Langenfeld/Monheim: Langenfelder verärgert über Streik im Nahverkehr

Langenfeld/Monheim : Langenfelder verärgert über Streik im Nahverkehr

Zwei Tage lang lief im öffentlichen Nahverkehr so gut wie nichts. Rheinbahn, Kraftverkehr Wupper-Sieg (Wupsi) und Bahnen der Stadt Monheim (BSM) arbeiteten bestenfalls im "Rumpf-Betrieb". Auch am Langenfelder S-Bahnhof kam längst nicht jede Bahn pünktlich an. In Rathäusern und Betriebshöfen lief der Betrieb hingegen weitgehend normal weiter.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte für Mittwoch und Donnerstag zum Warnstreik aufgerufen. Vor allem Bus- und Bahnfahrer ließen den Dienst ruhen. Für viele Arbeitnehmer geriet der Weg ins Büro oder in den Betrieb daher zur Odyssee. "Ich muss mich von meinen Kollegen mitnehmen lassen", meint eine genervte Mutter in der Langenfelder Fußgängerzone. Am Mittwoch habe sie "locker 50 Euro" für Taxifahrten ausgegeben. "Das kann es doch nicht sein", findet die Mittdreißigerin und klagt, dass der Tarifstreit auf dem Rücken der "kleinen Leute" ausgetragen wird.

Nicole Wienhusen sieht es ähnlich. Die 43-Jährige erzählt, dass ihr Sohn zwei Tage nicht zu seiner Schule nach Garath kam und deswegen frei hat. "Außerdem wurde heute Morgen der Sperrmüll bei uns nicht abgeholt, aber das wird sicherzügig nachgeholt." Insgesamt sehe sie den Streik trotz der Einschränkungen "relativ gelassen".

Hans-Horst Kern ist anderer Ansicht. Der 67-Jährige hält den Warnstreik schlicht für "Wahnsinn" der Gewerkschaften. "Ich bin zwar nicht direkt betroffen, aber ich finde das übertrieben", sagt der Rentner. "Mehr Geld können wir alle gebrauchen — und nicht nur die Beschäftigten im öffentlichen Dienst." Dafür müsse nicht der Nahverkehr für zwei Tage lahmgelegt werden.

Für Aylin Demirel (16) hat der Warnstreik zwei Seiten: "Ich verstehe die Forderungen der Angestellten, aber ich finde, dass dabei an die Menschen gedacht werden muss, die nun die Leidtragenden sind."

(arod)
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