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Langenfeld: Langenfelds Kleinkunst ist große Comedy

Langenfeld : Langenfelds Kleinkunst ist große Comedy

Im Schaustall am Winkelsweg ist das Komiker-Aufkommen im Herbst besonders hoch.

Ob und wie gespalten das Land ist, das werden wir am Sonntag ab 18 Uhr wissen. 22 Stunden vor Schließung der Wahllokale eröffnet Michael Feindler sein Wahlkabarett im Langenfelder Schaustall, Winkelsweg 38. Nach dem Motto "Bevor wir Gräben zuschütten, sollten wir sie durchwandern", betrachtet der Lyriker unter den Kabarettisten Abgründe, die sich zwischen Menschen auftun. Feindler traut dem Publikum einiges zu in Sachen Denkleistung, Schmerzgrenze und Empfindsamkeit. Die Sprache ist seine Waffe, die Gesellschaft der Schleifstein, an der er sie schärft. Reime und Rhythmen sind kein Selbstzweck, sondern bilden den Teppich, auf dem man über alles stolpert, was darunter gekehrt wurde. Der Eintritt zur "Artgerechten Spaltung" am morgigen Samstag, 20 Uhr, kostet 16 und 18 Euro (VVK/AK).

Das Schaustall-Kabarett rahmt die Bundestagswahl gleichsam ein. Denn am Samstag, 30. September, 20 Uhr, heißt es in der Langenfelder Kulturfabrik "Europa und wenn ja, wie viele". Das Duo Onkel Fisc führt in seinem Action-Kabarett nach Brüssel. Zu Madame Merkel und Monsieur Macron als neuem Schützenkönigspärchen. Aber über was für ein Reich wollen die beiden eigentlich herrschen, fragen die beiden Investigativ-Comedians Engels und Riedinger. Und versuchen's zu recherchieren. Eintritt: 16 und 18 Euro (VVK/AK).

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Den hoffentlich goldenen Oktober eröffnet Frank Goosen. "Was ist da los?" fragt der Ruhrpott-Botschafter am Mittwoch, 4. Oktober, 20 Uhr, im Schaustall. Zwar "nur" in einer Lesung, aber die ist so unterhaltsam wie Kleinkunst, mindestens. "Der Mensch kommt auf die Welt und wundert sich. Und das hört nicht auf, bis er diese Welt wieder verlässt", findet der Bestseller-Autor ("Liegen lernen"). Goosen hat neue Geschichten gesammelt, in denen er das Große im Kleinen sieht, und umgekehrt: "Wieso gibt es 'vegane Hotels'? Fliegt man da aus dem WLan, wenn man ,Schnitzel' googelt? Warum hängen Kinder Fotos ihrer Lehrer auf und holen dann die Dartpfeile aus dem Keller?" Eintritt: 16 und 18 Euro.

Am Freitag, 6. Oktober, 20 Uhr, ist endlich eine Frau an der Reihe. Annette Kruhl befasst sich mit "Männern, die auf Handys starren". Die Komödieuse ist froh, dass sie ein Smartphone hat. Etwa um zu erfahren, wann sie ihre elektrische Zahnbürste aufladen muss und welcher Mann gerade wo für ein Date verfügbar ist. Denn wer heutzutage in Bars geht, um zu flirten, macht sich lächerlich. Hier könnte die schönste Frau der Welt am Tresen stehen, sie träfe nur eins an: Männer, die auf Handys starren. Die Kruhl spießt dies nicht nur in scharfzüngigen Texten auf, sondern auch in mitreißenden Songs. Eintritt: 16 und 18 Euro (VVK/AK).

Gleich im Viererpack die Schaustall-Bühne unsicher machen die Damen am Samstag, 14. Oktober, 20 Uhr. "Frisch geföhnt und flachgelegt" heißt das Programm von Meike Gottschalk, Annie Heger, Vanessa Maurischat und Helena Marion Scholz. Im dritten Teil ihrer Reihe Sekt and the City bewegen sich die vier singend, tanzend, lamentierend und lachend durchs vitale Damendurcheinander. Dabei dürfen bei den blonden, braunen und schwarzhaarigen Protagonistinnen Männerprobleme, Modesünden und missglückte Diäten ebenso wenig fehlen wie der neuste Klatsch und Tratsch. Stößchen. Eintritt: 16 und 18 Euro (VVK/AK).

Den Kehraus aus dem Oktober macht dann wieder - nein, keine Kürbisfratze, sondern ein Mann. Johannes Flöck bietet am Montag, 30. Oktober, 20 Uhr, im Schaustall Stand-up -Comedy unter dem Titel "Wenn Happy und Birthday getrennte Wege gehen". Flöck tut in jeder Situation und zu jedem Thema seine Meinung kund. Doch jetzt plötzlich ist der Herr scheinbar um einen halben Meter geschrumpft und scheint eine gute Portion seiner großen Klappe eingebüßt zu haben. Des Rätsels Lösung: Der Mann wird nächstes Jahr 50 und scheint somit ein wenig die Freud eingebüßt zu haben, dies mit einer bombastösen Feier zu besiegeln. Ein günstiger Umstand jedoch, dass er sich aufgrund seiner Berufswahl den Psychologen sparen kann und sich daher lieber allabendlich auf die Therapeutencouch seines Publikums begibt und willig ist, seine Altersproblemchen mit seinen Zuschauern aufzuarbeiten.

Vorverkauf im Bürgerbüro des Rathauses, Konrad-Adenauer-Platz, in der Stadthalle, Hauptstraße 129, Telefon 02173 794-4608 oder unter www.schauplatz.de.

(gut)