Langenfelder Landschaftsgärtner zu Baumpflege

Langenfeld : Sträucher schneiden – aber richtig

Wir sagen ihnen, welches Werkzeug Sie brauchen und welche Fehler beim Schnitt Sie unbedingt vermeiden sollten.

Wer jetzt noch Hand anlegen will im heimischen Garten, muss sich sputen, denn ab dem 28. Februar beginnt die Schonzeit für Büsche und Bäume sowie deren tierische Bewohner.

Das passende Werkzeug für den Gehölzschnitt gibt’s im Baumarkt – einem echten Paralleluniversum: Hier eilen wochentags vormittags geschäftige Menschen in Arbeitsoveralls (zu 90 Prozent Männer) durch die Regalschluchten und raffen Werkzeuge und Material aller Art in großen Mengen zusammen. Bei Obi in Hilden etwa sind die Regale in der Gartenabteilung voll mit imposanten Motor- und Kettensägen – akku-, elektro- oder benzinbetrieben; daneben warten gewaltige Heckenscheren, Ast- und Amboss-Scheren, Teleskopscheren, Garten-, Rosen- und Rebenscheren auf Käufer. Kettensägen sind zwischen 80 und 430 Euro zu haben, Ast- und Ambossscheren gibt es für um die 50 Euro, Rosenscheren um die 20 Euro. Auch die Sonderangebote für 9,99 Euro fehlen nicht.

Was braucht man denn nun? Fachverkäufer Schäfer, der seinen Vornamen nicht sagen will, mag sich nicht festlegen: „Es kommt darauf an, welche Hecken und welche Obstbäume sie schneiden wollen. Und dann, ob sie Benzin- Akku- oder Elektrogeräte haben wollen. – Ist ein Stromanschluss in der Nähe? Wollen Sie Büsche scheiden?“ Für Büsche empfiehlt er eine größere Heckenschere. Eine Gartenschere bräuchte man natürlich auch: „Ich habe fünf“, gesteht er. „Die eine ist hierfür gut, die andere dafür.“ Und: Eine Astschere sollte man haben, findet er. – Der Senior, der vor mir dran ist, deckt sich mit einer Kettensäge ein.

Und was nutzt der Profi? Garten- und Landschaftsgärtner Sven Steen vom Gartencenter Heidehof in Langenfeld ist amüsiert. „Wollen Sie roden und fällen oder Gehölz pflegen?“ Für letzteres reichen ihm „eine Heckenschere, eine gute Rosenschere, immer schön geschärft und eine mechanische Handsäge.“ Und für die eigene Sicherheit sollten Hobbygärtner mit dem Hang zu schwerem Gerät „einen Kettensägenführerschein machen, feste Schuhe tragen, einen Helm und beim Umgang mit elektrischen Sägen auch eine Sicherheitshose.“ Scharf müssen die Klingen der Werkzeuge sein, damit die Zweige nicht abgequetscht werden und keimfrei, damit die Wunde nicht mit Bakterien infiziert wird: „Je sauberer der Schnitt, desto besser die Heilung“, erklärt Steen.

Viele Hobbygärtner würden ihre Pflanzen unnötig verletzen, indem sie die Zweige oder Äste nicht abschneiden, sondern abquetschen. Mit Ambossscheren und Hoch-Entastern würde mehr kaputtgemacht als sinnvolle Gehölzpflege betrieben. Auch gibt es eine Reihe von Fehlern beim Schnitt, die er immer wieder sieht: „Hecken müssen trapezförmig geschnitten werden, also oben schmaler als untern. Nur so bekommen sie nach dem Schnitt genügend Licht und können gut wachsen. Sträucher sollten regelmäßig zurückgeschnitten werden, nicht nur alle paar Jahre.“ Und, ganz wichtig: „Unabhängig von den gesetzlich vorgeschriebenen Fristen sollte möglichst vor dem Safttrieb geschnitten werden und nicht bei Frost.“ Soll heißen: Spätestens, wenn die Pflanze Knospen trägt, sollte man sie in Ruhe lassen, damit sie nicht ausblutet an den Schnittstellen. Geschnitten wird erst wieder nach der Blüte.

Zweige und Äste sollten schräg abgeschnitten werden, damit sich kein Wasser auf der Schnittstelle sammeln kann. Es sollten keine „Kleiderhaken produziert“ werden und nicht zu tief in den Stamm/Ast geschnitten werden. Das sind Tipps aus der Praxis, die schon zeigen, dass die Materie nicht ganz einfach ist. Wer also gar keine Ahnung hat, sollte entweder erfahrene Gärtner fragen oder vielleicht ein Seminar Gehölzpflege besuchen, das unter anderem Sven Steen regelmäßig anbietet.

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