Langenfeld: Zweites Windrad kommt im November. Fundament ist fertig.

Langenfeld: Zweites Windrad kommt im November

Seit genau einem Jahr steht Langenfelds erste Windkraftanlage inmitten der Reusrather Felder. Im November wird in der Nähe ein zweites Windrad installiert.

Weithin sichtbar – sogar für Zuschauer im Leverkusener Fußballstadion – steht das 99,5 Meter hohe Windrad dort bislang allein auf weiter Flur. Doch das wird sich in Kürze ändern. Das Fundament für das zweite Windrad des Betreibers SL Naturenergie (Gladbeck) in den Feldern nahe der Rennstraße ist jetzt fertig. „Die neue Anlage wird im November dorthin transportiert und installiert“, sagte SL-Chef Klaus Schulze Langenhorst im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Aufbau dauere dann etwa eine Woche.

Weniger zügig waren die Erdarbeiten vorangegangen. Die hatten in der für Windkraft vom Langenfelder Stadtrat ausgewiesenen Konzentrationszone direkt nach Inbetriebnahme des ersten Windrads vom Typ E70 im Oktober 2017 begonnen. Doch dann gerieten nicht nur die Arbeiten am Fundament für die baugleiche zweite Anlage ins Stocken. Auch das für die Stromerzeugung fertige Windrad durfte sich zwischen dem 15. März und dem 1. September tagsüber nicht drehen, weil dies den Rotmilan gefährden würde; eine unter Artenschutz stehende und in Reusrath heimische Greifvogelart. Zudem gelten wegen Fledermäusen seit dem 1. April und noch bis zum 31. Oktober Abschaltzeiten bei bestimmten Temperaturen und Wetterbedingungen.

Wie berichtet, hatte das Düsseldorfer Verwaltungsgericht im März die Klage von SL gegen die Artenschutz-Auflagen abgewiesen. Die Mettmanner Kreisverwaltung hatte bei der Genehmigung der beiden 99,5 Meter hohen Anlagen in der vom Langenfelder Stadtrat mit einer  100-Meter-Höhengrenze versehenen Windenergie-Zone deren Betrieb an strenge Bedingungen geknüpft. „Wir  haben Berufung beim Oberverwaltungsgericht eingelegt“, betonte Schulze Langenhorst. „Aber in Deutschland ziehen sich Gerichtsverfahren ungeheuer hin...“

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Unter dem Namen „Ruhiger Horizont Reusrath“ hatte eine Bürgerinitiative seit Jahren versucht, den Bau der Windkraftanlagen in ihrem Ortsteil zu verhindern. Jetzt haben ihre Mitglieder nach den Worten ihres Sprechers Andreas Lobb vor allem ein Auge darauf, dass SL die Auflagen erfüllt. „Im Prinzip ist nichts dagegen zu sagen, dass das Unternehmen jetzt das Fundament fertiggestellt hat und das zweite Windrad installieren wird“, merkte Lobb an. „Und es ist klar, dass dies noch vor dem 31. Dezember geschehen soll, weil ab dem neuen Jahr Subventionen für Windkraftbetreiber sinken.“

Gleichwohl dürfe SL das zweite Windrad „erst in Betrieb nehmen“, so Lobb, „wenn das Unternehmen alle Auflagen erfüllt hat. Und das ist noch nicht der Fall.“ Die Bürgerinitiative kartiere weiter das Vorkommen des Rotmilans. „Bislang haben wir diese Vogelart in diesem Jahr 135 mal gesichtet und dokumentiert – öfter als im vergangenen Jahr.“

Der in der Vergangenheit von SL angekündigte Bau von zwei weiteren – aus wirtschaftlichen Gründen gebrauchten – Windrädern ist nach Schulze Langenhorsts Worten übrigens erst einmal verworfen. Lobb äußerte sich hierzu wörtlich „gar nicht überrascht“.

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