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LVR Klinik Langenfeld hilft bei Depressionen

Hilfe bei Depressionen : „Wichtig sind Tagesstruktur und Aufgaben“

Chefärztin der psychiatrischen Klinik Langenfeld sagt, was verzweifelten Menschen hilft.

Die Corona-Krise drückt allen Menschen aufs Gemüt. Wer ohnehin unter Depressionen leidet, braucht besondere Unterstützung. Viele Menschen fragen sich, wie sie Angehörige mit depressiven Störungen gerade jetzt besonders helfen können. Antworten gibt Prof. Dr. Birgit Janssen, stellvertretende Ärztliche Direktorin der LVR-Klinik Langenfeld. Sie ist Chefärztin der Abteilung Allgemeine Psychiatrie 2.

Viele Menschen verzweifeln in der Corona-Krise. Zumal, wenn Sie ohnehin depressiv veranlagt oder psychisch krank sind.

Janssen Die Corona-Krise ist für alle Menschen, aber natürlich besonders für Menschen mit psychischen Vorerkrankungen, eine schwere Situation. Nicht nur Ängste bezüglich einer potentiellen Infektion der eigenen Person oder geliebter Angehöriger, sondern auch Ängste bezüglich möglicher Auswirkungen auf den Arbeitsplatz oder die finanzielle Situation spielen dabei eine wichtige Rolle. Soziale Kontakte werden durch die aktuelle Situation dabei gleichzeitig reduziert. Die Tagesstruktur geht verloren und dies verstärkt womöglich die bestehenden Ängste und Sorgen.

Wie kann ich als Angehöriger helfen?

Janssen Angehörige können durch regelmäßige (telefonische) Kontakte behilflich sein, eine gewisse Struktur zu erhalten. Und sie können unterstützen, indem sie positiv besetzte Themen fokussieren. Allerdings sollten Patienten, die eine deutliche Verschlechterung ihres Befindens bemerken, dringend weiter oder auch erstmals professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Alle Psychiatrischen Ambulanzen der großen Kliniken haben geöffnet. Und sie bieten kurzfristig Termine, unter Wahrung der Hygiene- und Abstandsregelung, an. Auch eine teilstationäre oder stationäre Behandlung ist natürlich jederzeit möglich.

Was kann jemand tun, den bei solchen trüben Gedanken zu Hause niemand unterstützt?

Janssen Besonders Menschen, die nun allein zu Hause sind, brauchen eine Tagesstruktur und Aufgaben. Sie sollten versuchen, ihren Tag zu planen und sich mit Dingen abzulenken, die nichts mit dem Thema Corona zu tun haben. Wichtig ist, frische Luft und Sonne zu tanken. Wer in Quarantäne ist, sollte trotzdem das schöne Wetter nutzen, um auf den Balkon oder in den Garten zu gehen und nicht vergessen, sich auch regelmäßig zu bewegen. Menschen ohne soziale Kontakte finden Hilfe in unseren Ambulanzen. Dort wird über weitere Behandlungsmöglichkeiten, falls medizinisch notwendig ggf. in einer Tagesklinik oder vollstationär, beraten.

Wie und für wen ist die LVR-Klinik erreichbar?

Janssen Natürlich sind wir in der LVR-Klinik an der Kölner Straße 82 in Langenfeld telefonisch und persönlich in den Ambulanzen und der Notaufnahme für verzweifelte Menschen erreichbar. Die Telefonnummern sind für die Klinik die 02173 1020, für die Ambulanz die Nummer 02173 1022044 und in Notfällen für die Aufnahme die Nummer 02173 1022003. Die Ambulanz in Hilden ist unter Telefon 02103 2559931, die Ambulanz in Leverkusen unter 02171 49018300 erreichbar.

Haben Sie Tipps, wie sich negative Gedanken vertreiben lassen? Wie Menschen, die auch ohne krankhafte Depression unter den Negativschlagzeilen, Einschränkungen und Zukunftsängsten leiden, aus dem tiefen Loch kommen können?


Janssen
Wir alle sollten uns auch mit anderen Dingen, als der Corona-Krise beschäftigen. Beispielsweise kann man seine Lieblingsserie noch einmal streamen, ein Buch lesen, das man schon immer lesen wollte, regelmäßig an der frischen Luft spazieren gehen und joggen oder mit Freunden skypen. Wer jedoch eine Depression entwickelt, womöglich auch Suizidgedanken, der sollte sofort professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Wie sind solche Depressionen zu erkennen?

Janssen Depressive Symptome können beispielsweise sein: ein andauerndes Stimmungstief, Antriebslosigkeit, Interessenverlust, erhöhte Ermüdbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen, verminderter Appetit, Suizidgedanken.