Langenfeld : Landwirte bereiten die Ackerböden vor

Dabei beschreiten sie als Reaktion auf den Klimawandel auch neue Wege bei der Bodenbearbeitung.

Die Landwirte in der Region sind derzeit im Einsatz. Auf den Straßen sieht man schwere Traktoren, die mit Zusatzgeräten auf die Äcker fahren und dort die Böden bearbeiten. Es wird gelockert und gelüftet, um den Boden für die Aussaat vorzubereiten.

Der Dürresommer 2018 hat die Erträge im vergangenen Jahr negativ beeinflusst. Wie sieht es jetzt auf den Feldern aus?

Sind die im Herbst ausgesäten Pflanzen, also Getreide und Raps, gut ins Frühjahr gekommen? Ja, mit kleinen Ausnahmen, sagen Kreislandwirt Martin Dahlmann, Landwirt Josef Aschenbroich, Ortsvorsitzender der Bauernschaft Langenfeld und Johannes Kirchner, Ortsvorsitzender in Mettmann. „Bei den Wintergetreidearten sind die Saaten gut angegangen. Damit hätte man bei den trockenen Bedingungen bei der Aussaat nicht unbedingt gerechnet“, sagt Kirchner. „Der Niederschlag im Dezember und der insgesamt milde Winter haben geholfen. Jetzt haben wir noch etwas gedüngt, um das Wachstum anzuregen“; ergänzt Aschenbroich.

Reagieren die Landwirte eigentlich auf den Klimawandel? Aschenbroich bejaht das. Da es immer mehr Trockenheit gibt, werden die Böden anders auf die Saat vorbereitet. „Früher hat man mit der Egge den Boden tief umgepflügt, jetzt wird mit der Flachegge nur noch oberflächlich aufgelockert und dann gehe ich gleich mit der Walze drüber, um das Wasser besser zu halten und die für die Pflanzen wichtigen Bakterien im Boden zu lassen.“ Die Bakterien sollen die Arbeit der Pflanzenschutzmittel übernehmen und etwa Pilze oder anderes Ungeziefer abtöten. „Wir wollen möglichst wenig Pflanzenschutzmittel verwenden. Das spart ja auch Geld“, sagt der Langenfelder OrtslLandwirt Aschenbroich.

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Wie begegnen Sie der zunehmenden Trockenheit? Josef Aschenbroich hat die Saatstärke reduziert, um mit weniger Wasser auszukommen. Seine Zuckerrüben pflanzt er jetzt mit einer Spezialmaschine, die zehn Pflanzen pro Quadratmeter aussät. „Für die Getreideaussaat gibt es das auch schon“, weiß er. „Wenn weniger Pflanzen auf dem Quadratmeter wachsen, können diese längere Wurzeln bilden. Dadurch, dass sie nicht so dicht stehen, sind sie weniger anfällig für Pilze.“ Raps und Wintergerste werden später gesät als früher – wegen der milden Winter.

Wie sind die Startbedingungen für die Aussaat der Frühjahrskulturen? Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln, Ackerbohnen, Sojabohnen und Futtererbsen werden jetzt nach und nach ausgebracht, einige Zuckerrüben wurden sogar schon in der sehr milden Witterungsphase im Februar gepflanzt. Aschenbroich will bald Hafer, Sommergerste und Zuckerrüben säen. „Der Mais ist Mitte/Ende April dran, wenn es wieder etwas milder ist. Die Sojabohnen, die ich für meine Hühner als Eiweißlieferant anbaue, müssen noch warten. Da braucht man eine Bodentemperatur von 10 Grad.“

Was für abgestorbene Pflanzen sieht man eigentlich zurzeit auf einigen Äckern? „Das ist die Zwischensaat. Ihre Wurzeln lockern den Boden auf. Die Zwischensaat wird einfach nur stehen gelassen und vor der Aussaat mit einer Flachegge in die oberste Bodenschicht eingearbeitet. Das hilft gegen Ungeziefer.“ An anderer Stelle werde Stroh untergepflügt – aus demselben Grund.

Was für ein Wetter brauchen die frisch ausgesäten Pflanzen, um gut zu wachsen? Ein guter Mix aus Sonne, Wärme und Niederschlägen wäre natürlich ab jetzt wünschenswert, betonen Josef Achenbroich und Martin Dahlmann. Achenbroich wünscht sich insbesondere noch mehr Niederschläge: „Im Untergrund fehlt noch was und wenn Niederschläge, dann nicht nur punktuell, sondern möglichst flächendeckend. Ich befürchte, dass es im April, Mai wieder trocken wird. In den vergangenen Jahren war das so. Aber die Sonne im Moment ist  gut für das Wachstum.“ Für die Pflanzung inklusive Vorbereitung ist für jede Kultur eine stabile Hochdruckphase von etwa einer Woche ausreichend. Anschließend sorgen Wärme und Feuchtigkeit für eine schnelle Entwicklung der Jungpflanzen.

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