Langenfeld Handel : Kompetenzzentrum macht Läden flott

Nach etwa einem halben Jahr wird die Arbeit des neuen, bundesweit aktiven Kompetenzzentrums Handel 4.0 in Langenfeld sichtbar.

Seit Juli ist Langenfeld Teil des bundesweiten „Kompetenzzentrums Handel“, das vom Bundesministeriums für Wirtschaft aus dem Projekt „Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Handel“ ins Leben gerufen worden ist. Es ist zunächst auf drei Jahre befristet und soll den Handel ins digitale Zeitalter begleiten und so überlebensfähig machen.

Was mit einem recht sperrigen Begriff daherkommt, hat schon jetzt konkrete Auswirkungen auf die Stadt und ihre Händler. Zum einen kann damit das vor etwa drei Jahren initiierte Projekt „Future City“ in Langenfeld fortgeführt werden. Die so genannte White Box als Teil von Future City  wird weiter finanziert und zeigt im Obergeschoss des Langenfelder Marktkarrees innovative Entwicklungen für den Handel. Aktuell neu dabei ist das schwedische Unternehmen Itab, das digitale Kassensysteme präsentiert, die via Scan feststellen, ob ein Kunde bezahlt hat. Diese Systeme betreiben zugleich Marktforschung und machen Läden und Betriebe diebstahlsicherer. „Im Rahmen des Datenschutzes“, fügt Citymanager Jan Christoph Zimmermann hinzu, der die White Box für die Stadt Langenfeld begleitet. Auch die hiesige Firma 7th Space zeigt ihre Angebote einer „im Digitalen erweiterten Welt“ – augmented reality genannt, gerade in der White Box. Diese kann über virtuelle Rundgänge dabei helfen, sich Vorstellungen von der Gestaltung eines erfolgreichen Ladenlokals zu machen.

Doch es gibt auch andere, ganz praktische Hilfe für Händler. Das Sanitätshaus Vital, das bereits in Hilden sein neues Geschäft hell, freundlich, modern gestaltet hat, gehört zu drei ausgewählten Modell-Läden. Anna Wylenzek und ihr Mann Andreas (Geschäftsführer) wollen den Weg nach vorne gehen. „Die Zukunft wird anders sein als heute“, so Anna Wylenzek. Und sie freut sich über Unterstützung aus Langenfeld. „Wir werden mit nach Düsseldorf fahren zur Euroshopmesse und dort auch an einem Workshop teilnehmen“, sagt sie. „Dabei geht es auch um neue Technologien“, sagt sie. „Wir stellen uns darauf ein, anders zu werben und zu arbeiten“. Briefe an Kunden zu verschicken sei viel zu aufwendig. Das könne demnächst über Mails geschehen. „Viele Kunden haben uns schon signalisiert, dass sie das gut finden“, berichtet Wylenzek.

„In den nächsten Monaten, vielleicht sogar schon im Frühjahr, werden wir unser Geschäft in Langenfeld ebenfalls modernisieren“, sagt sie weiter. „Es gibt neue Farben, neue Präsentationen und neue Schaufenster“, kündigt die Geschäftsfrau an und denkt auch über ein neues Warenwirtschaftssystem für die Langenfelder Filiale nach.

Der Hagebaumarkt in Langenfeld arbeitet ebenfalls mit dem Kompetenzzentrum Handel zusammen. Dort habe man bereits viele Anregungen umgesetzt, sagt Zimmermann. Die Kanäle, über die Werbung läuft, wurden um Facebook und Youtube erweitert, berichtet er. Auch soll es bauliche Veränderungen geben und Shop-Bereiche werden umgestaltet. Für diese Maßnahmen haben im Herbst Workshops stattgefunden. Noch ein dritter Betrieb kann im Rahmen des Kompetenzzentrums Handel seinen Laden und sein Geschäftsmodell mithilfe von Experten umgestalten.

Als Bundesprojekt hat das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Handel Strahlkraft in die ganze Republik, wovon auch Langenfeld profitiert. So finden zum Beispiel Liveschalten aus der White Box zu Themen der Digitalisierung statt. Außerdem gibt es ein „Digital Mobil“, das beim Institut für Handelsforschung in Köln stationiert ist, und als eine Art kleine White Box angefordert werden kann. „Das eignet sich gut für Händlerabende“, erläutert Zimmermann, der diese in Kooperation mit dem Handelsverband Deutschland organisiert.

Active-City-Seminar in der Stadthalle Langenfeld: Frank Rehme sammelt zusammen mit den Teilnehmern Ideen. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Erst in der vergangenen Woche haben sich Wirtschaftsförderer/Citymanager in der Stadthalle über Entwicklungsmöglichkeiten von Innenstädten in Langenfeld informiert und ausgetauscht. Dabei haben die insgesamt 60 Teilnehmer auch Ideen gesammelt. Die Monheimer Citymanagerin Carolin Wulke war dabei. „Aus solchen Veranstaltungen nehme ich immer gute Impulse für die eigene Arbeit mit. Man sieht, was andere machen, hinterfragt das eigene Vorgehen und holt sich Anregungen.“ Auch das Netzwerken sei wichtig, so die neue Leiterin des Monheimer City-Managements.