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Lindgren-Schule in Monheim erhält Engel der Kulturen

Kunstprojekt für Respekt und Toleranz : Ein „Engel der Kulturen“ für die Astrid-Lindgren-Schule

Das Künstlerpaar Gregor Merten und Carmen Dietrich bringt Kindern anschaulich und spielerisch Toleranz bei. Dazu wurde jetzt ein Kunstwerk übergeben.

Anina Schubert und Anton Bischof, beide neun Jahre alt und Schülervertreter in der Astrid-Lindgren-Schule, wissen genau, was das neue Kunstwerk in ihrem Foyer zu bedeuten hat: „Es heißt ,Engel der Kulturen‘ und will zeigen, dass alle drei Religionen – Islam, Judentum und Christentum – was Gemeinsames haben“, sagt Anina. Im kleinen Kreis mit Schulleiterin Irbit Ludwig, Petra Haase, Leiterin der Offenen Ganztagsschule, und den beiden Burscheider Künstlern Gregor Merten und Carmen Dietrich wurde das Kunstwerk am Montag enthüllt. Es ist eine schöne Arbeit, ein blauer Kreis, der die Erde symbolisiert, und darin ein orientalischer Halbmond, ein Judenstern und das christliche Kreuz. Oder geometrisch und künstlerisch gesehen, die drei wichtigen Grundformen erkennen lassen: Quadrat, Dreieck und Kreis.

Was fast noch schöner ist als die reine Optik: Die Arbeit hat Symbolcharakter und ist interaktiv gedacht. Die Kinder der Schule erhielten Schablonen, ein gigantisches Puzzle und noch mehr Anregungen, sich im Kunstunterricht nach eigenen Vorstellungen dem Thema zu nähern. Sie können die Pappformen bemalen und beschriften und sich so spielerisch leicht in ein wichtiges Thema einarbeiten: Solidarität und Toleranz anders Denkenden gegenüber. Für das Engagement von Schule und Schülern für ein friedvolles Zusammenleben gibt es nachher aus dem Atelier Merten/Dietrich noch eine Auszeichnung.

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Schulleiterin Irbit Ludwig trug das schöne friedenstiftende Symbol schon vor Enthüllung der Arbeit demonstrativ als Kettenanhänger um den Hals, um zu zeigen, wie sehr sie hinter dem Anliegen des Künstlerpaares steht. Das nämlich hatte schon 2016 das heutige blaue Kunstwerk in Form eines großen Stahlrades durch Monheims Straßen gerollt. Ein Zug mit gut 120 Menschen war dem Rad gefolgt – auch eine Gruppe der islamischen Bürger hatten sich an der Aktion beteiligt. Irbit Ludwig hatte die Aktion sehr gefallen.

Seit zehn Jahren touren Gregor Merten und Carmen Dietrich mit ihrem „Engel der Kulturen“ nun durch die Städte und werben für ein friedliches und respektvolles Miteinander, egal, wie unterschiedlich Kultur, Religion, Weltanschauung und Herkunft sein mögen.

Dass sich beim Auslösen des Kreisinneren ihrer Skulptur tatsächlich ein stilisierter Engel zu erkennen gab, sei weniger Absicht als Zufall gewesen, sagt Carmen Dietrich. „Das habe ich zufällig entdeckt. Und dann haben wir gesagt, ja, das stimmt. Das hat sich gut gefügt.“

Mit dem Kunstprojekt wollen die beiden Schöpfer den spaltenden Tendenzen in unserer Gesellschaft symbolisch entgegentreten: „Aus diesem Kreis ist keine Gruppe herauszulösen, ohne dass alle anderen erkennbar mitgeschädigt werden“, sagen die beiden. Der Engel der Kulturen stehe auch als klares Statement gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus, Islamphobie, Fundamentalismus und die damit einhergehende Ausgrenzung anderer Bevölkerungsgruppen.

Der blaue Engel der Kulturen ist bereits in anderen Städten und an Gedenkstätten als Intarsie in den Boden eingelassen worden. Und dort wird vor Ort dann das Zeichen für die nächste Stadt ausgebrannt. Diese Verbindung ist den Künstlern als eine Art Kettenreaktion wichtig.

In der Astrid-Lindgren-Schule gab es erst einmal noch 50-Cent-Stücke mit Engel-Prägung und weitere Kettenanhänger.