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Langenfeld: Langenfelderin stickt Nolde-Bilder

Langenfeld : Langenfelderin stickt Nolde-Bilder

Martina Pallasch zeigt ihre Impressionisten und Expressionisten in der Stadtbibliothek.

LANGENFELD Martina Pallasch malt mit Nadel und Faden. Einzelne Stiche setzt sie nebeneinander, die nicht größer sind als ein Stecknadelkopf. Nach zahllosen Stichen kommt ein Meisterwerk zum Vorschein, zum Beispiel "Meer mit rotem Himmel" nach Emil Nolde (Foto: Privat). Bis zum 30. September zeit die Langenfelderin eine Auswahl ihrer Werke in der Stadtbibliothek. "Viele wollen zunächst gar nicht glauben, dass es nicht gemalt ist", freut sich Pallasch über den Zuspruch zu ihrer Kunst. In der Bücherei präsentiert die 51-Jährige vor allem Motive aus dem Impressionismus und dem Expressionismus.

Seit 15 Jahren pflegt Pallasch ihr Hobby. Mit Hilfe eines Computerprogramms zerlegt sie die Vorlage in Pixel und stellt die einzelnen Farben als Symbole dar. In manchen Bildern stecken bis zu 200 Farbtöne, die Stich für Stich gesetzt werden müssen. Mehr als 470 Garntöne stehen ihr zur Verfügung. "Handarbeiten habe ich schon immer gerne gemacht", sagt die gelernte Sprachlehrerin. "Früher allerdings fand ich Stickerei immer so nutzlos".

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Jetzt also die Schau in der Stadtbibliothek, ihre inzwischen zweite dort. Ausgestellt sind 24 Werke mit insgesamt 1.304.508 Stichen. Vor allem bekannte, farbenprächtige Meister haben es ihr angetan: "Ich versuche mich immer wieder an etwas Neuem, aber letztlich lande ich immer wieder bei den Seerosen von Monet", sagt die Künstlerin schmunzelnd.

Begonnen hat alles mit der Verschönerung ihrer Wohnung. "Ich war schon immer gerne in Museen", sagt die Langenfelderin. "Dann hab ich mich gefragt: Welche Museen der Welt häng' ich mir an die Wand?". Drucke kamen nicht in Frage, führt sie fort. "Also begann ich zu sticken".

Dabei kann ein durchschnittliches Bild mit 60.000 Stichen bis zu 600 Stunden dauern. "Ich tauche dann komplett in die Bilder ab, ich lebe mit ihnen", sagt die Liebhaberin von Malerei. Bis zu zehn Stunden am Tag sitze sie am Fenster oder unter ihrer Sticklampe. "Es hat schon etwas Obsessives, was ich hier mache", gibt Pallasch zu. Heute kann sie keinen Tag ohne Stickrahmen genießen. Eine Sucht, die Schönes schafft.

(RP)