Langenfeld: Lichtraum ist der Glanzpunkt

Langenfeld : Lichtraum ist der Glanzpunkt

In einer dreigeteilten Ausstellung zeigt der seit seiner Mitwirkung in der Düsseldorfer Zero-Gruppe international bekannte Künstler Otto Piene Werke: Ölgemälde, Siebdrucke sowie ein eigens installiertes Lichtobjekt.

Komplexe Lichtmuster schweben über die Wände im Flügelsaal. Die projizierten Formen und Strukturen an der Decke wirken beinahe flüssig und verschmelzen mit dem Raum. Einige von innen beleuchteten Skulpturen strahlen aus verschiedenen Öffnungen und runden das Schauspiel ab. Der Lichtraum im Kulturzentrum ist ein Glanzpunkt der dreigeteilten Ausstellung von Otto Piene (81), die durch Ölgemälde im Kunstraum und Siebdrucke in der Stadtsparkasse komplettiert wird. Bis zum 12. sind die Werke des seit seiner Mitwirkung in der Düsseldorfer Zero-Gruppe international bekannten Künstlers zu sehen. Im Mittelpunkt der vom Kunstverein Langenfeld organisierten und von den Stadtwerken sowie der Sparkassen-Bürgerstiftung gesponserten Ausstellung stehen Licht, Feuer und Luft.

Ort der Ruhe und Besinnung

"Dieser Raum ist so konzipiert, dass er von jedem Punkt aus anders aussieht", erklärt Piene bei der ersten Begehung des Flügelsaals. "Es soll ein Ort der Ruhe und Besinnung sein, ein bewusster Gegenpol zu alltäglichen Hektik." Das Objekt des illuminierten Spektakels wurde von dem 81-Jährigen eigens für die Ausstellung in Langenfeld angefertigt. Die große Lichtwand in der Raummitte ist von hunderten Löchern übersät, durch die das Licht strahlen und sich im Flügelsaal ausbreiten kann.

"Ich hoffe sehr, dass hier während der Ausstellung auch Konzerte stattfinden können", meint der in Bad Laasphe geborene Künstler. "Wenn sich Töne mit Licht verbinden, ist das meistens eine gute Mischung." Plötzlich verdunkelt sich der Raum und es ist stockfinster. Doch es handelt sich nicht um eine technische Panne, sondern um eine bewusste Pause. Ein Computer steuert die verschiedenen Lichtsequenzen, die in der etwa einwöchigen Vorbereitungszeit programmiert wurden. Nach ein paar Sekunden starten die Lichtspiele wieder - mit wechselndem Tempo und anderen Akzenten.

Elf Ölgemälde im Kunstraum

Eine Art Gegensatz zu der entspannten Lichtkunst bilden die elf Ölgemälde im Kunstraum. Hier hat arbeitet Otto Piene mit starken Kontrasten und intensiven Farben. Verschwommene und weiche Strukturen werden von zackigen und aggressiven Linien durchbrochen. "Feuerbilder" nennt er diese Werke und das kommt nicht von ungefähr. "Die Gemälde sind geprägt von der Verwendung brennbarer Materialien", wie Piene schildert. Seine Faszination für Feuer und Rauch erklärt der Künstler mit den Luftschlachten des Zweiten Weltkriegs, die er miterleben musste. "Ich will mit meiner Kunst zeigen, dass mit Feuer auch Dinge möglich sind, die nicht gefährlich, tödlich und explosiv sind. Das prägt meine Arbeit seit mehr als 30 Jahren." Auch seine international bekannte "Sky-Art" sei eine Reflektion der Gefahren, mit denen er während des Krieges konfrontiert wurde.

Die Siebdrucke in der Stadtsparkasse zeigen ebenfalls hauptsächlich Motive, die zum Frieden aufrufen. "Der Himmel war in dieser Zeit eine allgegenwärtige Bedrohung. Deswegen zeige ich die friedliche Nutzung des Himmels. Der Raum über uns sollte kein Schauplatz für Schlachten sein."

(RP)