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Langenfeld: Leerstände in bester Citylage häufen sich

Langenfeld : Leerstände in bester Citylage häufen sich

Ob Ladenzentrum Sass, Marktkarree, Markthalle oder anderswo: Im Langenfelder Zentrum stehen mehrere Läden leer.

Der dezente Käseduft liegt nicht mehr in der Luft, "Swiss Break" ist mitsamt seiner witzigen Kuh-Figur und den Außentischen aus der Fußgängerzone verschwunden. Mit dem Auszug des Schweizer Bistros aus dem Ladenzentrum "Sass" erhöht sich die aktuell ungewöhnlich hohe Zahl von Leerständen in der Langenfelder City. In der benachbarten Markthalle klafft eine Lücke, weil nach der Pleite der Firma Steinhaus die stets umlagerte Wurst- und Mittagstisch-Theke verwaist ist. Im Marktkarree beendet der auf trendige Kleidung spezialisierte Filialist "Jack&Jones/Vero Moda" heute seinen Räumungsverkauf. Vergangenheit sind außerdem: der Floristik-Laden in der Schoppengasse, die Boutique in den Marktarkaden, das Wohnaccessoire-Geschäft und der benachbarte Schreibwaren-Laden an der Solinger Straße. Und das sind nicht die einzigen Schaufenster der City, in denen zurzeit nur das Schild eines Immobilienmaklers ausgestellt ist.

"Dass es sich gerade so ballt, alarmiert auch mich", sagt der städtische Citymanager Jan Christoph Zimmermann. "Deswegen habe ich in den vergangenen Tagen viele Gespräche mit den Beteiligten geführt." Indes betonte Zimmermann, dass die Gründe der Schließungen sehr unterschiedlich seien und nicht unbedingt etwas mit dem Standort zu tun hätten. "Das Swiss-Break-Konzept hat sich wohl nicht getragen, Jack&Jones strukturiert um und dann kam zuletzt die schon länger im Raume stehende Steinhaus-Insolvenz hinzu." Gleichwohl räumte Zimmermann ein, dass ein längerer Leerstand in der 1A-Lage "kein guter Zustand für unsere Shopping-Mitte ist". Zumindest in einigen Fällen sind neue Nutzer in Sicht, erfuhr die RP. Für das Marktkarree versicherte Manager Karsten Mazanneck, dass spätestens zum fünfjährigen Geburtstagsfest des Marktkarrees der Jack&Jones-Laden wieder belegt sein wird. Auch für das Swiss-Break-Geschäft gibt es laut Martin Plöger vom Sass-Eigentümer Reit AG Interesse "sowohl von Handelsunternehmen als auch aus dem Lebensmittel-Handwerk". Namen wollte Plöger vor der Vertragsunterzeichnung nicht nennen. "Ein reiner Gastronomiebetrieb wird dort aber wohl nicht wieder einziehen." In der Markthalle wird nach Auskunft von Hausverwalter Herbert Züwerink "auf alle Fälle und so schnell wie möglich" wieder ein Metzger mit Speiseangebot einziehen. "Ich habe drei Interessenten an der Hand, die das bisherige Konzept fortführen möchten."

Jan Christoph Zimmermann gibt sich zuversichtlich, dass insbesondere die 1A-Lagen bald wieder belegt sind und das städtische Leerstands-Management (siehe Infobox) auch darüber hinaus weiter fruchtet. "Manche Läden sind baulich nicht so, dass sie sofort wieder nutzbar sind. Oder die verlangte Miete ist zu hoch." Zeichnen sich längere Leerstände ab, sollen Zimmermann zufolge Schaufenster als Ausstellungsfläche genutzt oder beklebt werden. Seit der Eröffnung des Marktkarrees sowie des Sass-Zentrums mit Intersport, H&M und weiteren Läden habe das Einkaufsangebot in der Innenstadt "eine große Sortimentsbreite bekommen, die es noch immer hat". Und mit dem Küchen- und Wohnbedarfsladen "Kochshop", der am 4. Oktober im ehemaligen Buchclub-Laden an der Hauptstraße 120 in Betrieb geht, "wird sogar eine Sortimentslücke geschlossen. Es geht also voran."

(RP)