errichtete.

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Zimmer möchte in dem gut 50 Meter langen Gebäude neun weitere Gästezimmer und im Erdgeschoss einen Küchentrakt schaffen.

Mario Nießen, der die Grillakademie im Kutscherhaus leitet, pendele immer noch zwischen der Betriebsstätte in Zaunswinkel und  der Marienburg hin und her. Das hemme die Betriebsabläufe. „Wir bauen ein Haus im Haus, so dass die denkmalgeschützte Gebäudehülle unangetastet bleibt“, so Zimmer. Bei der Gelegenheit werde auch das alte Dach saniert, das zudem mehrere Sturmschäden erlitten habe. Dafür werde er das Gebäude von der Eigentümerfamilie Bonse pachten und den Umbau selber tragen.

Das Gebäude bietet, da es ursprünglich nicht zu Wohnzwecken gebaut wurde, einige Herausforderungen:  „Es hat nur zu einer Seite Fensteröffnungen“, sagt Zimmer. Das heißt: Zum Großen Hof hin ist die Fassade geschlossen, damit die dortigen Bewohner  durch den Hotelbetrieb nicht gestört werden. Die Fenster der Hotelzimmer sind dann zu dem nur wenige Meter entfernt stehenden Gästehaus ausgerichtet, das zu dieser Seite „blind“ ist. Ausblicke gibt es aber nach oben. So will Zimmer für seine Gäste unbedingt die Balkenkonstruktion des Dachstuhls sicht- und erlebbar machen.

Etwa seit August, sei auch der Tagungsbetrieb wieder angelaufen. Sowohl bei den Firmen als auch bei Privatleuten sei ein großer Nachholbedarf spürbar, so Alexander Zimmer.