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Langenfeld Wenige Interessierte besuchen die Museumsnacht

Nacht der Museen : Museumsnacht leidet unter Lockdown-Nachwirkung

Hella-Sabrina Lange, Chefin des Langenfelder Stadtmuseums, hofft auf den guten Impuls der kreisweiten Aktion. Denn Besucherzahlen wie vor Corona sind nicht erreicht worden.

(seg) Zum ersten Mal nach langer Corona-Zwangspause lockte die „Neanderland Museumsnacht“ am Freitagabend wieder mehr Besucher in die Kunst- und Kulturstätten des Kreises. Auch das Stadtmuseum und die Wasserburg freuten sich bei dieser Aktion über Zuspruch – obgleich verhaltener als noch vor der Pandemie.

Mit Einbruch der Dunkelheit erwachen im Film die musealen Ausstellungsstücke zum Leben. In der Realität bleiben sie an Ort und Stelle. Dennoch ist es anders: Es herrscht viel mehr Ruhe und Entspanntheit als zu gewöhnlichen Öffnungszeiten. Die Besucher scheinen weniger in Hektik zu sein und Kenner sehen auch, dass es andere Gäste sind, die sich zur kreisweiten Aktion und zu solch später Stunde in die Museen begeben.

„Zu solchen Gelegenheiten kommen meist diejenigen, die uns tagsüber nicht besuchen können“, sagt Dr. Hella-Sabrina Lange, Leiterin des Langenfelder Stadtmuseums und Kulturbeauftragte der Stadt. Nach dem letzten langen Lockdown laufe die Besucherfrequenz nur langsam an. „Man hat schon das Gefühl, dass die Leute vorsichtig sind.“ Bei punktuellen Ereignissen wie einer Ausstellungseröffnung, von denen in den vergangenen Monaten gleich mehrere verschoben werden mussten, kämen mehr Gäste.

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Auch durch die Neanderland Museumsnacht erhoffen sich die Betreiber der Einrichtungen einen Anstoß. Cäcilia Niehaus etwa nutzt die Aktion, um nach sehr langer Zeit wieder das Stadtmuseum ihrer Heimatstadt zu besuchen. Die lange Nacht der Museen besucht sie eigentlich gerne, um sich in den Düsseldorfer Kunst- und Kulturstätten umzuschauen. Doch dieses Jahr bleibt sie lieber in Langenfeld.

Sie ist vielfältig interessiert, erzählt Niehaus. Sie besucht sowohl Kunst- als auch Geschichtsmuseen und wird an diesem Abend neben dem Stadtmuseum auch die Wasserburg aufsuchen: „Haus Graven interessiert mich sehr. Die haben dort immer ein sehr gutes Angebot.“ Auch das Stadtmuseum mit der modernisierten Dauerausstellung, dem Langenfelder Schädel im Kabinettraum schaut sie sich nach sehr lange Zeit wieder etwas intensiver an. „Ich nutzte gerne die Nacht der Museen, um gleich mehrere Stationen anzusteuern“, erzählt die Langenfelderin. Sonst hat man dafür ja wenig Zeit.“

An die Besucherresonanz wie vor Corona konnte das Stadtmuseum mit der Museumsnacht nicht anknüpfen, obwohl sich die Gäste durch die 3G-Regel sehr sicher fühlen können. Für Lange war es nach der Absage im vergangenen Jahr und der gut siebenmonatigen Schließung während des zweiten Lockdowns dennoch ein guter Impuls und ein wichtiger Schritt in Richtung Normalität. – Insgesamt 33 Stationen in zehn Städten konnten während der Neanderland Museumsnacht kostenfrei besucht werden. Die meisten Einrichtungen hatten Hilden und Monheim im Programm mit je fünf Museen.