Langenfeld: Langenfelds Skaterszene zeigt trickreiche Sprünge

Langenfeld : Langenfelds Skaterszene zeigt trickreiche Sprünge

Zum dritten Mal organisierte die Aufsuchende Jugendarbeit der Stadt ein Turnier für Skateboarder und BMX-Fahrer am Freizeitpark.

Alex Ring atmet kurz durch, holt ein bisschen Schwung und fährt auf eine der Rampen des Skateparks am Freizeitpark zu. Mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit rollt er über den Beton, während er das Tempo erhöht. Dann springt der 20-jährige ab und lässt dabei sein Skateboard unter den Füßen rotieren, bevor er wieder mit beiden Füßen auf dem Brett landet. Applaus.

Die dreiköpfige Jury mit ihren sechs geschulten Augen hat ganz genau hingeschaut - und vergibt hohe Punktzahlen. Damit hat Alex Ring gute Chancen, seinen Erfolg aus dem Vorjahr zu wiederholen. Er ist einer von drei semi-professionellen Fahrern, die am Skate-Contest am Freizeitpark teilnehmen. Sie starten in einer gesonderten Wertung, weil sie auf hohem Niveau skaten und bereits Sponsoren haben. Hinzu kommt ein gutes dutzend ambitionierte Amateure, die sich mit anderen Boardern messen wollen.

"Wenn wir schon einen Skatepark und eine aktive Skateszene in Langenfeld haben, bietet es sich auch an, einen Wettbewerb zu organisieren", meint Yvonne Laun, Mitarbeiterin der Aja, der Aufsuchenden Jugendarbeit der Stadt. "Wir wollen immer auch dort präsent sein, wo die Jugend abhängt." Der Kontakt zur Zielgruppe sei sehr wichtig. "Auf diesem Weg können wir uns und unsere Arbeit vorstellen."

Die Regeln für das Turnier sind relativ einfach. Es gibt Vor- und Endläufe, in denen jeder Skateboarder oder BMX-Fahrer zwei Mal für eine Minute seine besten Tricks zeigen kann. Eine Jury bewertet die Leistung auf einer Skala von 1 bis 10. Amedeus Schwenk ist Teil des Gremiums. Der 23-Jährige hat selbst lange geskatet. "Es geht unter anderem um den individuellen Stil, die Kreativität beim Ausnutzen der Möglichkeiten, die der Skatepark bietet, und die saubere Ausführung der Tricks", erklärt der Langenfelder die Bewertungskriterien. Ähnlich sei es auch bei den BMX-Fahrern.

Robert Oberle ist einer von ihnen. Er hat vor fünf Jahren seine Leidenschaft für die kleinen Bikes mit 20-Zoll-Rädern entdeckt. "Das ist etwas, das ich jederzeit an jedem Ort machen kann, wenn ich Lust dazu habe", sagt der 20-Jährige. Das mache den Trendsport attraktiv für ihn. "Ich muss nicht in einen Verein eintreten und habe auch keine festen Trainingszeiten. Diese Freiheit gefällt mir." Ähnlich empfindet es Alex Ring beim Skateboarden: "Ich kann meinen eigenen Stil durchziehen und bin frei, auf meinem Board zu tun und zu lassen, was mir gefällt."

Die Szene gibt sich betont lässig - und ziemlich individuell. Einen einheitlichen Musikstil gibt es ebensowenig, wie uniformes Auftreten. Vom Punk bis Rap ist alles vertreten. Beide Sportarten sind allerdings auch durchaus gefährlich, vor allem bei den hohen und spektakulären Sprüngen, die ebenfalls im Freizeitpark zu sehen sind. Viele Teilnehmer haben schon einige Knochenbrüche oder andere Verwundungen hinter sich. Das ist vielleicht auch ein Grund dafür, dass keine weiblichen Fahrer teilnehmen. Am Samstag bleiben zum Glück alle Skater und Biker - von Schürfwunden abgesehen - unversehrt. "Ich finde es gut, dass eine vergleichsweise kleine Stadt wie Langenfeld einen Skate-Contest organisiert", meint Philipp Arnold, selbst ein Inline-Skater.

Am Ende setzt sich bei den semi-professionellen Startern Kalle Zollino vor Alex Ring und Marcel Wirkus durch. Nico Bütcher wird bester Amateur, gefolgt von Dominic Wenzel und Salvatore Barbato. Die Sonderwertung "bester Trick" gewinnen Zollino und Büttcher. Bei den BMX-Fahrern gewinnt Alexander Klein knapp vor Robert Oberle und Alexander Shin. Den "besten Trick" zeigt Oberle. Die oben Platzierten erhalten Gutscheine und Sachpreise von Fachgeschäften.

(dora)
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