Langenfelder Kinderschutz und Jugendschutz: Verein Sag's weist in Anbetracht der Hitze auf Verhaltensregeln und Gesetzeslage hin.

Langenfeld: Verein „Sag’s“ warnt vor heimlichen Fotos

Vor heimlichen Fotos in Freibädern oder an Wasserspielplätzen warnt der Verein Sag’s, der sich gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen engagiert.

„Natürlich ist es für die Kids toll, nackt über den Wasserspielplatz zu toben“, sagt die Vereinsvorsitzende Alexandra Schneider. Doch sollten Eltern dabei unbedingt „ihre Aufmerksamkeit den Kindern widmen und weniger dem eigenen Handy. Denn oft werden gerade nackte Kinder von Fremden fotografiert.“ Und dies könne durchaus hintergründig sein, „wenn die Kinder sexuell betrachtet und Fotos im Internet verteilt werden“.

Nicht nur Kinder, sondern auch Jugendliche und Erwachsene in knapper Badebekleidung müssen nach den Worten von Sag’s-Pädagogin Cornelia Schuischel besonders geschützt werden. Im Langenfelder Freibad zeigt ein Schild an, dass Handyfotos verboten sind. „Das Selfie von vier Freundinnen auf der Liegewiese ist okay“, sagt eine Sprecherin des Bäderbetreibers SGL, aber auf keinen Fall fremde Leute. Laut Schuischel hat generell jeder Mensch das Recht am eigenen Bild. Für Kinder gelte ein noch größerer gesetzlicher Schutz: Generell muss beim Fotografieren von Minderjährigen das Einverständnis der Eltern eingeholt werden.

Was nach Schneiders Ansicht viele nicht wissen: „Auch Verwandte oder Freunde müssen sich der Einwilligung der Eltern vergewissern, wenn sie Schnappschüsse mit Kindern etwa bei Instagram oder Facebook veröffentlichen wollen.“ Überhaupt sollten nach Schuischels Worten Erwachsene darüber nachdenken, „ob klar erkennbare Kinder unbedingt in sozialen Netzwerken mit Bildern auftauchen müssen“.

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„Das Netz vergisst nichts und niemals“, betont die 2. Sag’s-Vorsitzende Katja Früh. „Einmal hochgeladen sind Daten nach dem ersten Teilen unlöschbar im Umlauf.“ Pädagogin Schuischel ruft zu mehr Sensibilität im Umgang mit dem Internet auf: „Wer weiß, ob die jetzige Dreijährige später überhaupt Bilder von sich im Netz finden möchte?“

Mit Blick auf die aktuelle Hitzeperiode spricht Sag’s auch falsche Schuldzuweisungen bei sexualisierter Gewalt und Belästigungen an. Früh: „Da heißt es dann, dass sich ein Mädchen mit kurzem Rock nicht wundern muss, wenn ihr jemand auf dem Po klatscht oder dass sie es  drauf anlegt.“ Hinter halb vorgehaltener Hand werde die sommerliche Kleidungswahl somit häufig tendenziös thematisiert. Damit muss nach Frühs Worten Schluss sein: „Frauen und Mädchen dürfen tragen, was sie wollen. Immer. Kleidung ist niemals Schuld an verbalen oder körperlichen Übergriffen.“

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