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Langenfeld - Zum Jubiläum fällt Schützenfest aus

Brauchtum : Zum Jubiläum fällt Schützenfest aus

Die Pandemie hat den Schützen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Festschrift von Helmut Uellendahl, Schützen Landwehr 1913, bleibt im Archiv.

(og) Traditionell beginnt an jedem dritten Juliwochenende das Wiescheider Schützenfest. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Die Pandemie hat den Schützen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der junge Wiescheider Schützenkönig Fabian Kristen (25), wie auch der Jungschützenprinz Florian Broch werden nun ein weiteres Jahr in Amt und Würden bleiben – ohne Fest.

Vor genau 70 Jahren hat schon einmal ein Wiescheider Schützenkönig bedingt durch die Kriegs- und Nachkriegszeit elf Jahre warten müssen, bis er in seinem Amt abgelöst wurde. 1950 durfte wieder gefeiert werden. Die Menschen freuten sich endlich wieder feiern zu dürfen.

Von diesen ersten Nachkriegsschützenfesten berichtet ein druckfertiger Aufsatz für die fast fertige Wiescheider Festschrift, die aber aktuell nicht erscheinen wird. Der Aufsatz beschreibt den Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg vor 70 Jahren. „Der Gedanke an ein Schützenfest als Volksfest schien nach dem Kriegsende 1945 für lange Zeit unmöglich“, reflektiert Helmut Uellendahl, Archivar und Ehrenvorsitzender im Schützenverein Landwehr 1913. Doch mehrere benachbarte Schützenvereinigungen hatten weniger Bedenken und feierten. Im Frühjahr 1950 haben sich dann auch die Schützen in Landwehr (Wiescheid) entschieden, wieder ein Schützenfest auszurichten – trotz aller Skepsis. Zur ersten Vereinsversammlung am 15. April 1950 kamen nur neun Mitglieder.

Schießen war, wie das Führen von Waffen aller Art, von der englischen Besatzung verboten. Die Menschen hatten aber aus der Vergangenheit gelernt, beschreibt Uellendahl das Lebensgefühl und die Umstände direkt nach dem Krieg. „Zu groß waren ihre Opfer gewesen. Besonders die Jugend war um ihre schönste Lebenszeit betrogen worden. Es sollte besser werden“, sei das Ziel gewesen, so Uellendahl. Letztlich sei der Wunsch, an überlieferte Traditionen wieder anzuknüpfen, groß gewesen. „Voll Vertrauen gingen die Männer, die schon vor dem Krieg Funktionen als Vorstände hatten, ans Werk“, berichtet der Archivar. Das erste Schützenfest wurde auf das dritte Juliwochenende 1950 festgesetzt.