Langenfeld/Monheim: Linienbusse im Depot, Demo an der LVR-Klinik

Langenfeld/Monheim : Linienbusse im Depot, Demo an der LVR-Klinik

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat für heute Beschäftigte des öffentlichen Diensts zum Warnstreik aufgerufen. In Langenfeld und Monheim sollen Linienbusfahrten ausfallen, Kitas aber normal öffnen.

Wer auf einen Linienbus angewiesen ist, der wartet heute an den Haltestellen vergeblich. Nicht nur die Busse der Bahnen der Stadt Monheim (BSM) bleiben den ganzen Tag über im Depot, auch die von der Rheinbahn und der Kraftverkehr Wupper-Sieg (Wupsi) betriebenen Linien werden heute nicht bedient; Ausnahme: Wupsi-Linie 237 (siehe Infobox). Die Ausfälle sind auf Monheimer und Langenfelder Gebiet die am stärksten spürbaren Auswirkungen des Warnstreiks, zu dem die Dienstleistungsgewerkschaft im Zuge der laufenden Tarifverhandlungen für heute aufgerufen hat. Aber auch die LVR-Klinik in Langenfeld und andere Bereiche mit Beschäftigten des öffentlichen Diensts sollen nach Auskunft von Verdi-Bezirkschef Jürgen Krause betroffen sein.

In der LVR-Klinik soll sich die Belegschaft laut Manfred Wassenberg und Ina Oberländer aus der dortigen Verdi-Betriebsgruppe um 12 Uhr zu einer Demonstration an der Klinikpforte Kölner Straße versammeln. Wassenberg: "Die Kollegen sind aufgebracht, weil die Arbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt haben." Im Gegenzug die Forderungen der Arbeitnehmer als überzogen zu bezeichnen, sei "respektlos und diskriminierend". Nach Angaben von Oberländer soll sich die heutige Arbeitsniederlegung nicht auf die Versorgung der Patienten in der Langenfelder Psychiatrie auswirken. Warnstreiks seien etwa in der klinikeigenen Technik vorgesehen, wo dann Notdienste eingerichtet würden. "Aber nach dem Streikaufruf zum Arbeitsbeginn am Dienstagmorgen werden wohl auch Therapieangebote ausfallen."

Im Langenfelder Rathaus ging die für Kindergärten zuständige Referatsleiterin Ute Piegeler gestern fest davon aus, dass keine Kita warnstreikbedingt geschlossen bleiben muss. Von den Langenfelder Erzieherinnen seien nur wenige gewerkschaftlich organisiert. Auch in anderen städtischen Dienststellen seien für heute keine Arbeitsniederlegungen zu erwarten, mutmaßte Andreas Voss, Pressesprecher der Langenfelder Stadtverwaltung.

Davon ging gestern für die Monheimer Stadtverwaltung auch der dortige stellvertretende Pressesprecher Michael Hohmeier aus. Indes hat Verdi-Bezirkschef Jürgen Krause nach eigenen Worten das Rathaus der Gänseliesel-Stadt für heute durchaus im Blick. "Ob wegen des Warnstreiks das Bürgerbüro geschlossen wird oder nicht, steht erst am frühen Dienstagmorgen fest."

Gleichwohl merkte Krause an, dass bei den heutigen Arbeitsniederlegungen "Langenfeld und Monheim nicht im Zentrum unserer Aktivitäten stehen". So werde die Müllabfuhr wie gewohnt unterwegs sein. Auch die Beschäftigten des Richrather Krankenhauses St. Martinus seien nicht zum Warnstreik aufgerufen worden. Und in den Jobcentern? "Die Beschäftigten gehören ja teils den Stadtverwaltungen an. Es kann sein, dass sich einzelne Mitarbeiter des Langenfelder Jobcenters am Warnstreik beteiligen", sagte Krause. "Aber das Angebot für Klienten dürfte dort kaum beeinträchtigt werden."

(RP)
Mehr von RP ONLINE