Langenfeld: Locher Wiesen: Es geht weiter

Langenfeld: Locher Wiesen: Es geht weiter

Die Planung der umstrittenen Wohnbebauung in Reusrath wird fortgesetzt. CDU und FDP stimmten im Fachausschuss dafür, SPD, Grüne und BGL dagegen. Von Anwohnern, die nasse Keller beklagen, hagelte es Kritik.

So viel Zulauf hat eine Sitzung des städtischen Planungsausschusses selten: In den Bürgersaal des Rathauses mussten am Donnerstagsabend eigens noch zusätzliche Stühle hineingetragen werden, damit die mehr als 80 Zuschauer Platz fanden. "Lasst Reusrath grün", forderte einer auf einem Schild. Thema der Debatte war die von der Stadt geplante Bebauung der Locher Wiesen (siehe Info), waren regelmäßig volllaufende Keller in dem Gebiet zwischen Alter Schul- und Trompeter Straße nordöstlich der B 8, war die Frage: Braucht Langenfeld weitere neue Wohnviertel? Und wenn ja: Muss es auch auf den Locher Wiesen sein?

Im Wettbewerb um Einwohner

Die Verwaltung sagt: Ja. Zwar gebe es in Langenfeld ein "Wohnbauflächenpotential" von formal mehr als 90 Hektar, doch nur 13, verteilt auf acht Flächen, seien derzeit verfügbar, darunter als einziges Reusrather Areal die Locher Wiesen, legte Planungsamtschef Stephan Anhalt dar. Zugleich unterstrich er die aus Sicht der Verwaltung bestehende Notwendigkeit, weitere Wohnbebauung auf solchem Gelände zuzulassen, das unbebaut ist, sich aber in eine bestehende Siedlung einfügt: "Jeder Einwohner, den Langenfeld gewinnt oder hält, sorgt dafür, dass die Infrastruktur (Einzelhandel, Dienstleister, Kindergärten etc.) aufrechterhalten werden kann." Wegen der vorhergesagten drastischen Volksalterung ist der Verwaltung besonders am Zu- oder Binnen-Umzug junger Familien gelegen.

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Zudem versprechen sich die Planer im Rathaus von dem Bauprojekt eine Linderung des Entwässerungsproblems in Reusrath. Denn die Pläne sehen ein weiteres Regenrückhaltebecken sowie zusätzliche Niederschlagsspeicherflächen am Reusrather Bach vor. Dagegen ziehen die im Bürgersaal anwesenden Anwohner die Wirksamkeit dieser Maßnahmen massiv in Zweifel. Um ihnen Gelegenheit zu geben, Stellung zu beziehen, unterbrach der Ausschuss-Vorsitzende Georg Loer (CDU) die Sitzung. "Neue Regenwasser-Auffangflächen ändern nichts an der Tatsache, dass die Kanäle bei uns zu klein sind", bemängelte ein Bürger.

Ihre Keller stünden schon jetzt bei Dauer- oder Starkregen unter Wasser, berichteten mehrere Anwohner des Locher Wegs und der Virneburgstraße und zeigten sich erbost darüber, dass die Verwaltung sie jahrzehntelang mit dem Problem allein gelassen habe. Und: Eine Bebauung der Locher Wiesen werde die Lage noch verschlimmern. Denn diese Freifläche werde dann kein Wasser mehr speichern können, im Gegenteil: "Die neu Hinzugezogenen werden versuchen, ihre Keller durch Pumpen trocken zu halten. Und dieses Wasser fließt dann auch noch zu uns."

(RP)
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