Fastenzeit Weniger Ist Mehr (3): Mäßig Sport treiben hilft beim Verzicht

Fastenzeit Weniger Ist Mehr (3) : Mäßig Sport treiben hilft beim Verzicht

Mit reichlich Bewegung fällt es vielen Diäthaltenden leichter, auf Dickmacher zu verzichten, sagen Fitnesstrainerinnen.

Keine Pommes, keine Süßigkeiten. Wer in der Fastenzeit auf bestimmte Nahrungsmittel verzichtet, kann dabei für andere Gutes tun. "Man kann zum Beispiel das Ersparte an Menschen spenden, die weniger haben", sagt Lambert Schäfer, katholischer Pfarrer in Langenfeld. Viele wollen in der Fastenzeit aber auch Pfunde sparen — und das Abnehmen durch Sport beschleunigen. Doch hierbei ist Vorsicht geboten. "Extremes Fasten würde ich in der Kombination mit Sport nicht empfehlen", sagt etwa Kerstin Richter vom "Family Fitness Club" in Langenfeld.

Denn, so die Trainerin, der Körper brauche Aminosäuren, sonst bestehe die Gefahr, Muskelmasse abzubauen. "Bei einer unzureichenden Ernährung kann es sein, dass der Körper sich Eiweiße aus den Muskeln zieht. Dies ist besonders dann gefährlich, wenn dem Herzmuskel Eiweiße entzogen werden." Gerade für herzkranke Menschen sei Fasten in Verbindung mit Sport deshalb riskant.

"Sofern man sich aber gesund ernährt und auf Süßigkeiten und Kohlehydrate verzichtet, ist Sport vollkommen in Ordnung", sagt Kerstin Richter. "Mit Sport kann es einem sogar leichter fallen, auf Dinge zu verzichten, die ungesund sind." Denn durch Bewegung fühle man sich fitter und gesunder, was sich positiv auf die Ernährung auswirke.

Verena Götz von der Sportgemeinschaft Langenfeld (SGL) sieht es ähnlich: "Das Training sollte während des Fastens aber moderat sein, darf den Körper also nicht zu sehr belasten." Empfehlenswert seien Yoga und Pilates oder ein leichtes Ausdauertraining in Form von Schwimmen. "Nicht zu empfehlen ist extremes Krafttraining", sagt die Trainerin. Das sei aber von der körperlichen Verfassung des Einzelnen abhängig. "Personen, die regelmäßig sportlich aktiv sind, können vielleicht auch in der Fastenzeit einer höheren Belastung ausgesetzt werden."

"Am besten nimmt man ein bis zwei Stunden vor dem Training leichte Kost zu sich, damit der Körper nicht mit der Verdauung beschäftigt ist", rät Kerstin Richter. Denn der Körper brauche eine Energiequelle. "Zwar sollte es nicht unbedingt ein Schnitzel mit Pommes sein, aber zumindest ein wenig Obst als Grundlage ist notwendig", sagt auch Verena Götz. Sie selbst verzichtet zurzeit auf Süßigkeiten. "Ich faste allerdings nur in Maßen, so dass es keine Auswirkungen auf meine sportliche Betätigung hat."

Susanne Klein, Geschäftsführerin beim Sportpark Monheim, hat schon mal das sogenannte Heilfasten ausprobiert. "Dabei habe ich auf feste Nahrung verzichtet und dennoch Sport getrieben." Dabei habe sie sogar eine Art Energieschub empfunden. "Die Energie, die sonst für das Verdauungssystem gebraucht wird, kann dann anders genutzt werden."

Das Heilfasten sei allerdings als Reinigungsprozess zu verstehen und nicht zum Abnehmen geeignet. "Da man in dieser Zeit ausschließlich Flüssignahrung zu sich nimmt, kann es nach der Beendigung des Heilfastens schnell zu einem ,Jojo-Effekt' mit schneller Gewichtszunahme kommen." Deshalb empfiehlt auch Susanne Klein Abnehmwilligen eine leichte Nahrungsaufnahme zusammen mit einem Herz-Kreislauf- und Muskelaufbauprogramm.

Die Ausnahme formuliert Kerstin Richter: "Wer vorher nicht regelmäßig aktiv war, sollte auch während des Fastens nicht damit anfangen." Für den Organismus bedeute das Fasten an sich schon Stress, und die sportliche Betätigung würde das noch verstärken.

(jms)
Mehr von RP ONLINE