Langenfeld: Locher Wiesen: nicht mehr lukrativ

Langenfeld: Locher Wiesen: nicht mehr lukrativ

Die beiden großen Langenfelder Bauunternehmen Zeibig und Paeschke interessieren sich nicht mehr für die Locher Wiesen – zu klein, um wirtschaftlich zu sein, heißt es.

Die beiden großen Langenfelder Bauunternehmen Zeibig und Paeschke interessieren sich nicht mehr für die Locher Wiesen — zu klein, um wirtschaftlich zu sein, heißt es.

Bauunternehmer Gernot Paeschke kann die Aufregung um das Baugebiet Locher Wiesen nicht verstehen. Er habe vor sieben Jahren fast 70 Wohneinheiten am benachbarten Ohrenbusch gebaut, das Gelände liege sogar tiefer als die Locher Wiesen. Sobald man eine Baugrube ausschachte und damit die wasserundurchlässige Lehmschicht durchbreche, stoße man auf eine kiesführende Schicht. Dann könne das Oberflächenwasser abfließen, versichert er.

Vor Beginn der Bauarbeiten seien außerdem der Galkhausener/Reusrather Bach renaturiert und die Kanäle verlegt worden. "Wenn das passiert ist, gibt es beim Bauen keine Probleme, nicht einmal eine Wasserhaltung ist dann nötig", sagt Paeschke. Natürlich müsse man den Keller als "weiße Wanne" ausführen, und auch die Eingänge sollte man um ein, zwei Stufen erhöhen, um für Eventualitäten gewappnet zu sein. So stehe zuweilen Wasser in den Gärten. "Aber mit Treppen vor der Haustür hat man früher immer gebaut", erklärt der Bauunternehmer. Mit eindringendem Wasser habe es keine Problem gegeben, die Lichtschächte — notorische Schwachpunkte einer weißen Wanne — seien dichtgemacht worden.

Den Bauherren wird dann das Loch in den Lichtschächten zum Verhängnis, durch das Regenwasser abfließen soll, erläutert der Richrather Bauunternehmer Stefan Baumert. Wenn der Grundwasserpegel aber bei starken Regenfällen ansteigt, drückt es von unten in die Lichtschächte. Ist dann erst einmal die Unterkante der Kellerfenster überschritten, kann es ungehindert ins Haus strömen.

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"Dann ist Ende mit weißer Wanne", so Baumert trocken. Wenn, um das zu verhindern, die Lichtschächte an die Kanalisation angeschlossen werden, bestehe wiederum die Gefahr, dass Wasser, das diese nicht mehr aufnehmen kann, zurückstaut. "In der Virneburgstraße ist die Kanalisation schon jetzt zu klein dimensioniert. Wie sollen da noch 90 Wohneinheiten angeschlossen werden?", fragt er sich. Er fürchtet, dass sich die bachnahen Häuser als unverkäuflich erweisen könnten.

Paeschke selber hat in dem Baugebiet "keine Karten mehr". Nachdem das Baugebiet wegen des Feuchtbiotops im vergangenen Sommer deutlich reduziert worden war, habe er das Interesse verloren, bekennt der Unternehmer. "Die Erschließungskosten bleiben dieselben, aber sie müssen auf weniger Grundstücke umgelegt werden. Der einzelne Bauherr wird dann zu stark belastet." Er verfüge selber noch über ein 4000 Quadratmeter großes Grundstück am Hang.

Auch Jörg Frischauf, Geschäftsführer der Zeibig Bauträger GmbH, erklärt, dass sein Unternehmen zwar ursprünglich vorhatte, sich als Erschließungsträger zu engagieren, von diesem Vorhaben aber inzwischen abgerückt sei. "Das Volumen reicht uns nicht mehr", sagt der Jurist. Die Wasserproblematik habe bei dieser Einschätzung aber keine Rolle gespielt.

Für Stadtplaner Wolfgang Honskamp sind die Häuser am Iltis- und Dachsweg der Beweis dafür, dass man trotz schwieriger Bodenverhältnisse bauen kann. "Natürlich sollte sich der kluge Bauherr einen erhöhten Eingang bauen und auf eine Souterrainwohnung verzichten." Überhaupt sollte man bedenken, dass Keller rund ein Drittel der Baukosten verschlinge.

(RP)