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Langenfeld Wohnen auf ehemaligem Kirchengelände

Langenfeld : Wohnen auf ehemaligem Kirchengelände

Auf dem am Cityrand gelegenen Gelände der im Frühjahr 2019 abgerissenen Johanneskirche errichtet die Paeschke GmbH fünf Mehrfamilienhäuser mit Gemeindesaal. 28 Eigentumswohnungen entstehen.

Gut ein Jahr nach Abriss der evangelischen Johanneskirche wächst jetzt an der Stettiner Straße ein neues Wohngebiet heran. Nach Angaben des ehrenamtlichen Kirchmeisters Wolfgang Honskamp hatte die evangelische Gemeinde das Gelände bis hin zur Dietrich-Bonhoeffer-Straße überwiegend in Erbpacht vergeben, teils auch verkauft. Die Firma Paeschke errichtet 28 Eigentumswohnungen und auf dem gekauften Teil des Areals acht Sozialwohnungen. „Im Sommer 2022 soll alles fertig sein“, sagt Paeschke-Mitarbeiter Oliver Sachs. Wohnen in der City scheint gefragt zu sein: Von den 50 bis 129 Quadratmeter großen Eigentumswohnungen seien bereits 20 verkauft.

Ein Grundstück an der Stettiner Straße ist laut Honskamp indes im Eigentum der Kirchengemeinde geblieben. „Dort wird ein Gebäude mit acht Mietwohnungen entstehen – und mit Gemeinderäumen im Erdgeschoss.“ In Zusammenarbeit mit einer Innenarchitektin werde dieser unterteilbare Saal für 80 bis 100 Besucher konzipiert. „Es wird eine kleine Cafeteria und eine Multimediawand geben. Das vor dem Abriss der Johanneskirche ausgebaute runde Fenster wird in die Decke integriert und beleuchtet, auch die ehemalige Dachglocke wird wieder zu sehen sein.“

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Diese Gemeinderäume gelten als Zugeständnis an die vielen seinerzeit auf die Barrikaden gegangenen Abrissgegner aus dem Einzugsbereich der Johanneskirche. Diese hatten mit Blick auf den Wegfall der bislang genutzten Räume über allzu weite Wege zu Ersatzangeboten etwa in der Erlöserkirche an der Hardt geklagt.

Hintergrund: 2014 hatte die evangelische Kirchengemeinde im Zuge eines Sparkurses in Langenfeld angekündigt, ihren Gebäudebestand zu verkleinern und zugleich zu erneuern. Auch mit Blick auf die rückläufige Zahl der damals knapp 15.000 Protestanten in Langenfeld. Ein Architekt hatte seinerzeit für die 25 gemeindeeigenen Gebäude einen Sanierungsbedarf von rund drei Millionen Euro errechnet. Im Sommer 2017 wurde das renovierte und erweiterte Immigrather Gemeindezentrum neben der Erlöserkirche an der Hardt feierlich eröffnet.

Die genannten Veränderungen an der Stettiner Straße setzen die vom Presbyterium beschlossene Strategie fort. Nach Angaben von Paeschke-Mitarbeiter Sachs entstehen auf dem 3200 Quadratmeter großen Gelände insgesamt fünf zwei- und dreistöckige Wohnhäuser mit Staffelgeschoss, Klinkerfassade und Flachdach. „Wir sind gut im Zeitplan. Es gab seit der Grundsteinlegung vor einem halben Jahr bislang keine Verzögerungen.“

Solche gibt es indes nach Kirchmeister Honskamps Angaben bei einem anderen Vorhaben der evangelischen Gemeinde: an der Richrather Lukaskirche. Ebenfalls im Zuge des genannten Sparkurses war auf dem großen Grundstück an der Kaiserstraße zwischen Kirche und Jugendhaus „Alte Schule“ ein Mehrfamilienhaus mit etwa 20 Mietwohnungen vorgesehen. Zudem wurde seit Jahren ein sozialer Träger für ein zweigeschossiges Wohnhaus mit senioren- und behindertengerechten Appartements auf dem hintersten Teil des Kirchengrundstücks gesucht. „Leider haben wir solch einen Betreiber nicht finden können“, räumt Honskamp ein. Nach dem Wechsel zu einer neuen Architektin werde das Gesamtvorhaben nun geändert. Wegen einer gemeinsamen Heizungsanlage hingen die beiden bislang angestrebten Bauvorhaben vor und hinter dem Jugendzentrum „Alte Schule“ zusammen. „Wir haben uns jetzt entschieden, das Projekt auszuschreiben, so dass ein geeigneter Bauträger diese beiden Wohnhäuser errichtet. Schließlich war es ja unser Ziel, den Gebäudebestand zu verringern.“

Wie geplant soll Honskamp zufolge indes auf dem Richrather Gelände das an die Lukaskirche und deren Foyer angrenzende Gemeindehaus abgerissen werden, in dem die Toiletten behindertenunfreundlich im Untergeschoss liegen. „Es soll durch zwei kleinere Anbauten mit Gruppenräumen und barrierefreien Toiletten ersetzt werden“, berichtete Honskamp. „Wir haben die Abbrucharbeiten für den aus den 50er-Jahren stammenden Anbau und zwei ehemalige Pfarrhäuser im hintersten Teil des Geländes gerade ausgeschrieben.“